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Systematische Vorbereitung auf Krisenfälle. Verwaltungsscreening für kommunale Produkte, Leistungen und Prozesse (16/2017)

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Beschreibung

Kommunen können vielfältigen Krisenfällen, wie z. B. Hochwasser, Stromausfällen, Terrorangriffen oder auch Pandemien ausgesetzt sein. Bilder zu entsprechenden Ereignissen zeigen i. d. R. Mitarbeiter von Feuerwehr, Polizei oder dem Technischen Hilfswerk im Einsatz. Doch obgleich die Behörden und Organisationen mit Sicherheitsauftrag (BOS) Leitung und Durchführung der technisch-operativen Maßnahmen vor Ort übernehmen, hat auch die kommunale Verwaltung einen großen Anteil an der Krisenbewältigung. Fast alle Organisationseinheiten erledigen Fachaufgaben, die im Krisenfall von besonderer Relevanz sind und auch unter erschwerten Bedingungen aufrechterhalten werden sollten. Und nicht zu vergessen: Die politische Gesamtverantwortung für das Krisenmanagement auf lokaler Ebene liegt bei den Hauptverwaltungsbeamten von Kreisen und kreisfreien Städten, nicht bei den Gefahrenabwehreinheiten.

Um im Krisenfall schnell und effektiv reagieren zu können, ist es wichtig, sowohl die zu priorisierenden Leistungen und Prozesse als auch die zurückzustellenden Aufgaben bereits im Vorfeld zu klären. Im Ergebnis entsteht ein Prioritätenplan, der es dem kommunalen Krisenmanagement ermöglicht, präventiv Maßnahmen zu ergreifen, um die relevanten Prozesse "krisenfester" zu machen. Im Krisenfall selbst hilft die Priorisierung die zur Durchführung der relevanten Leistungen notwendigen Ressourcen bereitzustellen, während die übrigen Ressourcen, insbesondere Personal und Gebäude, verstärkt für akute Aufgaben zur Bewältigung bzw. Nachsorge der Krise eingesetzt werden können. Den einzelnen Fachbereichen hilft der Prioritätenplan, das eigene Leistungsspektrum im Krisenfall schnell anzupassen.

Grundlage für die Analyse schafft das Verwaltungsscreening; eine effiziente und effektive Methode zur systematischen Untersuchung des Verwaltungshandelns. Die gesamte Verwaltung wird dabei nach einheitlichen Kriterien "durchleuchtet". Die Methode ist vielseitig einsetzbar und liefert stets eine belastbare Grundlage für weitere Arbeitsschritte. In diesem Berichtsprojekt wurden sämtliche kommunalen Leistungen bzw. Prozesse systematisch auf ihre Relevanz im Krisenfall geprüft.

Der Bericht richtet sich an Hauptverwaltungsbeamte und weiterer Mitglieder kommunaler Krisenstäbe sowie an Fach- und Querschnittsbereiche. Er umfasst zum einen die Erläuterung der Vorgehensweise und liefert praxisnahe Empfehlungen für die Durchführung eigener Priorisierungen. Darüber hinaus werden die Ergebnisse aus verschiedenen kommunalen Priorisierungsprojekten für den Krisenfall vorgestellt. Hierfür konnten Ergebnisse von zwei Forschungsprojekten des Bundesministeriums für Bildung und Forschung genutzt werden. In den Projekten "Interkommunale Konzepte unter Einbeziehung der Bevölkerung zur Stärkung der Resilienz von Ballungsgebieten" (Interkom) und "Generischer Notfallplan und adaptives Prozessmodell zum Schutz der Kommunalverwaltung im Pandemiefall" (GenoPlan) wurde das Verwaltungshandeln verschiedener Kommunen für die Krisenszenarien Stromausfall bzw. Pandemie analysiert und priorisiert.

Ergänzend zum Bericht sind die Priorisierungsergebnisse in einer Excel-Tabelle aufrufbar. Die Ergebnisse sind zu einem großen Teil übertragbar und liefern Kommunen einen guten Überblick, für die Vorbereitung des eigenen Krisenmanagements und zur Verbesserung der administrativen Handlungsfähigkeit im Krisenfall.

 
 

Detail Informationen

Arbeitsergebnisse
KGSt
Beckmann, Gaby; Wilken, Norbert
20171018A0002
Bericht 16/2017
17.10.2017
2319kb