KGSt Dokumentdetails

Kommunales Integrationsmanagement. Teil 2: Handlungsfelder und Erfolgsfaktoren gestalten (15/2017)

Bewertung

Durchschnitt (0 Stimmen)

Beschreibung

Das Thema Integration ist ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit gerückt und hat von Bund, Ländern und Kommunen große Anstrengungen gefordert. Die Integration der geflüchteten Menschen findet vor Ort in den Kommunen statt. Gemeinsam mit der engagierten Stadtgesellschaft1 müssen sie dabei vielfältige Probleme lösen. Dies ist keine vorübergehende Situation, sondern wird die Kommunen dauerhaft beschäftigen. Sie sind daher gefordert, Integration proaktiv zu gestalten. Die Ausgangslage in den Kommunen unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht und damit auch die örtlichen Herausforderungen.

Der Fokus des Berichts, der durch die KGSt in Kooperation mit Bertelsmann Stiftung und Robert Bosch Stiftung GmbH erarbeitet wurde, liegt auf der Integration der in der aktuellen Flüchtlingssituation eingewanderten Menschen aus Kriegs- und Krisengebieten. Während sich der erste Teil des Berichts mit der strategischen Konzeptionierung und organisatorischen Empfehlungen beschäftigt, geht es hier um praxisnahe Impulse zu den Handlungsfeldern Wohnen, Sprache, Bildung, Arbeitsmarkt und Wirtschaft, Gesundheit, Sport und Kultur sowie zu zentralen Erfolgsfaktoren des kommunalen Integrationsmanagements (Bürgerengagement, Sicherheit, agile Steuerung, Wirkungscontrolling). Dabei stehen die Gestaltungsmöglichkeiten der Kommunen im Vordergrund. Die im ersten Berichtsteil aufgezeigten Denkrichtungen des kommunalen Integrationsmanagements "abgestimmt denken", "proaktiv denken", "vernetzt denken" und "sozialraumorientiert denken" sind auch hier maßgeblich.

Die Impulse liefern Hinweise für die Entwicklung zielgerichteter kommunaler Maßnahmen. Es gilt, diese vorrangig inklusiv auszurichten. Außerdem sollte zunächst immer überprüft werden, inwieweit Regelangebote für die Zielgruppe greifen, geöffnet werden können oder gegebenenfalls leicht angepasst werden können. Nur wenn das nicht der Fall ist oder sie nicht die angestrebte Wirkung zeigen, sollten spezifische Sonderlösungen für die Zielgruppe konzipiert werden.

Innerhalb der Handlungsfelder und im Gesamtzusammenhang kommunaler Integrationsarbeit, ist es erfolgsentscheidend, das bürgerschaftliche Engagement zu nutzen, zu koordinieren und durch Wertschätzung sowie Partizipation zu erhalten. Sicherheit ist eine Basis dafür, dass Integration gelingen kann. Die kommunale Daueraufgabe Integration ist geprägt von ungewissen, komplexen und mehrdeutigen Rahmenbedingungen. Für die Verantwortlichen erschwert dies die Steuerung über herkömmliche Instrumente. Wenn operative Ziele nicht mehr aktuell sind, weil sich die Ausgangssituation verändert hat, hilft es nicht, den Grad der Zielerreichung über vorab zementierte Kriterien zu messen. Hier helfen agile Steuerungsprinzipien - auch vor dem Hintergrund relativ statisch anmutender Lösungen im Bereich der Aufbauorganisation. Im Rahmen der Evaluation und nicht zuletzt auch für die Kommunikation von Erfolgen gilt es, den Fokus - stärker als bisher - auf die Wirkung zu richten.

Schließlich müssen Integrationsmaßnahmen eng an den Bedürfnissen der Zielgruppe ausgerichtet sein. Über den Prozess des Design Thinking kann sich die Zielgruppe persönlich in den Prozess einbringen. Dies steigert letztlich die Akzeptanz von Maßnahmen und bietet zudem eine sinnvolle Lösung vor dem Hintergrund der Komplexität und Unwägbarkeiten in den jeweiligen Handlungsfeldern von Integration.

__________________________________________________

1 Wir nutzen in diesem Bericht anstatt des Begriffs "Zivilgesellschaft" den Begriff "Stadtgesellschaft" und beziehen dabei die Kreisgesellschaft mit ein.
 
 

Detail Informationen

Arbeitsergebnisse
KGSt
Kreutzer, Matthias; Pamp, Andreas; Wieliki, Matthias
20170928A0002
15/2017
28.09.2017
2866kb