Hochbau und Bauunterhaltung
Gebäude verursachen Kosten, sowohl beim Bau als auch bei der späteren Bauunterhaltung.
Nicht allein die Frage, ob und wie eine Baumaßnahme finanzierbar ist, ist entscheidend, sondern vielmehr, ob die daraus Jahr für Jahr zwangsläufig folgenden Instandhaltungs- und Bewirtschaftungsmittel aufgebracht werden können!
Durch geeignetes Projektmanagement ist für eine reibungslose und planungsgemäße Durchführung zu sorgen. Doch die Weichen für wirtschaftliches Bauen und die Einhaltung der Kosten- und Projektplanungen werden schon lange vor dem ersten Spatenstich gestellt. Die Begleitung von Bauplanungen, Koordinierung von Maßnahmen und ihrer Projektabläufe, Steuerung der investiven Mittel sind einige der wesentlichen Eckpunkte eines modernen Bauinvestitionscontrollings, wie es die KGSt empfiehlt. Es stellt Transparenz über die jeweiligen Projektstände her, lässt Risiken frühzeitig erkennen und ermöglicht so Kommunen, ungeplante und kostspielige Nachträge weitgehend zu vermeiden.
Wurden früher Bauunterhaltungskosten oft als „Eh-da"-Kosten, weil unvermeidbar, angesehen, so rücken sie heute zunehmend in den Blick. Sei es, weil sich Versäumnisse in Form eines erkannten Sanierungsstaus zeigen oder in schlimmen Fällen durch marode Bausubstanz erkennbar sind. Bereits 1984 empfahl die KGSt einen auf den Gebäudebestand zu beziehenden pauschalen Ansatz, der jährlich für den Bauunterhalt bereitgestellt werden sollte. Diese Empfehlung gilt nach wie vor, denn unterlassener Bauunterhalt führt in der Folge meist zu noch teureren Reparaturen!
Die KGSt hat dazu als aktuelle Publikation den Bericht "Instandhaltung kommunaler Gebäude" (B 7/2009) veröffentlicht.
Zukunftsweisend muss für Kommunen eine Verknüpfung der beiden Blickwinkel Neubau und Unterhalt sein. Neubau einerseits und die daraus folgenden Kosten andererseits müssen schon im Planungsstadium verbunden werden. Baualternativen sind nicht nur im Hinblick auf unterschiedliche Herstellungskosten, sondern auch hinsichtlich ihrer späteren Unterhaltungskosten zu analysieren. Investitionsentscheidung sollten in Kenntnis und unter Absicherung der Folgekosten getroffen werden (Lebenszyklusbetrachtung). Nur so können Belastungen in den nachfolgenden Haushalten gesteuert und intergenerative Gerechtigkeit gefördert werden.
- KGSt®-Arbeitsergebnisse
» Instandhaltung kommunaler Gebäude. Budgets ermitteln und Aufwand für Folgejahre planen (B 7/2009)
» Bauinvestitionscontrolling. Baukosten einhalten und wirtschaftlich bauen (Bericht 3/2008)
» Rückstellungen für unterlassene Instandhaltungen im neuen Haushalts- und Rechnungswesen (Bericht 9/2005)
» Hochbauunterhaltung. Richtwerte und Gestaltungsvorschläge zur Mittelbemessung, Maßnahmenplanung und Mittelbereitstellung (Bericht 9/1984)



