Beteiligungsmanagement

Die Erledigung öffentlicher Aufgaben außerhalb der Kernverwaltung hat in den vergangen Jahrzehnten zunehmend an Bedeutung gewonnen und stellt heute in der kommunalen Welt einen nicht mehr wegzudenkenden Faktor dar.

Die Gründung von Beteiligungen in Rechtsformen des öffentlichen wie des privaten Rechts, Kooperationen mit (privaten) Dritten sowie die materielle Privatisierung stehen im Mittelpunkt der Aktivitäten zur Auslagerung von kommunalen Dienstleistungen. Die Entscheidungen werden regelmäßig damit begründet, dass die Leistungserstellung in kommunalen Beteiligungen unterschiedlichster Ausgestaltung oder durch (private) Dritte mit Effizienzsteigerungen verbunden ist. Gelegentlich wird auch auf Potenziale zur Verbesserung der Leistungsqualität verwiesen.
Vor allem in größeren Städten ist der Auslagerungsprozess bereits weit fortgeschritten: Mittlerweile ist die Mitarbeiterzahl in den Beteiligungen einzelner Kommunen ebenso groß wie oder sogar größer als in der Kommune. Auch die Zahlungsströme der Beteiligungen können sich hinsichtlich ihrer Größenordnung vielfach mit den kommunalen Haushalten messen. An ca. 40 Prozent aller kommunalen Betriebe sind Private beteiligt.

In dieser Situation kann kommunales Handeln zu Steuerungs- und Transparenzverlusten führen und den politisch Verantwortlichen die Wahrnehmung von Führungs- und Lenkungsaufgaben erschweren. Gleichwohl sind die Kommunen aus Ihrer Eigentümerstellung heraus und aus ihrer Verantwortung für die Einheit der örtlichen Politik für die Steuerung und Kontrolle der ausgegründeten Einheiten und für die Gewährleistung der dort zu erbringenden Leistungen weiterhin verantwortlich.

Demgemäß kommt dem Beteiligungsmanagement als zielorientierte und abgestimmte Steuerung aller zum "Konzern Kommune" gehörenden betrieblichen Einheiten eine hohe Bedeutung zu. Dabei ist auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen der (gewollten) Selbstständigkeit der Beteiligungen einerseits und der Sicherstellung von Eingriffs- und Kontrollmöglichkeiten durch die Kommune andererseits zu achten.

Die KGSt widmet sich bereits seit den 1980'er Jahren dem Beteiligungsmanagement, seinen Instrumenten und Institutionalisierungsmöglichkeiten und hat hierzu ein Handbuch erarbeitet.

Siehe auch Beteiligungscontrolling.

Ansprechpartner