Kultur

Eine Reihe von Städten und Kreisen haben bereits Profil und Struktur ihrer kulturellen Institutionen überprüft und die vorhandenen Leistungsschwerpunkte angepasst. Die vermehrte Gründung von Kulturbetrieben, Kulturbüros und Fachbereichen ist dafür sichtbarer Ausdruck.

In der öffentlichen Diskussion gewinnen Fragen nach Standards und Qualitäten in der kommunalen Kulturarbeit zunehmend an Gewicht: Ist die eigene Kulturarbeit „gut" oder „schlecht"? Stehen Kosten und Zuschuss in einem kulturpolitisch vertretbaren Verhältnis zum Nutzen? Werden die Interessen der Bürgerinnen und Bürger bzw. des Publikums hinsichtlich Breite und Vielfalt des Kulturangebotes berücksichtigt? Durch welche internen Steuerungsinstrumente kann die Effizienz der Kultureinrichtungen verbessert werden?

Für die kommunale Kulturarbeit liegt in der Regel kein „belastbares" schriftliches Konzept vor. Sie ist das Ergebnis eines kontinuierlichen Aushandlungsprozesses zwischen der Verwaltung und der Politik, bei dem die örtlichen Gegebenheiten (wie kulturelle Traditionen, Infrastruktur, Veranstaltungs- und Förderprioritäten) ebenso wie individuelle Faktoren die entscheidende Rolle spielen. Ein Reihe von Kommunen hat diese kulturellen Prozesse sowie die kulturelle Topografie durch Kulturentwicklungspläne dokumentiert und strukturiert.

Eine Besonderheit kommunaler Kulturarbeit ist, dass lediglich die unmittelbaren Ergebnisse kultureller Dienstleistungen in der Regel kurzfristig erkennbar sind, die künstlerisch/ästhetischen Wirkungen der Kulturarbeit meist erst mittel- bzw. langfristig sichtbar werden. Die Folgen künstlerischer Produktionen und kultureller Bildungsangebote ebenso wie deren Abbau oder ein einseitiges Angebot (nur Mainstream und Event-Kultur, keine Experimente, kein kontinuierlicher Aufbau) auf die Bürgerschaft, das soziale Gefüge, die Urbanität und letztlich auch den Wirtschaftsstandort zeigen sich erst in langen Zeiträumen (meist länger als Wahlperioden). Dies macht die Qualitätsbestimmung und -messung der Wirkungen kultureller Produkte schwieriger als in vielen anderen kommunalen Bereichen.

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