Public Leadership - Wir verbinden Werte der Gesellschaft
Public Leadership wird - meist im Kontext von Good Governance - mit den Werten verknüpft, die Führungskräfte durch ihre Arbeit erreichen wollen. Diese Wertediskussion im öffentlichen Bereich wird mittlerweile weltweit geführt. Diskutiert wird, welche Anforderungen sich daraus für die Ethik und die Verantwortung der Akteure (auf allen staatlichen Ebenen) ergeben (sollen).
Die Auseinandersetzung mit dem Thema Public Leadership hat in den Kommunen erst begonnen. Die KGSt wird die Diskussion weiter vorantreiben. Dabei stellen sich für kommunale Führungskräfte folgende Fragen:
- Nach welchem Wertesystem müssen Führungskräfte im öffentlichen Dienst handeln, wenn sie konsequent gemeinwohlorientiert und damit wertschöpfend agieren?
- Inwieweit verändert sich dadurch das Anforderungsprofil für kommunale Führungskräfte?
- Welche Führungsinstrumente machen Public Leadership aus?
Public Leadership ist mehr als eine spezifische Variante des „Führens im öffentlichen Dienst"! Der Begriff ist Teil der Vorstellungen eines Public Corporate Governance Konzeptes, das als „die Qualität der Zusammenarbeit und Entscheidungsfindung zwischen staatlichen und gesellschaftlichen Gruppen in Angelegenheiten von öffentlichem Interesse" beschrieben werden kann.
Es geht also um Führung auf allen staatlichen Ebenen, die bestimmte Gütemerkmale aufweist. Diese Gütemerkmale beziehen sich zum einen auf die Wirkungen für das Gemeinwohl und zum anderen auf die Werte, die Führungskräfte mit und durch ihre Arbeit erreichen wollen. Diese Wertediskussion im öffentlichen Bereich wird mittlerweile weltweit geführt. Diskutiert wird, welche Anforderungen sich daraus für die Ethik und die Verantwortung der Akteure ergeben (sollen).
Anhaltspunkte hierzu können die Grundsätze liefern, die im Weißbuch der Europäischen Kommission von 2001 niedergelegt sind und in einem (noch nicht vorhandenen) Public Corporate Governance Kodex ihren Niederschlag finden müssten.
- „Offenheit und Verständlichkeit um die Vertrauensbildung zu stärken,
- Partizipation, um die verstärkte Teilhabe für eine breite Akzeptanz und damit einer besseren Umsetzung zu sorgen.
- Verantwortlichkeit und klare Rollenverteilung zwischen den Institutionen und privaten Einrichtungen,
- Effektivität auf der Grundlage präziser Ziele, Folgenabschätzungen und Evaluierung sowie
- Kohärenz zwischen den politischen Botschaften und den konkreten Antworten."
Ein großer Teil der von Führungskräften im öffentlichen Sektor erwarteten Fähigkeiten und Verhaltensweisen kreist um die Schlüsselkompetenz Kommunikationsfähigkeit. Erfolgreiche Public Leader sehen die Chancen, die durch eine systematische, wertschätzende Kommunikation eröffnet werden können. Dazu benötigen insbesondere weniger erfahrene Führungskräfte vielfältige Unterstützungen wie z. B. kollegiale Beratung, Netzwerke, Mentorensysteme und Coaching.
Kommunen, denen es nicht nur um die Effektivität und die Effizienz ihrer Arbeit geht, sondern auch um bürgerzentrierte, partnerschaftliche Lösungen öffentlicher Aufgaben, brauchen Führungskräfte, für die Ethik und Verantwortung erstrebenswerte Werte sind. Einige Unternehmen haben das bereits erkannt.


