Strategische Ausrichtung
Da die angespannte kommunale Finanzlage bislang der Hauptgrund für die restriktive Personalpolitik in den Kommunen ist, und die aktuelle weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise wenig Anlass zum Optimismus gibt, ist eine grundsätzliche Kehrtwendung der restriktiven Personalpolitik für die Mehrheit der Kommunen mittelfristig eher unwahrscheinlich.
Obgleich es vereinzelt Kommunen gibt, die trotz der schwierigen Haushaltslage Neueinstellungen und eine Verstärkung der Ausbildungskapazitäten vornehmen, ist zu vermuten, dass es insgesamt eher noch zu einer Verschärfung der Situation kommt. Der Spardruck führt, trotz Konjunkturpaket II, in vielen Kommunen zum Wegfall von Neueinstellungen und zum haushaltsmäßigen Abschöpfen der altersbedingten Fluktuation, ohne dass diese produktkritisch unterlegt wären.
Die demografische Entwicklung durch eine sofort einsetzende quantitative Gegensteuerung zu meistern, indem in der Mehrzahl der Kommunen Neueinstellungen im großen Ausmaß erfolgen und weit über den eigenen Bedarf ausgebildet wird, wird aufgrund der Finanzmisere, der Abnahme der jungen Bevölkerung und des sich abzeichnenden Mangels an Fach - und Führungskräften vermutlich nur in einem geringen Umfang möglich sein.
Das bedeutet, dass die Managementperspektiven darin bestehen müssen
- vor allem eine qualitative Gegensteuerung innerhalb der kommunalen Personalkörper zu erreichen. Damit sind alle Instrumente und Maßnahmen gemeint, die dazu beitragen, die bereits vorhandenen Potenziale bei den Beschäftigten so effektiv und effizient wie möglich einzusetzen und
- parallel dazu, im Rahmen der jeweiligen finanziellen Möglichkeiten, eine quantitative Gegensteuerung vorzunehmen: Also sowohl mehr Neueinstellungen vorzunehmen als auch für den mittelfristigen Bedarf auszubilden.
- KGSt®-Arbeitsergebnisse
» Der demografische Wandel in Kommunalverwaltungen. Strategische Ausrichtung und Handlungsansätze des Personalmanagements (Bericht 3/2010)


