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Generationenpolitik in Kommunen. Gestaltungsansätze in einer älter werdenden Gesellschaft (1/2017)

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Beschreibung

Deutschland ist "demografischer Pionier": Wir erleben im internationalen Vergleich die stärkste Verschiebung in der Altersstruktur der Bevölkerung hin zu einer Gesellschaft des langen Lebens. Und jede Kommune altert, nur unterschiedlich schnell.

Hinzu kommt, dass die "neuen" Seniorengenerationen sehr viel heterogener sein werden als in der Vergangenheit. Sie unterscheiden sich schon heute und in Zukunft noch mehr hinsichtlich materieller Ausstattung, Aktivitäts- und Entfaltungschancen, Selbsthilfepotenzialen, Bildungsgrad sowie der finanziellen Möglichkeit, unterstützende Leistungen für eine selbstbestimmte Lebensführung einzukaufen. Hilfebedarfe sind dabei keineswegs allein an ein chronologisches Alter gebunden, sondern werden von biologischen und sozialen Faktoren, die während eines ganzen Lebens einwirken, mitbestimmt. Alter wird für Kommunen nicht nur quantitativ bedeutsamer, weil es immer mehr ältere und hochaltrige Menschen gibt, sondern auch fachlich anspruchsvoller. Die Altersgruppen und ihre Bedarfslagen wandeln sich. Gefragt sind immer weniger "Standardlösungen", sondern sachgerecht differenzierte Angebote.

Kommunen können hier mit ihrer technischen und sozialen Infrastruktur, ihren Dienstleistungen und den verschiedenen Hilfesystemen einen großen Einfluss auf die Lebenslagen der Menschen nehmen. Doch vor Ort fehlt es vielfach noch an gesichertem Wissen, mit welchen Maßnahmen sie den lokalen Auswirkungen der demografischen Alterung gerecht werden können. Gleichwohl gibt es in vielen Kommunen erfolgversprechende Ansätze und Ideen.

Dieser Bericht trägt dazu bei,

  • neue Impulse in die Arbeit der Kommunen zur Gestaltung des demografischen Wandels zu bringen und
  • insbesondere den Fokus auf einen generationenübergreifenden Ansatz in einer älter werdenden Gesellschaft zu lenken.

Unter kommunaler Generationenpolitik versteht die KGSt eine (Neu-)Orientierung in den gängigen Handlungsfeldern der Kommunen hin zu einer gesellschaftlichen Gesamtsicht, die kommunale Angebote und Leistungen nicht allein altersgruppenspezifisch sondern generationenübergreifend betrachtet. Generationenpolitik zu betreiben heißt, die Rahmenbedingungen zu schaffen, um Generationenbeziehungen und Generationengerechtigkeit zu fördern und zu stärken und die Interessen unterschiedlicher Altersgruppen ausgewogen zu berücksichtigen.

Generationenpolitik soll als Verbindung zwischen bereits vorhandenen und fachlich intensiv bearbeiteten Politikfeldern (z. B. Familien-, Kinder-, Jugend-, Senioren- und Integrationspolitik) dienen. Sie ist geeignet, neue integrative Sichtweisen zu entwickeln und vorhandene Konzepte und Maßnahmen zu verzahnen und zu ergänzen. Dazu beschreibt dieser Bericht einen Managementansatz, der auf dem von der KGSt beschriebenen kommunalen sozialpolitischen Steuerungsmodell fußt. Wird Alter und Altern als gesamtgesellschaftliche Aufgabe angesehen, so ist eine kommunale Sozialpolitik mit Blick auf alle Generationen und Lebensalter gefragt. Ein generationenpolitischer Ansatz kann hierbei neue Gestaltungsmöglichkeiten aufzeigen, indem altersgruppenspezifische Angebote durch generationenverbindende Ansätze ergänzt und „versäulte“ Systeme damit vernetzt werden.

 
 

Detail Informationen

Arbeitsergebnisse
Hansen, Ines
20170118A0003
Bericht 1/2017
17.01.2017
2979kb