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Kulturwandel in der Verwaltungsorganisation. Veränderungen wirksam gestalten (8/2020)

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Beschreibung

"Kultur verspeist Strategie zum Frühstück" (im Original: Culture eats strategy for breakfast): diesen Satz des Management-Vordenkers Peter Drucker hat wohl jede und jeder schon einmal gehört. Umso erstaunlicher ist es, dass er bei Modernisierungsprojekten, Veränderungsvorhaben oder Strategieplanungen häufig außer Acht gelassen wird.

Dabei kommt der erfolgreichen Umsetzung von Veränderungen in Kommunalverwaltungen eine immer größere Bedeutung zu. Die konkreten Auswirkungen der sich immer schneller vollziehenden globalen und regionalen Entwicklungen werden auch und gerade in Kommunen spürbar. Mit zunehmendem Tempo verändern sich die Rahmenbedingungen. Städte, Kreise und Gemeinden stehen vor der Herausforderung, mit diesem Wandel "Schritt halten" zu müssen, der oft gleichzeitig auf verschiedenen Ebenen stattfindet: auf der Strategieebene, auf der Technologieebene, auf der Ebene von Prozessen und Strukturen sowie auf der Ebene der Organisationskultur.

In Studien wurde herausgefunden, dass Managementveränderungen zu 30 % aus Prozess- und Strukturoptimierungen oder der Nutzung neuer Technologien sowie Strategieanpassun- gen bestehen und zu 70 % aus Kultur. Eine beeindruckende Erkenntnis, zumal das Thema "Organisationskultur" bisweilen als "Sozialgedöns" abgetan wird.

Organisationskultur mag ein weicher Faktor sein, aber mit harten Folgen. Organisationskultur und (wirtschaftlicher) Erfolg oder Misserfolg einer Organisation gehen Hand in Hand. Organisationskultur beeinflusst relevante Leistungsfaktoren des Menschen und damit seine Leistungsfähigkeit und -bereitschaft, was wiederum Auswirkungen hat auf die Ergebnisse der Organisation. Organisationskultur hat also immer einen Leistungsbezug.

Eine gute Organisationskultur ist nicht nur für die Stimmung, sondern auch für den Erfolg einer Verwaltung von Bedeutung. Ähnlich wie beim Fußball: ob "Gurkentruppe" oder "Spitzenteam" ist auch eine Frage des "Spirit". Organisationskultur kann als ein System gemeinsam geteilter Werte, Normen, Einstellungen, Überzeugungen und Ideale verstanden werden. Dieses System prägt das Denken und Handeln aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Führungskräfte. Dabei gibt es "Oberflächenphänomene", die gestaltet und beeinflusst werden können, und "Tiefenmuster", die nur sehr begrenzt zugänglich und gestaltbar sind, aber das Handeln in Organisationen nachhaltig beeinflussen, gerade bei Veränderungsprozessen.

Sowohl Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als auch Führungskräfte "leben" in ihrer Organisationskultur, reflektieren sie aber oftmals nicht (mehr). Angesichts der enormen Bedeutung für den Erfolg einer Organisation lohnt es, sich bewusster mit kulturellen Aspekten zu beschäftigen. Und: Organisationskultur braucht Vorbilder – und zwar sowohl glaubwürdige Führungskräfte als auch exemplarische Pilotprojekte als Innovationsmotor sowie die Entlarvung dysfunktionaler geheimer Spielregeln.

Wer das auf dem Weg zu einer zeitgemäßen Kommunalverwaltung berücksichtigt, wird den Wandel erfolgreicher gestalten können. Sonst ist es nicht nur um die Strategie bereits "zum Frühstück" geschehen.

 
 

Detail Informationen

Arbeitsergebnisse
KGSt
Hansen, Ines
20200820A0004
8/2020
16.09.2020
14518kb