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Kommunales E-Government. Das Onlinezugangsgesetz (OZG) in Kommunen umsetzen (6/2019)

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Beschreibung

Seit zwei Jahrzehnten arbeiten Verwaltungen in Deutschland an E-Government-Lösungen. Lange war das Ergebnis unbefriedigend. Ausgelöst durch das Onlinezugangsgesetz (OZG) soll nun mit dem Portalverbund und dem interoperablen Nutzerkonto bis Ende 2022 eine bundesweit vernetzte E-Government-Infrastruktur aufgebaut werden, in der Bürgerinnen, Bürgern und Unternehmen Verwaltungsleistungen online bereitgestellt werden. Die Attraktivität des Portalverbunds wird in großem Maß von den kommunalen Serviceportalen und ihren Online-Angeboten abhängen.

Der Auf- bzw. Ausbau von kommunalen Serviceportalen ist sehr stark von den Rahmenbedingungen der einzelnen Bundesländer abhängig. Es gibt gute Beispiele, wo Kommunen kostengünstig Portallösungen des Landes mitnutzen und von standardisierten Online-Diensten profitieren können. Im ländlichen Raum lohnt es sich, wenn Landkreise und kreisangehörige Kommunen gemeinsame Serviceportale aufbauen, bzw. entsprechende Angebote kommunaler IT Dienstleister nutzen.

Im Rahmen des Digitalisierungsprogramms des IT Planungsrates wird an standardisierten und besonders nutzerfreundlichen Online-Diensten für den Portalverbund gearbeitet. Dies betrifft auch zahlreiche Prozesse, die durch Kommunen vollzogen werden. Kommunen können hier von den Ergebnissen profitieren. Zur Steigerung der Attraktivität der Serviceportale sollen Kommunen neben den klassischen Verwaltungsleistungen auch freiwillige Leistungen über die Serviceportale anbieten. Hierzu gehören z. B. der Verkauf von Tickets, die Anmeldung an Volkshochschulkursen oder die Beantragung von Parkausweisen. Dies sind i. d. R. besonders häufig nachgefragte Leistungen, durch die sich die Bekanntheit der Portale erhöht.

Der Aufbau eines Serviceportals bietet erhebliche Chancen für die ganzheitliche Digitalisierung von Prozessen. Durch die Verknüpfung von Antragsdaten mit Fachverfahren und Servicekonten zur Authentifizierung, der elektronischen Vorgangsbearbeitung und der E-Akte, mobiler Datenbearbeitung, E-Payment und einem Outputmanagement entwickelt sich das stark kundenorientierte E-Government-Angebot eines Serviceportals zu einem wichtigen Baustein der internen Prozessoptimierung. Prozesse können dann völlig medienbruchfrei gestaltet werden, was die Verwaltungseffizienz erheblich steigert.

Wichtig für den Erfolg eines kommunalen Serviceportals ist seine Bekanntheit unter Bürgerinnen, Bürgern und Unternehmen und schlussendlich die Nutzungsfrequenz. Hier helfen z. B. eine intensive Öffentlichkeitsarbeit, die zielgruppenspezifische Bewerbung von Online-Diensten sowie die Bündelung aller Online-Dienste in einem Portal.

Kommunen aller Größenklassen sollten jetzt aktiv am Auf- bzw. Ausbau attraktiver kommunaler Serviceportale arbeiten. Das OZG verpflichtet zur Bereitstellung der Dienste bis Ende 2022. Gleichzeitig sorgen die zahlreichen Aktivitäten auf Bundes- und Landesebene für einen Rückenwind, den Kommunen nutzen sollten. Es besteht die Chance, Deutschlands leidlichen E-Government-Teufelskreis aus unattraktiven Angeboten und geringer Nutzung von Online-Diensten endlich zu durchbrechen.

 
 

Detail Informationen

Arbeitsergebnisse
KGSt
Beckmann, Gaby
20190703A0013
Bericht 6/2019
30.06.2019
2003kb