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Fördercontrolling. Kommunale Zuschüsse zukunftsfähig gestalten (2/2017)

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Beschreibung

Kommunen verfolgen öffentliche Zwecke und die Realisierung politischer Zielsetzungen auch durch finanzielle Leistungen an Dritte in Form von Zuschüssen. Die Haushaltssituation vieler Kommunen und die Verpflichtung zum wirtschaftlichen Umgang mit Steuergeldern erfordern einen zielgerichteten und nachhaltigen Einsatz dieser Mittel zur Förderung sowohl einzelner Projekte und Programme als auch ganzer Einrichtungen.

Die Relevanz eines Fördercontrollings als Steuerungsinstrument ergibt sich zum einen aus dem Gesamtumfang der veranschlagten Fördermittel und zum anderen aus der Vielzahl von Förderzwecken, Fachbereichen, die Fördermittel bewirtschaften, und Fördermittelempfängern.

Die Unterstützung der Verwaltungsführung durch das Controlling bezieht sich auf den gesamten Prozess der Planung von Förderungen, verbunden mit Zielfestlegungen, der finanzund leistungswirtschaftlichen Umsetzung und der Kontrolle.

Ziel eines Fördercontrollings ist es, eine Strategie-, Ergebnis-, Finanz- und Prozesstransparenz zur Entscheidungsunterstützung herzustellen. Im Mittelpunkt stehen dabei:

  • Die Planung und ihre Ausrichtung an wesentlichen Grundsätzen und Förderprinzipien als wichtige Voraussetzung für die Kontrollphase
  • Eine risikoorientierte Steuerung des Förderverfahrens von der Antragstellung bis hin zur Prüfung der Verwendung
  • Eine verbesserte Nutzung der Kontrolle in Richtung Erkenntnisgewinn für die Planung

Des Weiteren gewinnt das Thema Compliance an Bedeutung. Gesetze, rechtliche Verpflichtungen und örtliche Regelungen sind einzuhalten. Häufig werden diese in Bezug auf Förderungen aber als Überregulierung empfunden und stellen Verwaltungen auch vor organisatorische Herausforderungen. Das Controlling unterstützt die Konkretisierung der allgemeinen gesetzlichen Vorgaben im Hinblick auf die örtliche Förderstrategie im zweckentsprechenden Ermessen.

Die Entscheidung für ein Fördercontrolling ist zwangsläufig unter Kosten-Nutzen-Gesichtspunkten zu treffen. Zusätzliche Controllingaktivitäten, die zu mehr Aufwand führen, sollten auch mit einem Mehrwert an Information und Rechtssicherheit sowie für die Steuerung verbunden sein.

Der Controllingaufwand muss zudem in einem angemessenen Verhältnis zu den Fördergrundmitteln stehen.

Ein Vorgehensmodell beschreibt die zu bearbeitenden Aspekte zur Umsetzung eines Fördercontrollings, wobei es zunächst um die Erfüllung bestimmter Voraussetzungen für die Einführung geht. In diesem Zusammenhang sind die Fragen "Wo stehen wir?" und "Worauf können wir aufbauen?" zu beantworten. Es folgen Empfehlungen zum Aufbau und zur Vertiefung des Fördercontrollings sowie Erfolgsfaktoren, die zur langfristigen Stabilisierung und Weiterentwicklung beitragen. Zur fachbereichsübergreifenden Überprüfung und Optimierung des Förderwesens und der Implementierung von Controlling bedarf es der Unterstützung der Verwaltungsführung und ihrer Bereitschaft, mehr Transparenz herzustellen, Prozesse offenzulegen und gegebenenfalls Funktionen zu verändern oder Aufgabenverlagerungen vorzunehmen.

Die Kommunen geben zwar Fördermittel an Dritte, sind aber auch selbst Empfänger von Fördermitteln. Von welcher Seite man es auch betrachtet, ein Fördermanagement hat zum Ziel, die Leistungsfähigkeit, Wirtschaftlichkeit und Qualitätssicherung im Förderwesen zu optimieren. In mittelfristiger Perspektive kann ein integriertes Fördermanagement ein Lösungsansatz sein, das gesamte Fachwissen der Verwaltung noch besser zu bündeln, um laufend aktuelles und fundiertes Förderwissen vorzuhalten.

 
 

Detail Informationen

Arbeitsergebnisse
KGSt
Dott, Beatrice
20170127A0007
Bericht 2/2017
30.01.2017
2476kb