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Leistungsorientierte Entgeltbestandteile im TVöD. Erste Empfehlungen (B 2/2006)

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Beschreibung

Mit dem TVöD ist erstmalig eine leistungsabhängige Lohndifferenzierung für grundsätzlich alle Beschäftigten möglich, die unter den Geltungs-bereich des TVöD fallen. Tarifliche Grundlage für die leistungsorientierte Bezahlung von Leistungszulagen und Prämien ist § 18 TVöD-VKA. Er stellt klar, dass nach dem Willen der Tarifpartner ab dem 01. Januar 2007 ein Leistungsentgelt eingeführt wird.

Die Tarifpartner sind sich darüber einig, dass die zeitgerechte Einführung des Leistungsentgelts sinnvoll, notwendig und deshalb beiderseits gewollt ist. Voraussetzung ist der Abschluss einer Dienstvereinbarung.

Ziele der Einführung von Leistungsentgelten sind die Verbesserung der öffentlichen Dienstleistung, die Steigerung der Motivation und Eigenverantwortung sowie die Verbesserung der Führungskultur: Diese Ziele sind auch Bestandteile der Philosophie des Neuen Steuerungsmodells und bauen auf bisher erreichten Reformschritten auf.

Für die Feststellung oder Bewertung von Leistungen, die zu einem Leistungsentgelt führen können, sieht der TVöD zwei Methoden vor: eine Zielvereinbarung (einschließlich einer Zielerreichungsüberprüfung) und/oder eine systematische Leistungsbewertung.

Der vorliegende Bericht gibt erste Umsetzungshilfen zum Einsatz leistungsorientierter Bezahlung. Er zeigt Optionen auf zur Einschätzung und Bewertung von Leistungen, zu Zielvereinbarungen und Zielerreichungsüberprüfungen, zur systematischen Leistungsbewertung und zum Vergabemodus.

Die Optionen spiegeln das Ziel wider, den gesamten Prozess zur Vergabe leistungsorientierter Entgeltbestandteile so einfach wie möglich und so komplex wie nötig zu gestalten. Gleichzeitig tragen sie den unterschiedlichen Voraussetzungen in den Kommunalverwaltungen Rechnung, indem sie Bezug nehmen auf die jeweils herrschende Organisationskultur.

Darüber hinaus empfiehlt der Bericht zwei Kombinationsmodelle, die die unterschiedlichen Entwicklungsstände in Kommunalverwaltungen berücksichtigen.

Modell A ist das Einsteigermodell. Es richtet sich an Kommunen, die bislang keine Erfahrungen mit Zielvereinbarungen haben. Hier steht im Vordergrund, dass Führungskräfte und Mitarbeiter/-innen die Formulierung von Zielen und Zielvereinbarungen zunächst üben. Dabei soll jeweils ein Ziel gefunden und vereinbart werden, das potenziell leistungsentgeltrelevant sein könnte, und daneben ein weiteres Ziel, das nicht leistungsentgeltrelevant ist. In dieser Phase werden alle Leistungsentgelte ausschließlich auf der Basis einer systematischen Leistungsbewertung vergeben. Zugleich wird die Formulierung von Zielen und Zielvereinbarungen geprobt, ohne sie bereits mit Leistungsentgelten zu verbinden.

Das Modell B ist das erweiterte Modell. Es ist für Kommunen geeignet, die bereits Erfahrungen in der Arbeit mit Zielen haben. Es besteht zum einen aus einer Kombination von Team- bzw. Gruppenzielvereinbarungen in Verbindung mit Individualzielvereinbarungen (leistungsentgeltrelevante und nicht leistungsentgeltrelevante) und zum anderen aus Individualzielvereinbarungen (leistungsentgeltrelevante und nicht leistungsentgeltrelevante) insbesondere mit Führungskräften. Die Kombinationsmöglichkeit mit der systematischen Leistungsbewertung ist ebenfalls gegeben.

Ein zentraler Erfolgsfaktor bei der Einführung der leistungsorientierten Entgeltbestandteile besteht in der Bereitschaft der Führungskräfte, die Leistung ihrer Mitarbeiter/-innen einzuschätzen und auf der Basis dieser Einschätzung Leistungsentgelte zu verteilen. Damit rückt eins der Tabuthemen in öffentlichen Verwaltungen ins Bewusstsein vieler Beschäftigter: die Leistungsdifferenzierung.

Angesichts der Komplexität des Themas empfiehlt die KGSt, die Einführung von Leistungsentgelten im Rahmen eines Projekts vorzunehmen.

Der vorliegende Bericht ist Teil der ersten Phase des KGSt-Projekts zur Umsetzung des TVöD. Er zeigt erste Weichenstellungen auf, um einen schnellen, pragmatischen Einstieg zu ermöglichen. Die zweite Phase konkretisiert die bereits erfolgten Empfehlungen auf der Basis der Umsetzungserfahrungen in den Kommunen. Diese Phase beginnt im Juli 2006 und wird über das Einführungsdatum 01. Januar 2007 hinausgehen, weil im gesamten Einführungs- und Umsetzungsprozess eine enge Begleitung und eine Rückkoppelung mit der kommunalen Praxis notwendig sein wird. Die KGSt wird die Kommunen durch weitere detaillierte Arbeitsergebnisse kontinuierlich unterstützen.

Dass dieses Reformwerk eine kontinuierliche Evaluation braucht, haben auch die Tarifpartner gesehen. Sie wollen die nächste Vergütungsrunde 2008 auch dazu nutzen, eine Evaluierung der Methoden auf der Basis der bis dahin bestehenden Systeme leistungsorientierter Bezahlung durchzuführen.

 
 

Detail Informationen

Arbeitsergebnisse
KGSt
Holzrichter, Elke R.; Weisel, Katja
20060529B0022
Bericht 2/2006
28.05.2006
716kb