Leistungsdifferenzierung

Leistungsdifferenzierung kann - insbesondere wenn sie über Ziele und Zielvereinbarungen genutzt wird - erheblich dazu beitragen,

  • das Verwaltungshandeln zu steuern,
  • eine Konzentration auf Ergebnisse zu erreichen,
  • Synergien in und zwischen Organisationseinheiten zu fördern,
  • durch die vorhergehende Abstimmung und Diskussionen eine Akzeptanz der Ziele zu erreichen und
  • die Möglichkeit zu stärken, den individuellen Handlungs- und Entscheidungsrahmen der Mitarbeiter stärker auszufüllen.

Dabei ist es Teil der Führungsaufgabe, die Leistungen der Mitarbeiter zu bewerten und auf dieser Grundlage weitere Entscheidungen zu treffen.

Diese durchaus herausfordernde Führungsaufgabe wird in den Kommunalverwaltungen bislang unterschiedlich intensiv wahrgenommen. In den vergangenen 15 Jahren wurde zudem von vielen Praktikern z. B. beklagt, dass es oft nicht möglich war, Leistungsträger explizit zu belohnen. Viele sahen in den eingeschränkten Möglichkeiten zur Leistungsdifferenzierung die Ursache für die Schwierigkeiten bei der Umsetzung einer wettbewerbsorientierten Verwaltungsreform.

Hierzu bieten nun die Instrumente des TVöD/VKA über Leistungsentgelt, leistungsabhängige Bewegungen in den Entgeltstufen und Führung auf Probe/Zeit neue Chancen. Mit ihrer Einführung haben die Tarifpartner einen Paradigmenwechsel hin zu mehr Flexibilität, mehr Leistungs- und Erfolgsorientierung und damit auch zu mehr Effektivität und Effizienz in den Kommunal- und Bundesverwaltungen ermöglicht. Die für den TVöD genannten übergreifenden Ziele sind Bestandteile der Philosophie des Neuen Steuerungsmodells und bauen damit auf bisher erreichten Reformschritten auf.

Zugleich erhöhen die neuen Möglichkeiten die Anforderungen an die Führungskräfte: denn sie müssen, wenn sie darüber entscheiden, ob z. B. ein Mitarbeiter ein Leistungsentgelt oder einen verkürzten Stufenaufstieg erhält, dazu bereit und in der Lage sein, die Leistung ihrer Mitarbeiter valide einzuordnen. Die Erfahrungen der letzten drei Jahre zeigen, dass dies vielen Führungskräften schwerfällt. Die Leistungsdifferenzierung entpuppt sich als ein Tabuthema öffentlicher Verwaltungen. Umso notwendiger sind verpflichtende Führungsqualifizierungen.

Weiterführende Themen:

  • Leistungsdifferenzierung im TVöD
  • Rolle von Zielen und Zielvereinbarungen
  • Beurteilungssystem und Leistungsdifferenzierung
  • Anforderungen an Fortbildung