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Organisationsentwicklungsprozess in Teilbereichen des Fachbereichs II "Jugend, Soziales und Gesundheit". Ein Praxisbericht in Zusammenarbeit mit dem Kreis Ahrweiler (3/2018)

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Beschreibung

2012 startete die Kreisverwaltung Ahrweiler in Teilbereichen des Jugendamts und der Sozialabteilung unter Begleitung der KGSt einen Organisationsentwicklungsprozess (im weiteren OE-Prozess abgekürzt), der zwischenzeitlich qualitativ wie auch finanziell deutliche Erfolge aufzeigt.

In qualitativer Hinsicht konnte bei den Hilfen zur Erziehung gemäß SGB VIII die Anzahl der stationären Heimunterbringungen zugunsten ambulanter Maßnahmen deutlich reduziert werden. Gleichzeitig verbesserte sich die Wirksamkeit für die Klienten. Aufgrund der niedri-geren Kosten ambulanter Maßnahmen im Vergleich zu stationären Maßnahmen konnten deutliche Einsparungen erzielt werden. Die Aufwendungen für die Hilfen zur Erziehung ha-ben sich im Zeitraum von 2013 bis 2016 um insgesamt rund 1,3 Mio. € reduziert. Ebenso sank die Zahl stationärer Unterbringungen im Bereich der Eingliederungshilfen nach dem SGB XII. So erhielten 2016 weniger Bürger stationäre Hilfen als im Vergleichsjahr 2015. Im letzten Quartal 2016 lag die Anzahl hier 9 % unter dem Vorjahreswert.

Bei der Durchführung des OE-Prozesses orientierte sich die KGSt an den vier Zielfeldern des strategischen Managements:

  • Ergebnisse und Wirkungen: Fachlich-inhaltliche Wirkungsziele wurden für die Aufgabenbereiche des Jugendamts und der Sozialabteilung unter Einbeziehung der freien Träger erarbeitet. Ergänzend hierzu baute die Kreisverwaltung Controlling-Strukturen auf und weitete die Steuerungsverantwortung aus.
  • Produkte und Leistungen: Über eine Portfolioanalyse wurde geprüft, inwiefern die Produkte und Leistungen dazu beitragen, die gewünschten Ergebnisse und Wirkungen zu erzielen.
  • Prozesse und Strukturen: Durch eine Veränderung der Führungsstruktur wurde den Abteilungs- und Sachbereichsleitungen mehr Verantwortung übertragen. Die Kernprozesse der Hilfen zur Erziehung wurden analysiert und das Fallmanagement organisatorisch optimiert.
  • Ressourcen: Der aktuelle Stellenbedarf wurde unter Berücksichtigung prognostizierter Fallzahlenentwicklungen sowie der Umsetzung von Organisationsentwicklungsmaßnahmen ermittelt.

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für den OE-Prozess war die intensive, stetige Einbeziehung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. "Betroffene" wurden so zu "Beteiligten", die im Verlauf den gesamten Prozess zunehmend akzeptierten und positiv mittrugen. Die ausgeprägte Beteiligungsorientierung hat sicherlich enorm dazu beigetragen, dass mit dem OE-Prozess so deutliche, nachhaltige Effekte erzielt wurden.

Aufgrund der klar erkennbaren Erfolge haben sich die die Kreisverwaltung Ahrweiler und die KGSt dazu entschlossen, die vollständigen Ergebnisse des OE-Prozesses allen KGSt®-Mitgliedern zur Verfügung zu stellen. Diese sind folgenden zwei Dokumenten zu entnehmen:

  • Dem vorliegenden Bericht aus der Beratungsarbeit "Organisationsentwicklungsprozess in Teilbereichen des Fachbereichs II 'Jugend, Soziales und Gesundheit'". Dieser enthält die zusammengefassten qualitativen und quantitativen (finanziellen) Ergebnisse, Aussagen zu den wesentlichen Erfolgsfaktoren des OE-Prozesses sowie weitere Erläuterungen und Einschätzungen der Kreisverwaltung Ahrweiler (hier: der zuständigen Fachbereichsleitung).
  • Der Abschlussbericht zum Projekt bietet einen detaillierten Einblick in die Entwicklung der organisatorischen Empfehlungen der KGSt sowie das Vorgehen im OE-Prozess. (Download unter der Kennung 20180504A0003)
 
 

Detail Informationen

Arbeitsergebnisse
KGSt
Hornbach-Beckers, Siglinde; Kreutzer, Matthias
20180112A0002
3/2018
03.05.2018
1313kb