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Organisationsmodell für Kommunen der Größenklasse 7 (6/2018)

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Beschreibung

Verwaltungsmodernisierung und Weiterentwicklung des kommunalen Managements sind nicht nur Sache großer Kommunen. Auch kleine Verwaltungen müssen Schritt halten, wollen sie auf der Höhe der Zeit bleiben und die Bedarfe der örtlichen Gemeinschaft optimal abdecken. Doch gelten für sie beim Aufbau ihrer internen Organisation teils spezifische Notwendigkeiten und Empfehlungen. Daher legt die KGSt nun einen Bericht zum Organisationsmodell in Kommunen der Größenklasse (GK) 7 vor, also für Kommunen mit bis zu 10 000 Einwohnern.

Die Zielgruppe des Berichts umfasst eine große Bandbreite hinsichtlich der Einwohnerzahl. So trennt z. B. eine Kommune mit 1 000 Einwohnern und eine solche mit 10 000 Einwohnern der Faktor 10. Die Folge ist eine spürbare Heterogenität der angesprochenen Kommunen. Um der daraus resultierenden Vielfalt der Rahmenbedingungen und Bedürfnisse Rechnung zu tragen, gibt der Bericht Impulse und Hinweise zur Weiterentwicklung der lokalen Organisation. Statt einer allgemeingültigen Blaupause hat die KGSt dazu eine Grundstruktur entwickelt. Auf Basis dieser Struktur benennt sie Orientierungspunkte, anhand derer jeweils örtlich angemessene und passende Lösungen entwickelt werden können.

Die Grundstruktur für das Organisationsmodell der GK 7 sieht einen dreigliedrigen Aufbau vor, bestehend aus den Funktionsbereichen "Zentrale Steuerung und Service", "Bügerdienstleistungen" sowie "Bauen und Stadt-/Gemeindeentwicklung". Eine entsprechende Produktzuordnung enthält der Bericht als Grundlage zur lokalen Feinjustierung. Zudem empfiehlt die KGSt, die Struktur anhand weiterer Elemente wie Teamstrukturen, Leistungserbringung mit externen Partnern, bürgerschaftliches Engagement und Bürgerbeteiligung an die lokalen Bedürfnisse anzupassen. Dabei sind besonders Interkommunale Zusammenarbeit und Leistungsvergabe für kleine Kommunen probate Möglichkeiten, Qualität und Wirtschaft-lichkeit in der Leistungserbringung zu halten bzw. zu steigern.

Gerade Kommunen der GK 7 sollten ihre zentralen Services zusammenführen, um Synergien ausschöpfen und die fachliche Qualität der Leistungserstellung steigern zu können. Soweit wie möglich sollte der Grundgedanke der Trennung zwischen Service und Steuerungsunterstützung, wie auch Auftraggeber- und Auftragnehmer-Beziehungen in geeigneter Weise in die Ausgestaltung der Prozesse und Strukturen einfließen.

Die KGSt empfiehlt, die Organisation der Bürgerdienstleistungen und des Bereichs Bauen und Stadt-/Gemeindeentwicklung in vier Schritten zu entwickeln:

  • Außensicht und Binnensicht konkretisieren
  • Produkte zusammenstellen/Prozesse betrachten
  • Ggf. Ergänzende Strukturelemente definieren
  • Sachgerechte Leitungsspannen bilden und Vertretungsbeziehungen herstellen

Dabei sind die Produkte Bürger- und Kundenzentriert zu betrachten. Der Organisationsaufbau sollte dabei an der empfohlenen Grundstruktur ansetzen.

Auf die Ausgestaltung der Kommunikation mit den Bürgern sollte besonderes Augenmerk gelegt werden, indem möglichst viele Services in einem Bürgerbüro gebündelt und Öffnungszeiten sowie Frontoffice-/Backoffice-Strukturen bürgerfreundlich gestaltet werden. Moderne Kommunikationsmedien stellen ein darüber hinaus wertvolles unterstützendes Instrumentarium dar. Bürgerengagement und -beteiligung sind Erfolgsfaktoren für die Akzeptanz von Planungen und deren Zuschnitt auf die lokalen Bedarfe. Die KGSt empfiehlt daher, die Partizipationsmöglichkeiten der Bürger angemessen organisatorisch zu berücksichtigen.

Zur Frage der personellen Ausstattung legt die KGSt zu einzelnen Aufgabenbereichen Orientierungswerte bzw. Wertekorridore fest, die als Vergleichsgrundlage für die örtliche Entscheidung der Kapazitätsbemessung dienen können. Zusätzlich werden Einflussfaktoren auf die Personalbemessung skizziert.

 
 

Detail Informationen

Arbeitsergebnisse
KGSt
Grossenbacher, Elke
20180529A0002
6/2018
29.05.2018
1154kb