Organisation des Finanzmanagements

Die neuen haushaltsrechtlichen Regelungen enthalten hinsichtlich der Organisation des Finanzmanagements lediglich Rahmen- beziehungsweise Mindestvorschriften, die eine ordnungsmäßige und sichere Abwicklung des Haushalts- und Rechnungswesens gewährleisten sollen. An vielen Stellen der Vorschriften sind die Verwaltungen gehalten, selber organisatorische Entscheidungen und Regelungen zu treffen, die ihren örtlichen Anforderungen entsprechen.

Die Aufgaben des kameralen Haushalts- und Rechnungswesen wurden traditionell von den Ämtern Kämmerei, Kasse und Rechnungsprüfung wahrgenommen, zum Teil auch dezentral von den Fachämtern. In der Kämmerei (und den Fachämtern) war die Haushaltsplanung und -bewirtschaftung angesiedelt, in der Kasse die Buchführung, die Zahlungsabwicklung und das Mahn- und Vollstreckungswesen, und im RPA die Prüfung und - sofern vorgesehen - die Visakontrolle. Rechtliche Grundlagen waren die detaillierten Gemeindehaushalts- und Gemeindekassenverordnungen a. F. sowie örtliche Geschäftsordnungen und Dienstanweisungen.

Ein neues, doppisches Haushalts- und Rechnungswesen kann grundsätzlich auch innerhalb der traditionellen Organisationsstrukturen des Finanzmanagements eingeführt werden. Allerdings sind umfassende materiell-inhaltliche Reformen häufig ein guter Anlass, manche organisatorisch-strukturelle Reform gleich mit anzugehen. So ist es auch bei der Organisation des Finanzmanagements: Mit der Doppik könnte (sollte) eine Überprüfung und gegebenenfalls eine Neuorganisation von Strukturen und Prozessen im Finanzmanagement erfolgen. Die Gründe sind vielfältig und wurden bzw. werden von der KGSt in mehreren Berichten bearbeitet.

Vergleichsdatenbank www.doppikvergleich.de von KGSt und Bertelsmann Stiftung; siehe die Themen

  • Literatur/Aufsätze
    » Gornas, Jürgen: Von der kameralistischen zur doppischen Kasse - Anmerkungen zur Organisation des kaufmännischen Rechnungswesens im NKF. In: KKZ Kommunal-Kassen-Zeitschrift. Nr 1/2004, S. 9 -12
    » Klieve, Lars Martin: Die Rechtsstellung des Kämmerers nach der Einführung des NKF in Nordrhein-Westfalen. In: Der Gemeindehaushalt, Heft 3/2005, S. 49 - 53
    » Ott, Steven: Die Nutzwertanalyse als Instrument zur Bewertung von organisatorischen Gestaltungsalternativen im Neuen Kommunalen Finanzmanagement. In: Der Gemeindehaushalt, Heft 3/2010, S. 56 - 57
    » Sturme, Rolf: Belegfluss in der Verwaltungsdoppik. In: KKZ Nr. 4/2010, S. 86 - 88

... nach oben