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Bauinvestitionscontrolling in der Stadt Lampertheim

Der notwendige Schulterschluss zwischen Finanzen und Bau

Bauplanungs- und Durchführungsprozesse sind oftmals hochkomplex. Dies gilt insbesondere für öffentliche Bauvorhaben mit ihren vielfältigen Besonderheiten. Diese Investitionen tangieren sowohl den Finanz-, als auch den Baubereich. Häufig arbeiten beide Bereiche jedoch weitgehend unabhängig voneinander. Kommunikations- und Abstimmungsprobleme sind die Folge.

Um die wirtschaftlichste Lösung für die Gemeinde zu ermitteln, sieht das kommunale Haushaltsrecht bei Investitionen einen Vergleich der Anschaffungs- oder Herstellungskosten und der Folgekosten vor (vgl. z. B. § 12 GemHVO Hessen). Dies erfordert – bereits vor der Beschlussfassung – eine enge Zusammenarbeit der beiden Bereiche.

Bisweilen wird bereits intensiv über die Realisierung einzelner Maßnahmen diskutiert, bevor überhaupt ein gemeinsames Verständnis über die Ausgangslage und die angestrebte Ziele erreicht wurde. Daher empfiehlt sich zunächst eine Bestandsaufnahme, um den individuellen Bedarf möglichst objektiv festzulegen. Dies ist der erste Schritt zur wirtschaftlichen Umsetzung. Mögliche Alternativen sollten unter dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit von Beginn an in die Überlegungen einbezogen werden,  wie die Sanierung vorhandener Gebäude, Fremdanmietungen oder Pachtlösungen. Bei vielen Projekten muss zur Prioritätensetzung verstärkt politische Verantwortung eingefordert werden.

Wenn die Entscheidung für einen Neubau fällt, müssen die Kosten bei Hochbauprojekten nach DIN 276 ermittelt und die Folgekosten berücksichtigt werden. Entscheidend ist nicht allein die Frage, ob und wie eine Baumaßnahme finanzierbar ist, sondern auch, ob die daraus Jahr für Jahr anfallenden Instandhaltungs- und Bewirtschaftungsmittel aufgebracht werden können.

Die Stadt Lampertheim greift zur Ermittlung der Folgekosten im Bereich Hochbau auf Informationen aus der Kosten- und Leistungsrechnung zurück. Sind diese Informationen nicht vorhanden, können Pauschalansätze herangezogen werden. Grobe Schätzungen gehen von einem Verhältnis von 1:9 zwischen Herstellungs- und späteren Folgekosten aus. Einem investierten Euro folgen also rund 9 Euro für Unterhaltung und Bewirtschaftung, die die Kommune tragen muss.

Weitere Informationen zu diesem Thema erhalten Sie in den KGSt®-Berichten Bauinvestitionscontrolling. Baukosten einhalten und wirtschaftlich bauen (3/2008) und Instandhaltung kommunaler Gebäude. Budgets ermitteln und Aufwand für Folgejahre planen (7/2009).

Im Idealfall steht für eine ganzheitliche Kostenbetrachtung eine Softwarelösung bereit, die die Kommunikation zwischen dem Finanz- und Baubereich erleichtert. So können beispielsweise Daten aus der Kostenermittlung automatisch in Vorlagen übernommen werden. Diese sind dann Grundlage für sich anschließende Steuerungsentscheidungen und für die Berichterstattung. Daten und Informationen aus der Bauausführung sollten ebenfalls automatisiert generiert werden. Das erleichtert beiden Bereichen, ihren Informations- und Dokumentationspflichten nachzukommen, ohne dass Informationen manuell (z. B. über ein Tabellenkalkulations-Programm) zusammengetragen werden müssen.

Investitionsmaßnahmen müssen ganzheitlich betrachtet werden, auch wenn unterschiedliche Akteure aus dem Finanz- und Baubereich beteiligt sind. Der Datenfluss und die Informationsweitergabe sollten weitgehend automatisiert und für alle Beteiligten mit möglichst wenig Aufwand erfolgen. Die Stadt Lampertheim nutzt hierzu u. a. bereits einen Lebenszyklusrechner.

Das Thema Bauinvestitionscontrolling und die Zusammenarbeit zwischen dem Finanz- und Baubereich ist Schwerpunkt des 3. Lampertheimer Controllingforums. Das Forum findet am 12. April 2018 in Lampertheim statt. Es richtet sich an alle Prozessbeteiligten und Interessierten, die sich zu diesem Thema austauschen möchten, Fragen haben oder sogar bereits Erfahrungen und/oder gute Lösungsansätze gesammelt haben.

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