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Aktive Mobilität im Alter fördern

Eine Arbeitshilfe für ressortübergreifende Zusammenarbeit
in Klein- und Mittelstädten

Ein Beitrag von Tanja Brüchert, Paula Quentin, Sabine Baumgart, Karsten Zimmermann und Gabriele Bolte.

Bewegung ist wichtig für gesundes Altern. Ein Wohnumfeld, das auf die Bedürfnisse von Menschen mit Einschränkungen ausgerichtet ist, ermöglicht es, Wege häufiger zu Fuß oder mit dem Rad zurückzulegen.

Akteuren der kommunalen Verwaltung kommt in der Gestaltung dieser Wohnumfelder eine wichtige Rolle zu. Die Arbeitshilfe "Aktive Mobilität im Alter fördern" unterstützt dabei, die Themen Bewegungsförderung und alternsgerechte Kommunalentwicklung in Planungsprozesse und Verwaltungsroutinen zu integrieren. Dadurch sollen Städte und Gemeinden zu lebenswerten Orten werden, die es den Bewohnerinnen und Bewohnern ermöglichen, in jedem Alter gesund, aktiv und selbstbestimmt zu leben.

Entscheidend ist die Zusammenarbeit verschiedener Sektoren. Die Arbeitshilfe unterstützt in allen Phasen eines Planungsprozesses: von der Bedarfsanalyse und Beteiligung der Bevölkerung über die Planung und Umsetzung bis zur Evaluation. Für jede dieser Phasen sind Möglichkeiten der Einflussnahme durch den Öffentlichen Gesundheitsdienst und die kommunale Planungs- und Bauverwaltung beschrieben.

Im Abschnitt zu potentiellen Maßnahmen werden drei wesentliche Handlungsfelder für die Förderung aktiver Mobilität im Alter unterschieden:

  • (Halb-) öffentliche Räume multifunktional gestalten und ausstatten
  • Aktive Mobilität auf Alltagswegen priorisieren
  • Erreichbarkeit von Alltagszielen durch Siedlungsentwicklung gewährleisten

Es werden Handlungsspielräume in bestehenden Planungsprozessen, z. B. in der Bauleitplanung sowie bei Sanierungsmaßnahmen im Bestand, im Stadtumbau oder im Rahmen der Sozialen Stadt aufgezeigt. Es ist außerdem angegeben, welche Partner jenseits von Öffentlichem Gesundheitsdienst und kommunaler Planungs- und Bauverwaltung bei der Planung und Umsetzung von Maßnahmen unterstützen können.

Die empfohlenen Maßnahmen müssen jeweils an die örtliche Situation angepasst werden.

Hintergrund

Die Arbeitshilfe ist im Rahmen des Forschungsprojekts "Alternd zu Fuß oder mit Fahrrad: urban mobil ohne Stress" (AFOOT) entstanden. Das gemeinsame Projekt der Abteilung Sozialepidemiologie des Instituts für Public Health und Pflegeforschung der Universität Bremen und des Fachgebiets für Stadt- und Regionalplanung der Fakultät Raumplanung der Technischen Universität Dortmund wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert (Förderkennzeichen 01EL1822B und 01EL1822G) und ist Teil des Präventionsforschungsnetzwerks AEQUIPA "Körperliche Aktivität, Gerechtigkeit und Gesundheit: Primärprävention für gesundes Altern".

Die Arbeitshilfe beruht u. a. auf Ergebnissen von Interviews, Workshops und Planspielen mit Kommunalvertreter*innen und lokalen Akteuren der Metropolregion Bremen-Oldenburg. Mehr zum Projekt unter: www.aequipa.de/teilprojekte/afoot.html

Derzeit wird die Umsetzung der Arbeitshilfe im Rahmen eines Reallabors (auch urban transition lab, living lab genannt) getestet. Das Reallabor "Aktiv mobil – länger gesund" wird in der Gemeinde Ritterhude in Niedersachsen umgesetzt.

Ein Team aus Kommunalvertreter*innen und Wissenschaftler*innen arbeitet an der Etablierung transdisziplinärer und intersektoraler Routinen in der Kommunalverwaltung sowie an der Erprobung von Ansätzen zur Förderung von aktiver Mobilität im Alter.

Die Ergebnisse der Bestandsanalyse wurden aktuell veröffentlicht unter www.ritterhude.de/portal/meldungen/bestandsanalyse-im-projekt-aktiv-mobil-laenger-gesund-906000883-21060.html?rubrik=906000003

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