Anforderungen an Fortbildungen

Soll Steuerung über Leistungsdifferenzierung stattfinden, ist es Teil der Aufgabe von Führungskräften, die Leistungen der Mitarbeiter zu bewerten und auf dieser Grundlage weitere Entscheidungen zu treffen. Ebenso ist es ihre Aufgabe, gemeinsam mit ihren Mitarbeitern deren Personalentwicklung voranzutreiben, um den sich ändernden Aufgaben und Herausforderungen gerecht zu werden.

Der Paradigmenwechsel hin zur Leistungsdifferenzierung kann nur gelingen, wenn die interne und externe Fortbildung einen noch größeren Stellenwert erhält. Sowohl Führungskräfte als auch Mitarbeiter benötigen qualifizierte Unterstützung, um die dazu notwendigen Kommunikationsprozesse angemessen bewältigen zu können. Diese Unterstützung muss im Rahmen der Personalentwicklung insbesondere in Form von Workshops und Seminaren geschehen. Dabei muss im Mittelpunkt stehen, wie die jeweiligen Beteiligten in den dazu notwendigen Gesprächen (Mitarbeitergespräch, Zielvereinbarungsgespräch, Beurteilungsgespräch) angemessen agieren können. Dies gelingt in einer Verwaltung um so erfolgreicher, je professioneller die Fortbildung insgesamt ist. Um professionellen Ansprüchen genügen zu können, muss kommunale Fortbildung stärker als in der Vergangenheit

  • sich an den strategischen Zielen der Gesamtkommune ausrichten,
  • systematische Fortbildungsbedarfserhebungen sowohl bei den Führungskräften als auch bei den Mitarbeitern durchführen,
  • die Vermittlung von Schlüsselqualifikationen für Führungskräfte zu Pflichtveranstaltungen zu machen, deren Nichtwahrnehmung eine Arbeitsverweigerung darstellt,
  • zielgruppenspezifische Angebote entwickeln bzw. finden,
  • kontinuierlich evaluieren, ob die angestrebten Ziele erreicht wurden,
  • sich als Teil der gesamten Personalentwicklung verstehen und somit auf lebenslanges Lernen ausgerichtet sein, und
  • den Veränderungen in der Laufbahnstruktur mit flexiblen Angeboten begegnen.

Im Rahmen ihrer Personalentwicklungsfunktion müssen Führungskräfte die Fortbildung ihrer Mitarbeiter gezielter und konsequenter angehen, indem sie:

  • im Rahmen des Mitarbeitergesprächs bzw. im Qualifizierungsgespräch besprechen, wer aus welchem Grund an welcher Fortbildungsmaßnahme teilnimmt,
  • nach Beendigung einer Fortbildungsmaßnahme den betreffenden Mitarbeiter bitten, im Kollegenkreis über die Inhalte zu berichten,
  • nach den Konsequenzen fragen, die sich daraus für den betreffenden Mitarbeiter und möglicherweise für die Organisationseinheit ergeben und
  • ihre Erfahrungen bei der nächsten Bedarfsermittlung einbringen und an die innerbetriebliche Fortbildung weiterleiten.

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