Ziele und Kennzahlen/Indikatoren

Ziele und Kennzahlen sollen zur Grundlage der Gestaltung von Planung, Steuerung und Erfolgskontrolle des jährlichen Haushalts gemacht werden. In jedem Teilhaushalt sollen die Produktgruppen, die wesentlichen Produkte, die Ziele und Kennzahlen dargestellt bzw. in einer Übersicht jedem Teilhaushalt beigefügt werden.

Das sieht der „Leittext für eine doppische Gemeindehaushaltsverordnung" vor, den die Innenministerkonferenz am 21.11.2003 beschlossen hat.

Zielentwicklung und -operationalisierung sind nicht immer einfach, zumal mit der Präzisierung der Ziele und Überwachung der Zielerreichung nicht nur verwaltungsintern, sondern bei entsprechender Aufmerksamkeit auch im kommunalpolitischen Raum Erfolge und Bedeutung zugewiesen oder Verfehlungen „skandalisiert" werden können. Dem Erarbeitungsprozess und der Aussagekraft der Ziele kommen daher nicht nur eine technische Bedeutung zu. Kommunale Erfahrungen zeigen: Ziele (und Kennzahlen) dürfen nicht isoliert für den Haushalt formuliert werden, der Zusammenhang von strategischen und operativen Zielen ist herzustellen, methodische Unterstützung im Erarbeitungsprozess ist dringend erforderlich. Die Zielfelder der KGSt, darauf bezogene Fragen zur Zielentwicklung, die SMART-Formel und Kennzahlgütekriterien, allesamt in KGSt®-Berichten der letzten Jahre empfohlen, sind hilfreich. Produktkritische Verfahren und Budgetierung sind geeignet, den dezentralen Organisationseinheiten erkennbar Verantwortung im gesamten Entwicklungsprozess und in der wiederkehrenden Haushaltsplanung zu geben.

Kennzahlen dienen dazu, Sachverhalte in konzentrierter Form zu erfassen, insoweit beleuchten sie einen Ausschnitt der Wirklichkeit. Kennzahlen sind besonders aussagekräftig als relative Zahlen (zum Beispiel Kosten pro Fall), aber auch in der Form von Index- oder Gliederungszahlen. Kennzahlen können analytisch verwendet werden, indem durch den Vergleich mehrerer Kennzahlen - zum Beispiel interkommunal - nach Ursachen für Unterschiede und vor allem Verbesserungsmöglichkeiten gefahndet wird. Kennzahlen können ebenso zur Operationalisierung von Zielen Verwendung finden; in diesem Fall erhalten Sie einen Normcharakter. Kennzahlen und Indikatoren sind in der praktischen Anwendung nicht trennscharf, Indikatoren kennzeichnen einen schwächeren Ursache-/Wirkungszusammenhang.

Zeitvergleiche und interkommunale Vergleiche erhalten in den nächsten Jahren mit verstärkter Anwendung des neuen Haushaltsrechts eine nochmals gesteigerte Bedeutung. Der Analyse-, Präsentations- und Kommunikationsfähigkeit kommunaler Führungskräfte kommt damit gesteigerte Bedeutung zu.

Vergleichsdatenbank www.doppikvergleich.de von KGSt und Bertelsmann Stiftung;
siehe das Thema

  • Literatur/Aufsätze
    » Kaplan, Robert S.; Norton, David P.: Balanced Scorecard. Strategien erfolgreich umsetzen. Stuttgart 1997
    » Klieve, Lars Martin; Knirsch, Hanspeter: Ziele und Kennzahlen im NKF. In: Die Verwaltungsrundschau. Heft 7/2010, S. 217 - 222
    » Mühlenkamp, Holger; Glöckner, Andreas: Rechtsvergleich Doppik - Kommunales Haushalts- und Rechnungswesen, Kapitel 2: Planung. 2008
    » Pippke, Wolfgang.: Zielvereinbarungen. In: Verwaltung und Management. Heft 5/1997, S. 290-294
    » Schwarting, Gunnar: Ziele und Kennzahlen - zwischen Steuerung und Aufwand -. In: Der Gemeindehaushalt. Nr.12/2010, S.277 - 279
    » Schroeder, Bernd: Kommunales Benchmarking der schleswig-holsteinischen Kreise. In: Der Landkreis, Heft 8-9/2011, S. 340-343
  • Links
    » Berliner Manifest zum öffentlichen Haushalts- und Rechnungswesen in Deutschland. Mehr Transparenz, Effektivität und Effizienz in Politik und Verwaltungen durch ein einheitliches doppisches Haushalts- und Rechnungswesen, Prof. Dr. Dr. h.c. Dietrich Budäus (siehe hier insbes. These 7)

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