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Qualitätsmanagement in der kommunalen Rechnungsprüfung. Ein stufenweises Vorgehen – von der Selbstbewertung zum Peer Review (1/2018)

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Beschreibung

Modernes Qualitätsmanagement ist für kommunale Verwaltungen unverzichtbar. Es ist integraler Bestandteil des kommunalen Managements und zugleich eine permanente Herausforderung in der täglichen Praxis - vor allem für die Führungskräfte. Gleichwohl kann ein in regelmäßigen zeitlichen Abständen durchgeführter "Qualitätscheck" zweckmäßig sein. Dazu enthält der Bericht Empfehlungen.

Die Fachdiskussion zum Qualitätsmanagement kennt mehrere umfassend angelegte Modelle, von denen das CAF (Common Assessment Framework) als allgemeiner Bezugsrahmen für den kommunalen Bereich von der KGSt empfohlen wird. Das CAF-Modell kann durch sogenannte Branchenmodelle des Qualitätsmanagements konkretisiert und ergänzt werden, die auf die jeweiligen spezifischen Fachlichkeiten der Kommune ausgerichtet sind. Für diese Konkretisierung und Ergänzung bietet sich das Peer Review an (Peer Review = Evaluierung eines Prüfungsorgans durch einen erfahrenen und unabhängigen externen Prüfer). Peer Reviews sind für Wirtschaftsprüfer-Organisationen rechtlich vorgeschrieben und haben in der Internen Revision in der Wirtschaft und teilweise im öffentlichen Bereich bereits eine fundierte Praxis aufzuweisen. In der kommunalen Rechnungsprüfung sind sie - bis auf Ausnahmen - neu und bergen die Möglichkeit, Qualitätsentwicklung und -sicherung spezifisch und zielgenau in die Bedürfnisse der Rechnungsprüfung einzubinden. Rechtlich vorgeschrieben sind sie nicht. Dieser Bericht zeigt die Bedeutung und Instrumente des Qualitätsmanagements in der Rechnungsprüfung auf. Er verknüpft weiterhin den spezifisch-prüferbezogenen Qualitätscheck anhand der Selbstbewertung und des Peer Reviews mit dem Grundmodell des CAF und ist insoweit besonders geeignet, dem Ausdifferenzieren und der Atomisierung von Qualitätsmanagementkonzepten in den Kommunalverwaltungen mit ihren typischerweise sehr unterschiedlichen Fachgebieten entgegenzuwirken.

Damit kann örtlich eine auf die besonderen Bedürfnisse angepasste Vorgehensweise gewählt werden, zu der folgende Varianten des "Qualitätschecks" gehören: (interne) Selbstbewertung; Selbstbewertung mit externer Validierung durch einen Peer; externe Evaluierung durch einen Peer. Der zugrundeliegende Kriterienkatalog für die Bewertung bzw. Evaluierung ist in allen Varianten der gleiche, die Akteurskonstellation ist jedoch unterschiedlich und von der gewählten Variante abhängig. Die Leitung der Rechnungsprüfung ist gefragt, Qualitätssicherung und -entwicklung aktiv zu verfolgen, die Verfahrensweise einschl. der Auswahl eines Qualitätsmanagementmodells festzulegen und die Ergebnisse umzusetzen.

Diese Führungsverantwortung bekommt aufgrund der besonderen gemeinderechtlichen Stellung der Rechnungsprüfung gesteigerte Bedeutung. Die politisch-administrative Führung der Kommune ist zudem gefragt, die Leistung der Rechnungsprüfung abzurufen und einzufordern. Verwaltungsführung und Rechnungsprüfungsausschuss bzw. der je nach örtlicher Situation für die Rechnungsprüfung zuständige Ausschuss des Rats/Kreistags als wesentliche Adressaten der Leistungen der Rechnungsprüfung sollten sich regelmäßig über die Ergebnisse des Qualitätsmanagements in der Rechnungsprüfung berichten lassen.

Die externe Evaluierung erfordert unabweisbar eine profunde Kenntnis und Erfahrung des Peers in und mit der kommunalen Rechnungsprüfung: Wenn ein Peer Review (externe Evaluierung) veranlasst wird, sind an den Peer besondere Anforderungen im Hinblick auf Fachkenntnis, eigene Rechnungsprüfungs-Führungserfahrung, Unabhängigkeit und Kommunikationsfähigkeit zu stellen.

Die Durchführung einer Selbstbewertung in den beiden genannten Varianten bzw. einer externen Evaluierung/eines Peer Reviews ist zunächst Angelegenheit der einzelnen Kommune bzw. der einzelnen kommunalen Rechnungsprüfung. Die Fachdiskussion sowohl zur Anwendung der jeweiligen Verfahrensweise als auch zur Frage des Qualitätsmanagements der Rechnungsprüfung generell kann und sollte aber mittels interkommunalen Erfahrungsaustausches der interessierten Rechnungsprüfungen (Fachbereiche, Ämter - je nach örtlicher Organisationsform) deutlich unterstützt und gefördert werden. Der Bericht ruft ausdrücklich zur Intensivierung der Fachdiskussion auf. Die KGSt bietet dazu ihre Austauschmöglichkeiten an und wird bei Bedarf einen Innovationszirkel gründen, in dem Führungskräfte der Rechnungsprüfung ihre Erfahrungen mit der Anwendung des Verfahrens erörtern können. Wichtige Erkenntnisse werden alsdann allen Mitgliedern der KGSt zur Verfügung gestellt.

 
 

Detail Informationen

Arbeitsergebnisse
KGSt
Pook, Manfred
20180202A0002
1/2018
29.01.2018
580kb