Rechnungswesen und Doppik

Das neue Rechnungswesen integriert unterschiedliche Rechnungsmodule zu einem Gesamtsystem:

  • Die Ergebnisrechnung als Zeitraumrechnung erfasst mit Ertrag und Aufwand das Ressourcenaufkommen und den Ressourcenverbrauch. Für den Haushaltsausgleich ist eine ausgeglichene Ergebnisrechnung entscheidend, sie sagt viel über die intergenerative Gerechtigkeit des Haushaltsgebarens einer Kommune.
  • Die Bilanz (Vermögensrechnung) gibt die Vermögenssituation einer Kommune zum Stichtag wieder. Sie beruht auf einer tatsächlichen Bestandsaufnahme (Inventur) der Vermögenswerte und Schulden. Die Inventurergebnisse werden in einem ausführlichen Bestandsverzeichnis (Inventar) sortiert, bewertet und einzeln nach Art, Menge und Wert dargestellt, und zwar in der so genannten Staffelform. Eine Bilanz ist die übersichtliche Zusammenfassung der Aktiva, der Passiva und des Ergebnisses.
  • Die Finanzrechnung enthält alle Einzahlungen und Auszahlungen einer Periode. In der Privatwirtschaft ist die Finanzrechnung kein eigenständiger Bestandteil des Rechnungswesens, sondern ein unternehmensinternes Instrument zur Liquiditätsplanung. Für die öffentliche Rechnungslegung war die Notwendigkeit einer Finanzrechnung lange umstritten. Ihren Wert hat sie allerdings in Form des Finanzhaushalts, der neben den geplanten Einzahlungen und Auszahlungen aus laufender Verwaltungstätigkeit und aus Finanztätigkeit auch die Einzahlungen und Auszahlungen für Investitionen enthält und damit eine wichtige Rolle bei den Haushaltsplanberatungen spielt.

Im neuen Rechnungswesen verändert sich auch der Buchungsstil. Mit der doppelten Buchführung wird jeder Geschäftsvorfall zweimal verbucht. Damit ist eine Kontrollfunktion unmittelbar in die laufende Buchführung eingebaut. Außerdem erlaubt die doppelte Buchführung, das Jahresergebnis auf zwei Arten zu ermitteln: durch den Vergleich von Ertrag und Aufwand in der Ergebnisrechnung und durch den Vergleich der Anfangs- und Schlussbestände in der Vermögensrechnung.