Kindertageseinrichtungen
Durch den Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz hat die Bedeutung der öffentlichen Kindertagesbetreuung stetig zugenommen. Tageseinrichtungen für Kinder sind in nur wenigen Jahren zu einem selbstverständlichen Bestandteil kindlicher Sozialisation geworden - und das mit wachsender Bedeutung.
Die KGSt hat sich im KGSt®-Bericht 2/2001 gutachtlich mit dem Thema „Kommunales Qualitätsmanagement von Bildung, Erziehung und Betreuung in Tageseinrichtungen für Kinder" beschäftigt. Folgende zentrale Aussagen enthält der KGSt®-Bericht:
- Qualitätsmanagement von Tageseinrichtungen für Kinder ist die systematische und kontinuierliche Planung, Lenkung, Sicherung und Verbesserung der Qualität des Leistungsangebotes. Dabei werden die Qualität des Leistungsangebotes sowie die erforderlichen Prozesse und Strukturen konsequent am Nutzen für Kinder und Eltern sowie einer bestmöglichen Kosten-Nutzen-Relation ausgerichtet (vgl. Kapitel 1.2).
- Die §§ 3 (2) und 79 (1) KJHG begründen für die Kommunen bzw. die Jugendämter als Träger der öffentlichen Jugendhilfe die Leistungsverpflichtung sowie die Gesamtverantwortung für bedarfsgerechte und qualitätsorientierte Leistungen der Jugendhilfe (vgl. Kapitel 2). Um diese Verantwortung zu gewährleisten, muss das Jugendamt im Rahmen strategischer Vorgaben der Verwaltungsführung:
- als Träger von Tageseinrichtungen für Kinder Qualität in den eigenen Einrichtungen einrichtungsübergreifend entwickeln (einrichtungsübergreifendes QM)
- als Jugendhilfeträger die Qualität von Kindertagesstätten trägerübergreifend sichern (trägerübergreifendes QM). Dabei ist die Selbständigkeit der freien Jugendhilfe in Zielsetzung und Durchführung ihrer Aufgaben sowie in der Gestaltung ihrer Organisationstruktur zu achten.
- Es besteht eine Vielfalt von Qualitätsmanagementkonzepten. Um den Kommunen eine schnelle Orientierung zu erleichtern, gibt der Bericht in Kapitel 3 einen tabellarischen Überblick über die gängigsten QM-Systeme. In der Anlage 1 sind die QM-Modelle der an der KGSt-Arbeitsgruppe beteiligten Kommunen aufgeführt.
- Vier Zielfelder liefern die wesentlichen "Steuerungslinien" für das Qualitätsmanagement von Tageseinrichtungen für Kinder und tragen zur Ordnung eines Systems von Qualitätsdimensionen und -indikatoren bei:
- Ergebnisse/Wirkungen (Outcome),
- Programme/Produkte (Output),
- Prozesse & Strukturen (Throughput),
- Ressourcen (Input).
- Der Fokus von Qualitätsmanagement lässt sich auf den gesamten Leistungserstellungsprozess richten, insbesondere auf die Qualität von Ergebnissen und Wirkungen.
- Die Integration des Qualitätsmanagements von Tageseinrichtungen für Kinder in das Gesamtsystem "Steuerung der Kommunalverwaltung" wird erleichtert.
Zu beachten ist dabei: Die Festlegung von Qualitätsstandards ist von örtlichen Gegebenheiten (z. B. Finanzausstattung) abhängig. Die KGSt empfiehlt deshalb keine Standards, sondern bietet lediglich eine Systematik zur Messung von Qualität.
- Der Bericht schließt in Kapitel 5 mit der Beschreibung der Bausteine des Qualitätsmanagementprozesses.
- KGSt®-Arbeitsergebnisse
» Kommunales Qualitätsmanagement von Bildung, Erziehung und Betreuung in Tageseinrichtungen für Kinder (B 2/2001)
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