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Prozesse und E-Government in Job Centern – Erste Hinweise zur organisatorisch-technischen Umsetzung von "Hartz IV" (B 1/2004)

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Beschreibung

Erste Gesetze sind da - und was nun? So oder ähnlich fragen sich gegenwärtig viele Kommunen, die sich mit den Konsequenzen des Vierten Gesetzes für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt (Arbeitslosengeld II) - "Hartz IV" - und den entsprechenden Veränderungen im Sozialgesetzbuch auseinander setzen müssen. Viele Fragen sind unbeantwortet, rechtliche Regelungen stehen aus - doch eins ist klar: Die Zeit, in der sich die Kommunen auf die Umsetzung vorbereiten können, ist nach den Vorgaben des Gesetzgebers knapp. Denn am 1. Januar 2005 soll nach gegenwärtigem Stand "alles stehen", und die Arbeitsuchenden sollen den neuen Gesetzen entsprechend betreut und in den Arbeitsmarkt vermittelt werden.

Und noch eins ist nach der gegenwärtigen Rechtslage relativ deutlich zu erkennen: Gleichgültig welche Entscheidung eine Kommune trifft (Zusammenarbeit mit den Agenturen für Arbeit in Arbeitsgemeinschaften oder Option zur Übernahme der Aufgaben der Agenturen für Arbeit, vgl. Kapitel 2): Kommunen und Agenturen für Arbeit werden kooperieren. Daher empfiehlt sich die Lektüre des Berichts in jedem Fall.

Mit dem Bericht will die KGSt einen ersten Beitrag zur organisatorisch-technischen Umsetzung von "Hartz IV" leisten. Diskutiert und erarbeitet hat die vorliegenden Ergebnisse der Strategiezirkel E-Government der KGSt. Das Papier fußt auf einem Modell, das von einer Kooperation zwischen den Agenturen für Arbeit und Kommunen in gemeinsamen Job Centern ausgeht (Ausgestaltung der im Gesetz vorgesehenen Einrichtungen). Daher steht die organisatorisch-technische Ausgestaltung von Job Centern im Mittelpunkt.

Im Schwerpunkt setzt sich der Bericht mit folgenden Fragen auseinander:

  • Wie gestaltet sich der Prozess der (Re-)Integration von Langzeitarbeitslosen in einem Job Center?
    Anlage 1 enthält umfangreiche Beschreibungen des Prozesses und seiner Phasen.
  • Welche Informationen werden benötigt?
    Anlage 1 enthält erste Überlegungen zu den Informationen, die im Verlauf des Prozesses erforderlich sind. Um eine übersichtliche Darstellung zu gewährleisten, wird der Informationsbedarf jeweils an die graphische Darstellung einzelner Prozessphasen angelehnt.
  • Welche informationstechnischen Unterstützungsmöglichkeiten sind notwendig/sinnvoll, um ein Job-Center effizient und effektiv betreiben zu können?
    Hinweise finden sich in Abschnitt 4.3. Außerdem enthält Anlage 1 Überlegungen zu den informationstechnischen Anwendungen und "tools", die im Sinne einer medienbruchfreien Unterstützung des Prozesses nützlich/erforderlich sind. Auch diese Überlegungen werden jeweils an die graphische Darstellung einzelner Prozessphasen angelehnt.
  • Welche Fragen müssen im Veränderungsprozess beantwortet werden?
    Erste Hinweise zur Umsetzung und zur Gestaltung des Veränderungsprozesses gibt Kapitel 5.

Im Zentrum des Berichts stehen die Langzeitarbeitslosen, die sich in einer mehr oder weniger komplexen Problemlage befinden. Das für die Aussagen dieses Berichts bestimmende Ergebnisziel ist es, die Arbeitsuchenden so rasch als der Sachlage angemessen in den ersten Arbeitsmarkt zu (re-)integrieren. Dies geht nach unserer Auffassung nur dann, wenn Agenturen für Arbeit und Kommunen eng kooperieren, ihre Kompetenzen bündeln und die Arbeitsuchenden quasi "aus einer Hand" bedienen.

Eine solche, ganzheitliche und umfassende Unterstützung der Arbeitsuchenden ("Fördern und Fordern") erfordert eine weitgehende informationstechnische Unterstützung im Sinne von E-Government (medienbruchfreie, Institutionen übergreifende, durchgehend von Informationstechnik unterstützte Prozesse). E-Government ermöglicht, den Prozess inkl. der notwendigen Informationsflüsse effizient zu gestalten und den Arbeitsuchenden so schnell wie möglich in den Arbeitsmarkt zu (re-)integrieren. Denn mit den Möglichkeiten von E-Government, mit der heute einsetzbaren Informationstechnik können Prozesse auch über die angestammten Grenzen von Organisationen hinweg gestaltet werden - und dies ist eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg von "Hartz IV".

Der Bericht hat noch nicht auf alle Fragen erschöpfende Antworten. Er dient als erste Orientierung für Projektleitungen in Kommunen. Wegen der dynamischen Entwicklungen handelt es sich bei dem Bericht um "Version 1". Die KGSt wird ihn auf der Grundlage aktueller Entwicklungen fortschreiben. Daher sind Kommentare, Meinungsäußerungen und Anregungen an die KGSt besonders erwünscht.

Die Kommunen müssen selbst die grundsätzliche Frage beantworten, ob sie vom so genannten Optionenmodell Gebrauch machen wollen, sprich die Aufgaben der Agenturen für Arbeit mit übernehmen wollen - zu diesem Komplex wird sich die KGSt nicht äußern, da zum gegenwärtigen Zeitpunkt "weder die rechtlichen noch die finanziellen Rahmenbedingungen für die Option bekannt sind" (Deutscher Städtetag, Ratsbrief Nr. 27/24.02.2004, S. 4). Auch zur Errechnung der finanziellen Auswirkungen von "Hartz IV" insgesamt wird die KGSt keine Empfehlungen aussprechen.

Demgegenüber konzentriert sich die KGSt bei ihren Arbeiten zur Umsetzung von "Hartz IV" auf Fragestellungen in den Dimensionen Prozessmanagement, Informationsmanagement, Personalmanagement (ohne Rechtsfragen) und Changemanagement. Bezogen auf diese Felder will die KGSt die Mitgliedskommunen unterstützen.

 
 

Detail Informationen

Arbeitsergebnisse
KGSt
Wulff, Marianne
20040308B0014
Bericht 1/2004
10.03.2004
3287kb