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Open Source in Kommunen. Ein Baustein für mehr Digitale Souveränität. Teil 1: Grundverständnis, Potenziale und Herausforderungen (5/2021)

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Beschreibung

Dieser Bericht steht unter der Creative-Commons-Lizenz CC-BY-SA 4.0 (Namensnennung und Weitergabe unter gleichen Bedingungen) zum Download zur Verfügung.

Kostenfrei und ohne vorherige Registrierung: www.kgst.de/doc/20210706A0006.

Digitale Souveränität. Die aktuellen politischen Debatten, Veranstaltungen, Kongresse und Fachartikel greifen dieses Thema zunehmend auf. Bei der Souveränität geht es im Kern um Selbstbestimmung. Was meinen Sie, was macht die Selbstbestimmung in einer zunehmend digitalisierten Lebens- und Arbeitswelt aus?

In diesem Bericht erfahren Sie, dass die Digitale Souveränität viele Facetten hat – zwei bedeutende sind die technologische Souveränität und die Datensouveränität. Zentrale Hebel zur Stärkung dieser Facetten sind der Einsatz von Open-Source-Software (OSS) und Offenen Standards in der Verwaltung.

Bereits im Jahr 2020 hat die KGSt mit Unterstützung des Deutschen Städtetags und der Bundes-Arbeitsgemeinschaft der Kommunalen IT-Dienstleister e. V. (VITAKO) eine Umfrage zum Thema "Open Source in Kommunen" durchgeführt. Ergebnis: Viele Kommunen sehen sich in kritischer Abhängigkeit von einzelnen nationalen und internationalen Software-Anbietern. Gleichzeitig hat der Einsatz von Open-Source-Software, die sich gerade durch eine herstellerunabhängige Lizenz auszeichnet, noch viel Potenzial. Vielfach fehlt es noch an Erfahrung und Know-how. Chancen wie eine intensivere interkommunale Zusammenarbeit und gemeinsame Entwicklung und Nachnutzung technischer Lösungen bleiben aktuell noch ungenutzt. Dabei ist gerade die IT-Verantwortung im Zuge der zunehmenden Digitalisierung Teil des kommunalen Gestaltungsauftrags und der kommunalen Selbstverwaltung.

In einer gemeinsamen Initiative zum Thema "Digitale Souveränität" haben der Deutsche Städtetag und die KGSt das Thema aufgegriffen. Das Diskussionspapier "Digitale Souveränität von Kommunen stärken" vom Deutschen Städtetag skizziert einen übergeordneten strategischen Rahmen. Dieser KGSt®-Bericht, der mit einer Vielzahl kommunaler Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Fachbereichen und weiteren Partnerinnen und Partnern aus dem Open-Source-Ökosystem entstanden ist, gibt konkrete Hinweise dazu, was genau "Open Source" bedeutet, welche guten Beispiele es gibt, aber auch, vor welchen Herausforderungen Kommunen bei der Einführung und Nutzung von OSS stehen und mit welchen Vorurteilen OSS, sehr häufig zu Unrecht, behaftet ist. Die Arbeitsergebnisse helfen Ihnen, sich mit den Potenzialen von OSS für Ihre Kommune ganz konkret auseinanderzusetzen, den Weg hin zu mehr OSS zu ebnen und Ihre Verwaltung sukzessive auf die mit dem Einsatz von OSS verbundenen Steuerungsfragen vorzubereiten.

Bitte bedenken Sie bei der Diskussion um OSS in Kommunen, dass es sich dabei stets nur um einen Baustein zur Stärkung der Digitalen Souveränität handelt. Wichtig ist, dass Sie in technologischer Hinsicht gestaltungsfähig sind und bleiben. Das ermöglichen auch herstellerspezifische Software-Lizenzen, beispielsweise dann, wenn es am Markt eine Auswahl aus unterschiedlichen Software-Produkten gibt und sie jederzeit den Anbieter wechseln können, oder wenn Sie sich vertragliche Mitgestaltungsrechte gesichert haben, wenn Sie also keinem Herstellereinschluss unterliegen. Eine vollständige Autonomie ist – wie in anderen Marktsegmenten auch – nicht realisierbar, es ist allerdings wichtig, Abhängigkeiten zu erkennen und die Steuerungsfähigkeit zu erhalten. Daneben muss die datenschutzkonforme Datenverarbeitung stets sichergestellt sein und die Kommune bzw. die Bürgerinnen und Bürger müssen souverän über ihre Daten verfügen können.

In diesem ersten Teil des Berichts "Open Source in Kommunen. Ein Baustein für mehr Digitale Souveränität." (5/2021) liegt der Schwerpunkt auf dem Einsatz von OSS, weil die Governance-Prozesse innerhalb der Verwaltung häufig noch zu wenig darauf ausgerichtet sind: Dafür ist zunächst ein Grundverständnis zu schaffen und Chancen sowie Herausforderungen sind zu transportieren. Dann ist eine Open-Source-Governance umzusetzen: Dabei geht es um Fragen der IT-strategischen Ausrichtung, der Vergabe und Beschaffung, der Revision, des Lizenzmanagements, aber auch der Nutzendenzentrierung. Diese Fragen wird die KGSt in einem weiteren Bericht aufarbeiten.

 
 

Detail Informationen

Arbeitsergebnisse
Krellmann, Anika
20210630A0003
09.07.2021
5312kb