Wirkungsorientierte Steuerung

Wirkungsorientierte Steuerung befasst sich mit der Frage, welche Zustände und Befindlichkeiten bei den Empfängern einer Leistung beziehungsweise in ihrem unmittelbaren Umfeld, in der Gesellschaft und in der Umwelt in politisch gewünschter Weise verändert werden sollen, wie dies geschieht und ob entsprechende Ergebnisse im Anschluss an die Leistungserbringung erreicht wurden. Die umgangssprachliche Beschreibung, ob die Leistung ihr eigentliches Ziel erreicht, ist zweifellos unscharf, aber zeigt die richtige Richtung auf.

Wirkung beziehungsweise Wirksamkeit zu erzielen ist für eine Kommunalverwaltung prinzipiell noch bedeutsamer als für eine erwerbswirtschaftlich tätige Unternehmung. Die Sachzielorientierung nach Gemeinde-/Kreisordnung und Fachgesetzen ist dafür maßgebend. Wirkungs- und Outputorientierung sind keine Gegensätze, sondern ergänzen einander. Nach der Wirkung eines Produktes zu fragen und sie zu steuern ist ebenso wichtig wie nach dem Ressourcenverbrauch zu fragen und die Wirtschaftlichkeit zu steuern.

Eine gebräuchliche Unterscheidung hilft bei der Annäherung an das Thema:

  • der Output ist die von der Verwaltung einem Dritten gegenüber erbrachte Leistung (z. B. Schnee- und Glatteisräumung einer Straße in einer Zeitspanne x nach Einsetzen des Schneefalls/der Glatteisbildung)
  • der Effekt ist die unmittelbare, ersichtliche beziehungsweise nachweisbare Auswirkung der Leistungserbringung (die Rutschgefahr auf der Straße verringert sich durch die Leistung der Verwaltung)
  • der Impact ist die subjektive Wirkung beim Leistungsempfänger (der einzelne Bürger fährt sicherer als bei verbleibendem Schnee beziehungsweise Glatteis), zu der das Handeln der Verwaltung maßgeblich beigetragen hat
  • der Outcome ist die mittelbare Wirkung der Leistung der Verwaltung auf die Gesellschaft beziehungsweise die Umwelt (der volkswirtschaftliche Schaden durch Unfälle wird verringert).

Das Beispiel zeigt gleichzeitig die Vielschichtigkeit der Wirkungsdiskussion auf: prinzipiell kann durch vorsichtigeres bzw. langsameres Fahren ein subjektives sicheres und für die Gesellschaft mit weniger Unfallschäden verbundenes Ergebnis erzielt werden. Mit anderen Worten: Von der angestrebten Wirkung auszugehen bedeutet, alternative Leistungen, die zu der Wirkung führen, in den Blick zu nehmen. Wirkungsorientierte Steuerung führt dazu, dass die Produktorientierung zur abhängigen Variable wird. Hierin liegt der kommunalpolitische Gestaltungsbedarf. Wirkungsorientierte Steuerung bedeutet zudem, dem Dialog mit der Zielgruppe bzw. dem Kunden einen besonderen Rang einzuräumen. In der Regel ist die Wirkung im hier geschilderten Sinne nicht ohne mehr oder weniger aktive Beteiligung der Zielgruppe einer kommunalen Leistung zu erreichen.

Praktische Ansatzpunkte zur Klärung der Wirkungsziele bietet die Zielfeldsystematik der KGSt. Insbesondere die Fragen im Zusammenhang mit dem Zielfeld Ergebnisse/Wirkungen sind weiterführend, beispielsweise: Welcher gesellschaftliche beziehungsweise örtliche Zustand soll erreicht werden? Welche Zielgruppe soll angesprochen werden? Was soll für die Zielgruppe oder mit der Zielgruppe erreicht werden? Wie wichtig ist das kommunale Leistungsangebot für diese Zielgruppe und hat die Zielgruppe Alternativen bei der Auswahl des (Dienst-)Leisters? Welche Wünsche und Bedürfnisse der Zielgruppe sind bekannt, welche sollen mit öffentlicher Leistungserstellung erfüllt werden? Eine weitere Grundlage für die Präzisierung von Wirkungszielen sind die fachgesetzlichen Vorgaben; so ist zum Beispiel ein Wirkungsziel gemäß Sozialgesetzbuch II, die Erwerbsfähigkeit einer Person wieder herzustellen. Dieses Ziel kann je nach Einzelfall auf verschiedenen Wegen erreicht werden: Fortbildung, psychosoziale Beratung oder andere Maßnahmen.

Wesentlich ist für die kommunale Praxis, in den Einführungs- und Weiterentwicklungsschritten zum neuen Haushalts- und Rechnungswesen Wirkungsziele, die häufig programmorientiert und produktübergreifend sind, zu berücksichtigen, die Fragen nach angestrebten Wirkungen zu stellen und - soweit praktisch möglich - zu beantworten. Wirkungsziele sind bei hinreichender Operationalisierung in besonderer Weise für eine Darstellung in den Teilergebnishaushalten prädestiniert, weil sie sehr politiknah sind.

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