Kontrahierungszwang
Dem Wettbewerb muss eine Phase des Kontrahierungszwangs vorausgehen. Denn wird ein Interner Dienstleister ohne Optimierungschance in den Wettbewerb zum Markt gestellt und den internen Auftraggebern die Wahl zwischen Internem Dienstleister und gewerblichem Anbieter uneingeschränkt eröffnet, werden mögliche Vorteile unter Umständen vorschnell preisgegeben sowie Rationalisierungspotenziale nicht erkannt und ausgeschöpft.
Natürlich lohnen sich Investitionen und Maßnahmen zur Optimierung nur dort, wo auch realistische Chancen zur Herstellung von Konkurrenzfähigkeit bestehen. Dies zu erkennen und für das eigene Leistungsportfolio zu prognostizieren, erfordert eine Phase, in der die internen Auftraggeber zwar vergleichen können und sollen, aber noch nicht am Markt beschaffen dürfen. Eine solche Phase eines Kontrahierungszwangs zugunsten der Internen Dienstleister dient also auch den Interessen der Auftraggeber: Nur so kann die wirklich wirtschaftlichste Leistungserbringung unter Ausnutzung aller Optimierungschancen identifiziert werden!
Der Interne Dienstleister hat also die Chance, sich fit für den Wettbewerb zu machen, indem er
- seine Kosten- und Erlössituation vor dem Hintergrund marktlicher Vergleiche analysiert,
- sich mit den Bedarfen seiner internen Kunden auseinander setzt,
- seine Leistungen optimiert,
- nicht konkurrenzfähige Leistungen identifiziert und nicht weiter anbietet.
Nutzt er diese Chance allerdings nicht, wird nach der Phase des Kontrahierungszwangs sehr schnell die Reaktion der internen Kunden einsetzen:
Im Bestreben, ihrerseits Kosten zu reduzieren werden sie vermehrt Leistungen am Markt vergeben. Dem Internen Dienstleister brechen Aufträge und damit Erlöse weg, er ist gezwungen, zu reagieren und spätestens jetzt zu optimieren oder die entsprechenden Leistungsbereiche herunter zu fahren.
- KGSt®-Arbeitsergebnisse
» Vergleichen - Lernen - Handeln. Ergebnisse aus 10 Jahren Vergleichsringarbeit des IKO-Netzes der KGSt (Bericht 10/2006)
» Kommunen im Wettbewerb. Wettbewerb gestalten, Leistungen verbessern (Materialien 1/2003)
» Neuausrichtung interner Dienstleistungen und Dienstleister (Bericht 7/2002)
» Optimierungspotenziale im Baubetriebshof. Qualität und Kosten (Bericht 4/2002)
» Arbeit mit Kennzahlen. Teil 2: Empfehlungen für die Praxis (Bericht 5/2001)
» Kommunale Leistungen im Wettbewerb. Leistungsvergleich, Markttest und Vergabeverfahren (Bericht 12/2000)


