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Qualitätsmessung in der kommunalen Gebäudereinigung (B 9/2003)

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Beschreibung

Die Gebäudereinigung stellt eine der größten Kostenpositionen in der laufenden Gebäudewirtschaft dar. So ist es nur folgerichtig, dass in Zeiten zunehmender Finanzknappheit das Preis-Leistungs-Verhältnis immer stärker in den Blickpunkt rückt.

Externe Dienstleister arbeiten nicht selten zu niedrigeren Preisen, als dies die Eigenreinigung kann. Allerdings entspricht mitunter die Reinigungsqualität nicht den Anforderungen der Kommune als Auftraggeberin. Und umgekehrt muss auch in Zeiten der Wettbewerbsorientierung die Eigenreinigung ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen, muss sie noch stärker ergebnisorientiert steuern.

Das banale, aber prekäre Problem dabei: Im Gegensatz zu den Kosten ist die Sauberkeit als Ergebnis der Gebäudereinigung nicht ohne Weiteres messbar.

Bislang versucht man, dieses Problem durch immer weiter gehende Verfeinerungen, Präzisierungen und Detailregelungen in den Leistungsbeschreibungen in den Griff zu bekommen. Wegen der dadurch gleichzeitig steigenden Kompliziertheit der Vertragsunterlagen, der stark erschwerten Lesbarkeit und Umsetzbarkeit wird zunehmend deutlich, dass darin nicht das Allheilmittel liegen kann. Dringend notwendig ist eine Möglichkeit, die gewünschte Reinigungsqualität so konkret vorzugeben, dass anschließend das erzielte Ergebnis auf relativ einfache Art und Weise gemessen werden kann.

Die Reinigungsbranche selbst hat diese Notwendigkeit erkannt. Inzwischen wurden Methoden entwickelt, die eine pragmatische Feststellung der Reinigungsqualität erlauben. Auch die Kommune als Auftraggeberin für Reinigungsleistungen muss sich mit dieser Thematik auseinander setzen. Da es dabei ganz besonders auf die praktische Umsetzbarkeit ankommt, wurde dieser Bericht auf der Basis von zuvor durchgeführten Praxistests erarbeitet. Es wird an dieser Stelle besonders betont, dass es dabei nicht darauf ankam, das bei diesen Tests eingesetzte Qualitätsmesssystem zu bewerten. Das verwendete System diente lediglich dazu, exemplarisch anhand der in der praktischen Erprobung gewonnenen Erkenntnisse generell das Pro und Contra zur Qualitätsmessung der Gebäudereinigung aus kommunaler Sicht aufzuarbeiten. Der KGSt ist bekannt, dass am Markt verschiedene Produkte zur Qualitätsmessung angeboten werden. Auch wenn die Praxistests nur mit Heranziehung eines Systems möglich waren, wird damit keine Empfehlung für oder gegen dieses bzw. andere Produkte ausgesprochen. Ein Gewinn des Projekts liegt dennoch darin, dass die Leser/-innen dieses Berichtes Erkenntnisse für ihre eigene Produktauswahl gewinnen können.

Der Bericht stellt daher kurz die Rahmenbedingungen der Praxistests dar und skizziert zum besseren Verständnis für den/die Leser/-in das verwendete Qualitätsmesssystem des Bundesinnungsverbandes für das Gebäudereiniger-Handwerk.

Die wichtigste Erkenntnis aus dem Projekt ist:
Ergebnisorientierung statt Tätigkeitsorientierung ist der richtige Weg in der Gebäudereinigung! Die Nutzung eines Qualitätsmesssystems ist dazu ein probates Mittel.

Die gewünschte Reinigungsqualität kann damit besser und für alle Beteiligten nachvollziehbar definiert werden. Schlechtleistung wird nachweisbar, das Verhältnis von Preis und Leistung wird greifbarer.
Für die Fremdreinigung ist damit eine bessere Grundlage für Ausschreibung, Vergabe und Kontrolle der erbrachten Leistung gegeben.
Auch die Eigenreinigung gewinnt: Die Steuerung der Leistungserbringung kann wirkungsvoll unterstützt werden. Die Positionierung im Wettbewerb wird belegbarer. Zudem zeigten die Praxistests einen spürbaren Motivationsschub beim Reinigungspersonal.

Die KGSt empfiehlt daher, die Qualitätsmessung als wesentlichen Baustein in die Steuerung der Gebäudereinigung zu integrieren, auch wenn heute noch nicht alle sich daraus ergebenden Fragen, beispielsweise zu Ausschreibungs- und Vertragsformulierungen, zur Ausgestaltung der Leistungsbeschreibungen usw., erschöpfend beantwortet werden können. Die KGSt wird die weitere Entwicklung auf diesem Weg begleiten.
 
 

Detail Informationen

Arbeitsergebnisse
KGSt
Grossenbacher, Elke
20031128B0015
Bericht 9/2003
24.11.2003
483kb