Jahresabschluss und Gesamtabschluss

Mit der Reform des Haushalts- und Rechnungswesens lehnt sich der Jahresabschluss der Gemeinden an den handelsrechtlichen Jahresabschluss für große Kapitalgesellschaften an und gibt Aufschluss über die Vermögens-, Ertrags- und Finanzlage der Gemeinde.

Jahresabschluss

Den Anforderungen an die Rechnungslegung der öffentlichen Hand entsprechend, informiert er zudem über die Einhaltung des Haushaltsplans und die tatsächliche Aufgabenerledigung (Teilrechnungen und Messung der Zielerreichung mit Darstellung von Leistungsmengen und der Entwicklung der Kennzahlen im Haushaltsjahr). Transparenz und Qualität der Rechenschaft über das abgelaufene Haushaltsjahr werden somit deutlich verbessert.

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Jahresabschlussanalyse

Das neue Haushalts- und Rechnungswesen liefert unter anderem veränderte Wertgrößen und Rechnungselemente. Hieraus resultieren auch neue Auswertungsmöglichkeiten. Eine Analyse des Jahresabschlusses umfasst dabei nicht nur die Betrachtung der einzelnen Rechnungselemente, es sind auch neue Zusammenhänge darzustellen und zu interpretieren. Voraussetzungen für die Auswertung sind zum einen die Kompetenz, ökonomische Grundtatbestände und deren Zusammenhänge richtig zu beurteilen, und zum anderen der Wille, das bisher zu wenig erkannte und genutzte Steuerungspotenzial auszuschöpfen. Den Besonderheiten der öffentlichen Hand Rechnung tragend, ist die Auseinandersetzung mit der „wirtschaftlichen Lage" der Kommunen mit der Sicht auf gesellschaftsbezogene Effekte zu verbinden (Ressourcen-, Leistungs- und Wirkungsorientierung).

  • KIKOS-Wissensdatenbank
    » KGSt®-Fachkonferenz Neues Haushalts- und Rechnungswesen 2009 (Kennung 20090703A0015)
    » Grunwald, Ekkehard; Frye, Brunhilde; Hubrig, Nicole: Die Analyse der kommunalen Bilanz. Sonderdruck aus KGSt®-INFO, Mai 2006 (Kennung 20060508B001A)
    » Zum Aufsatz Grunwald u. a.: Leserbrief Klaus C. Pütter; in: KGSt®-INFO 06/2006 (Kennung 20060328B0180)
  • Literatur/Aufsätze
    » Gerlach, Bodo: Funktionen, Nutzen und Kennzahlen zur Jahresabschlussanalyse aus der Praxis des Kreises Soest.In: Der Landkreis, Heft 8-9/2011, S.355- 357
    » Gnielka, Carmen: Bilanzanalyse als Informations- und Steuerungsinstrument im Neuen Öffentlichen Rechnungswesen. Möglichkeiten und Grenzen erfolgs- und finanzwirtschaftlicher Kennzahlen. Martinroda 2008
    » Hennies, Mark: Bilanzpolitik und Bilanzanalyse im kommunalen Sektor. München 2005
    » Herre, Andrea: Steuerungsorientierte Analyse von kommunalen Bilanzen nach dem neuen Haushaltsrecht. In: Der Gemeindehaushalt, Heft 2/2007, S. 34-40
    » Literatursammlung Jahresabschlussanalyse
    » Magin, Christian: Möglichkeiten und Grenzen der Jahresabschlussanalyse mit Kennzahlen eines kommunalen Haushalts. In: Der Gemeindehaushalt, Heft 9/2006, S. 202-206
    » Matz, Jürgen: Die Analyse kommunaler doppischer Jahresabschlüsse. In: Der Gemeindehaushalt, Heft 9/2007, S. 193-205
    » Owczarzak, Herbert: Kennzahlen für die kommunale Jahresabschlussanalyse. In: Der Gemeindehaushalt, Heft 1/2007, S. 8-12
    » Zeis, Adelheid: Analyse des kommunalen Jahresabschlusses - Instrument zur Ermittlung der dauernden Leistungsfähigkeit. In: ZKF Zeitschrift für Kommunalfinanzen, Heft 7/2007, S. 145-153

Gesamtabschluss

Die Organisation der kommunalen Aufgabenerledigung hat sich in den vergangenen Jahren dahin gehend entwickelt, dass immer mehr Aufgaben aus den Kernverwaltungen heraus auf Beteiligungsunternehmen übertragen wurden. Die Instrumente zur Steuerung der Beteiligungen sind jedoch nicht entsprechend weiterentwickelt worden. Aktueller Stand ist, dass die finanz- und produktorientierte Steuerung der Kommunen überwiegend auf die Kernverwaltung ausgerichtet ist und daneben ein eigenständiges Beteiligungsmanagement existiert. Die in diesem Zusammenhang zu erstellenden Beteiligungsberichte lenken den Blick auf die einzelnen Beteiligungen - eine Gesamtschau auf den „Konzern Kommune" liefern sie jedoch nicht.

Mit der Verankerung des Gesamtabschlusses in den haushaltsrechtlichen Vorschriften soll der Überblick über das wirtschaftliche Gebaren der Kommune unabhängig vom Grad der Ausgliederung sichergestellt und damit die Möglichkeiten zur Gesamtsteuerung ergänzt und verbessert werden (Steuerung auf der Basis konsolidierter Daten). Gemäß Leittext der IMK für eine doppische Gemeindehaushaltsverordnung soll der Konsolidierungsbericht u. a. Angaben über den Stand der kommunalen Aufgabenerfüllung und den Stand der Erfüllung des öffentlichen Zwecks der konsolidierten Organisationseinheiten und Vermögensmassen enthalten.

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  • Literatur/Aufsätze
    » Dörschell, Andreas; Schulte, Jörn; Heck, Christoph: Grundzüge einer NKF-gestützten Gesamtsteuerung für Kommunen in Nordrhein-Westfalen. In: Der Gemeindehaushalt, Heft 1/2007, S. 1-7
    » Franke, Antonius: Konzerneinheitliche Bewertung beim Gesamtabschluss im NKF. In: Der Gemeindehaushalt, Heft 8/2007, S. 181-185
    » Göb, Christian; Averbeck, Holger: Festlegung des Konsolidierungskreises einer Gemeinde für den Gesamtabschluss. Am Beispiel des Rechts in Nordrhein-Westfalen. In: Der Gemeindehaushalt, Heft 4/2009, S. 87-89
    » Grunwald, Ekkehard; Flügge, Jens; Hellenbrand, Andreas: Schrauben am Konsolidierungskreis. Pilotprojekt zum kommunalen Gesamtabschluss in Salzgitter - ein Werkstattbericht. In: Der Neue Kämmerer, Heft 4/2009, S. 11
    » Jantz, Bastian u.a.: Kommunaler Gesamtabschluss - die Gestaltung des "Konzerns Kommune" (Studie), kostenfreier Internet-Download möglich (hier klicken)
    » Lasar, Andreas: Möglichkeiten und Grenzen des Gesamtabschlusses als Informations- und Steuerungsinstrument.In: Der Landkreis, Heft 8-9/2011, S. 335- 339
    » Müller, Stefan; Weller, Niels: Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) und mögliche Änderungen in kommunalen Gesamtabschlüssen sowie Änderungen für Beteiligungsunternehmen. In: Verwaltung und Management, Heft 6/2008, S. 294-299
    » Müller-Marqués, Thomas; Krebs, Uwe (Hrsg.): Der kommunale Gesamtabschluss. Zielsetzung, Grundlagen und Erstellung. Stuttgart 2010
    » Peper, Bernd Heinrich; Weller, Niels: Der kommunale Gesamtabschluss. Konzernbilanzierung, Konsolidierungstechniken. Berlin 2010 (Kommunale Verwaltungssteuerung 5)
  • örtliche Beispiele
    » Stadt Dreieich (40.000 Einwohner): Gesamtabschluss 2008
    » Stadt Frankfurt am Main (670.000 Einwohner): Konsolidierter Gesamtabschluss 2009
    » Freie und Hansestadt Hamburg (1,75 Mio. Einwohner): Konzernabschluss 2009
    » Die Stadt Essen (580.000 Einwohner, NRW) hat in einer Fallstudie Vorschriften erprobt, die im NRW-Pilotprojekt zum Gesamtabschluss entwickelt wurden. Hierzu kann eine ausführliche Darstellung aus dem Internet heruntergeladen werden (hier klicken)
    » Die Stadt Salzgitter (105.000 Einwohner, Niedersachsen) hat im Januar 2010 einen Pilot-Gesamtabschluss zum 31.12.2008 vorgelegt. Im Internet können mehrere Dokumente aufgerufen werden, unter anderem eine Ratsvorlage und eine Gesamtabschlussrichtlinie (hier klicken). Für den Pilotabschluss wurde auf die ausführlichen Darstellungen in (Gesamt-)Anhang und (Gesamt-)Lage- bzw. Rechenschaftsbericht und auf diverse Übersichten verzichtet; die Gesamtbilanz und die Gesamtergebnisrechnung befinden sich in der Ratsvorlage
    » Das Land Nordrhein-Westfalen hat ein Pilotprojekt "NKF-Gesamtabschluss" mit sechs Kommunen durchgeführt. Das Projekt ist auf den Internetseiten des NRW-Innenministeriums mit Informationen und Downloads vertreten (hier klicken).

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