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Kommunaler Jahresabschluss nach International Public Sector Accounting Standards (IPSAS). Praxisbeispiel der Stadt Leverkusen (E-Book)

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Beschreibung

Erhebliche Auswirkungen für Kommunen hat die Transformation eines doppischen Jahresabschlusses nach International Public Sector Accounting Standards (IPSAS), dies ergab ein gemeinsames Projekt der KGSt, der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin und der Stadt Leverkusen.

Auch in Zeiten von Covid-19 geht die Initiative der EU-Kommission in Sachen "Harmonisierung der Rechnungslegung für den öffentlichen Sektor in den Mitgliedsstatten der EU – kurz EPSAS (European Public Sector Accounting Standards)" weiter voran. Das von Eurostat in Auftrag gegebene Papier "Government accounting, EPSAS and supporting the COVID-19 response" zeigt die Vorteile einer periodengerechten Rechnungslegung in Krisenzeiten auf, denn gerade dann werden qualitativ hochwertige Informationen für die politischen Entscheidungsträger und für die finanzielle Planung benötigt. Darüber hinaus wird ein Maßnahmenkatalog zur Anwendung der Periodenrechnung als Reaktion auf die Krise vorgestellt, der sich auf die Schwerpunkte direkte Staatsausgaben, steuerbezogene Maßnahmen und Unterstützung der Unternehmen und der Finanzsysteme konzentriert.

In den letzten Jahren unternahm Eurostat einige wichtige Schritte zur Reformierung der öffentlichen Rechnungslegung, unter anderem mit der Förderung der freiwilligen Einführung der doppelten Buchführung im öffentlichen Sektor. Das Ergebnis der Aktivitäten kann sich sehen lassen: Auf der Zentralstaatsebene ist die Buchführungsreife innerhalb der EU für eine vollständige Anwendung der IPSAS von 51 auf 65 Prozent gestiegen. Ähnlich sieht es auf der Länderebene aus. Für den kommunalen Bereich konnte sogar ein Anstieg von 64 auf 75 Prozent verzeichnet werden. Vor diesem Hintergrund bleibt abzuwarten, ob und wann ein entsprechender Gesetzgebungsvorschlag der Europäischen Kommission erfolgt. Basis der zukünftigen EPSAS sollen weiterhin die IPSAS sein.

Für die deutschen Kommunen, die mit der Doppik bereits über eine Periodenrechnung verfügen, wäre bei Erlass einer EU-Verordnung oder Richtlinie ein erneuter Umstellungsprozess unvermeidlich. Dies nahm die KGSt zum Anlass, gemeinsam mit der Stadt Leverkusen und Frau Prof. Dr. Berit Adam, Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin, einen kommunalen Jahresabschluss von der Doppik nach IPSAS umzurechnen. Der Schwerpunkt der Untersuchung lag dabei auf der Veränderung der einzelnen Positionen in der Bilanz, der Ergebnis- und Finanzrechnung und den damit verbundenen Auswirkungen.

Veränderungen ergaben sich vorwiegend auf der Passivseite der Bilanz. Insbesondere die veränderte Bewertung der Pensionsrückstellungen führte gegenüber der Bilanzierung in der Doppik zu einer mehr als 100-prozentigen Abweichung. Auch die Auswirkungen auf das Eigenkapital der Kommune waren erheblich: Ist sie nach Doppik noch liquide, kann sie bei der Anwendung der IPSAS von Überschuldung bedroht sein. In der Ergebnisrechnung waren ebenfalls wesentlich Änderungen zu verzeichnen, die sich hauptsächlich auf das ordentliche Ergebnis auswirkten. Die Finanzrechnung blieb im Ergebnis gleich.

Aus der Umrechnung des doppischen Abschlusses konnten Rückschlüsse für die Anwendung von zukünftigen EPSAS gezogen werden. Dies betrifft z. B. die Reduzierung von Wahlrechten bei der Bewertung von Vermögen/Verbindlichkeiten, den Verzicht auf Einsatz statistischer Modelle bei IPSAS 23 (Erträge aus einseitigen Leistungsbeziehungen), die Festlegung eines Zinssatzes für Bewertungen etc.

Um einen möglichen Umstellungsprozess auf kommunaler Ebene zu begleiten, wurde eine Checkliste mit den wesentlichen Merkmalen einer Umstellung auf internationale Standards entwickelt. Zudem enthält das E-Book eine Darstellung der Aktivitäten zur Einführung der EPSAS auf europäischer Ebene.

Das E-Book kann kostenpflichtig über den Kommunal- und Schulverlag (ISBN 978-3-8293-1570-8) bezogen werden.

 
 

Detail Informationen

Arbeitsergebnisse
Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin; KGSt
Adam, Berit; Stertz, Andrea
20200908A0002
07.09.2020
4649kb