Baubetriebshof
Sämtliche Optimierungsüberlegungen bei der Unterhaltung und Pflege öffentlicher Infrastruktur (Straßen, Wege, Plätze, Grünanlagen, Müllabfuhr u. a.) und Immobilien liegt eine Prämisse zugrunde:
Neben der Effektivität muss die Wirtschaftlichkeit in der Aufgabenerfüllung oberste Richtschnur des Handelns in der Kommune sein!
In vielen Kommunen wurden daher diese manuellen Dienstleistungen bereits in Baubetriebshöfen zusammengeführt. Leistungen werden im Rahmen von Auftraggeber- und Auftragnehmerbeziehungen erbracht und anschließend verrechnet.
Die Vorteile:
- Synergien werden erzielt,
- Personal- wie auch Maschinen-/Geräte- und Fahrzeugpotenziale werden besser ausgenutzt,
- Transparenz über Leistungen, Kosten und Qualitäten entsteht,
- Kostenbewusstsein bei Auftraggebern und dem Baubetriebshof als Auftragnehmer wird geschärft,
- betriebswirtschaftliches Denken und Handeln wird verstärkt.
Die Einrichtung eines Baubetriebshofs stellt zudem die Implementierung des Wettbewerbsgedankens in die Praxis dar. Er ist Grundlage erfolgreichen Wirtschaftens und eines der wesentlichen Merkmale des Neuen Steuerungsmodells. In diesem Zusammenhang werden z. B. auch Privatisierung und Outsourcing diskutiert. Es kann aber weder darum gehen, Privatisierung als Allheilmittel zu betrachten noch eine Bestandsgarantie für den Baubetriebshof zu schaffen. Das Ziel muss vielmehr sein, den Wettbewerb zu nutzen, um die Pflege und Unterhaltung öffentlicher Infrastruktur wirtschaftlich und nach gewünschter Qualität zu gestalten. Es gilt, permanent die eigenen Potenziale zur Pflege öffentlicher Infrastruktur zu prüfen und dort, wo es wirtschaftlich sinnvoll ist, auf den bestmöglichen Stand zu bringen. Erst wenn die betreffenden Produkte von anderen Anbietern besser oder preiswerter erstellt werden können, sollte Outsourcing betrieben werden.
Bei Vergleichen stehen oft die Kosten im Vordergrund. Sie dürfen aber nicht ohne die dahinter stehende Qualität gesehen werden. Eine Gegenüberstellung ist nur unter Abwägung beider Blickwinkel zugleich sinnvoll.
Der Baubetriebshof muss sich in diesem Feld positionieren, indem er seine Leistung kostenmäßig und qualitativ optimiert. Wird er ohne diese Optimierungschance in den Wettbewerb gestellt, werden mögliche Vorteile unter Umständen vorschnell preisgegeben sowie Rationalisierungspotenziale nicht erkannt und ausgeschöpft. Dies bedeutet, dass dem Wettbewerb eine Phase des Kontrahierungszwangs vorausgehen muss, den der Baubetriebshof zur eigenen Optimierung bzw. Auflösung nicht wettbewerbsfähiger Bereiche nutzen muss.
- KGSt®-Arbeitsergebnisse
» Marktorientiert steuern statt traditionell konsolidieren. Positive Erfahrungen aus der Landeshauptstadt Dresden (Materialien 1/2009)
» Optimierungspotenziale im Baubetriebshof II. Leistungszukauf am Markt und Interkommunale Zusammenarbeit (Bericht 1/2007)
» Optimierungspotenziale im Baubetriebshof. Qualität und Kosten steuern (Bericht 4/2002)
Ansprechpartner
Veranstaltungen
17.-18.09.2012, Münster
4. Baubetriebshoftag
15.10.2012, Bonn
Modernes Management im Baubetriebshof: Kalkulation und interne Leistungsverrechnung



