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Die Krise als Katalysator für gutes Wissensmanagement

Neuer Beitrag im KGSt®-Wissensblog

Die Verbreitung des Coronavirus (COVID-19-Virus) bringt viele negative Auswirkungen mit sich. Aber er verändert auch unser Verhalten. Was vor Corona niemals möglich gewesen wäre, hat sich quasi über Nacht verändert – einfach, weil wir keine andere Wahl haben.

Unser Umgang mit unserem (gesamtgesellschaftlichen) Wissen hat sich sprunghaft verbessert. Behörden, Politik sowie die Bürgerinnen und Bürger leben Wissensmanagement aktuell auf eine ganz neue Art und Weise und in einem nie zuvor dagewesenen und vorstellbaren Umfang.

Was bisher nur in der Theorie funktioniert hat, wird nun – in Teilen – Realität. Und es sorgt für einen beeindruckend wertschöpfenden Umgang mit dieser kostbaren Ressource.

Wissen wird aus den unterschiedlichen Silos der Politik, Wissenschaft, Medizin, Wirtschaft, Zivilgesellschaft usw. derzeit permanent zusammengebracht, um neues Wissen und bestmögliche Lösungen für den Umgang mit dieser völlig neuartigen Situation zu schaffen.

Innovative Lösungen werden nicht durch unnötige Formalien "zerdacht" und zerredet, sondern schnell und pragmatisch ausprobiert sowie durch neues Wissen und Ideen ständig erweitert. Ein Beispiel dafür sind die Drive-In-Testorte für Corona Verdachtsfälle. Durch diese schnelle und pragmatische Herangehensweise bleibt Deutschland handlungsfähig.

Aber auch viele weitere Beispiele wie virtuell durchgeführte Besprechungen, Veranstaltungen und Konferenzen sorgen dafür, dass wir handlungsfähig bleiben. Die Organisation funktioniert durch das Schwarmwissen, die Kooperation und die Motivation der Teilnehmenden sehr gut. Jeder steuert dazu bei, was er oder sie beitragen kann und geht ganz offen damit um. Dies bezieht sich sowohl auf (technische) Ressourcen, als auch auf das Umsetzungs- und Erfahrungswissen.

Auch die Bürgerinnen und Bürger Deutschlands werden sehr aktiv, entwickeln neue Ideen zur Nachbarschaftshilfe, werden für andere sichtbar, geben z. B. Tipps und Hilfestellungen für das Lernangebot verschiedener Altersklassen, von Kleinkindern über Schüler bis hin zu Erwachsenen. So kommen viele Möglichkeiten zusammen, um die Schließung der Schulen und Arbeitsstätten bestmöglich gestalten zu können.

Transparenz wird auch bei fehlendem Wissen gelebt. Viele Führungskräfte, Behörden und Unternehmen sehen sich vor einer großen Herausforderung, ihre Mitarbeitenden nun aus der Ferne führen zu müssen. Sie kommunizieren dies offen, fragen nach Tipps und Tools.

Der tolle Effekt dabei ist, dass Menschen ihr Wissen und ihre Erfahrungen zum Thema Home Office bereitwillig und ganz transparent über die Sozialen Medien oder in ihrem Freundes- und Bekanntenkreis weitergeben. Jeder kann auf diesen Erfahrungsschatz zugreifen und die Bereitsteller werden mit Dank und Anerkennung überschüttet.

Das Hinterfragen von zur Verfügung gestelltem Wissen und Informationen ist ein weiterer positiver Aspekt. Viele Menschen reflektieren jetzt sehr viel kritischer, ob die Informationen, die sie erhalten, auch wirklich seriös und belastbar sind. In einem Meer aus ständig neuen Nachrichten und persönlicher Mitteilungen zu den Corona-Entwicklungen merken die Menschen umso mehr, nicht jede Quelle kann und sollte als Informationsquelle genutzt werden.

All diese Aspekte,

  • das Auflösen der Silos,
  • das Zusammenbringen von Wissen aus unterschiedlichen Bereichen, um neues, erforderliches Wissen zur Bewältigung von Herausforderungen zu generieren,
  • das pragmatische Ausprobieren und Entwickeln von neuen Ideen, 
  • das freiwillige und transparente Teilen von Erfahrungswissen,
  • das Wertschätzen und die Dankbarkeit für Wissensgeberinnen und Wissensgeber,
  • das Kommunizieren von Wissensbedarfen,
  • das Einbeziehen von zivilgesellschaftlichem Wissen,
  • sowie das kritische Hinterfragen der Wissens- und Informationsquellen,

sind Rahmenbedingungen eines ganzheitlichen, wertschöpfenden Wissensmanagements. Die Krise wirkt als Katalysator für einen bestmöglichen Umgang mit der kostbaren Ressource. Was im normalen Verwaltungsalltag nicht oder nur sehr mühsam hätte verändert werden können, ist nun schlagartig und voller Bereitschaft und Motivation entstanden.

Lasst uns diese Rahmenbedingungen, diese neue Art der Zusammenarbeit und Kommunikation unbedingt auch nach der (hoffentlich bald überstandenen) Krise beibehalten. Denn auch ohne Corona benötigen wir für die immer komplexeren Herausforderungen im kommunalen Umfeld ein ganzheitliches, wertschöpfendes Wissensmanagement.

Weitere spannende Beiträge rund um das kommunale Wissensmanagement lesen Sie regelmäßig in unserem KGSt®-Wissensblog!

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