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Angewandtes Geodatenmanagement. Eine Matrix zur Entscheidungsunterstützung (B 6/2006)

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Beschreibung

Im Jahr 2004 hat die KGSt den Bericht 5/2004 und den Materialienband 4/2004 zum Thema Geodatenmanagement (kurz: GDM) veröffentlicht. Im Laufe der Arbeiten wurde deutlich, dass es nicht ausreichend ist, allein die Anforderungen für eine zukunftssichere Implementierung eines Geodatenmanagements zu beschreiben, wenn man den damit verbundenen Verwaltungsumbau vorantreiben will. Deshalb wurde schon während der Arbeiten an diesen Publikationen zur Strukturierung des verwaltungsweit - also umfassend - greifenden GDMs die Idee geboren, in einem Nachfolgeprojekt die Prozesse, Strukturen und Abläufe herauszuarbeiten, die lohnend sind, um GDM in der Verwaltung nutzbringend und möglichst breit voranzutreiben. Mit diesem Bericht liegt in Form der GDM-Matrix eine Unterstützung für die Praxis vor, die es vor Ort erleichtert GDM mit größtmöglichem Nutzen zu versehen.

GDM ist heute mehr denn je gefragt, wenn es darum geht, schnelle, aktuelle, möglichst präzise und plausible (in Summe also effiziente) Entscheidungen vorzubereiten oder Lösungsmöglichkeiten für komplexe Problemstellungen mit Raumbezug zu erzeugen.

Um möglichst große Effekte zu erzielen, müssen Geodaten in allen Bereichen der Verwaltung genutzt werden können, denn sehr viele Prozesse der Verwaltung haben einen Raumbezug (Betreuung der Sozialhilfeempfänger, Ermittlung des Wohnungsbestandes, Vergabe von Kfz-Kennzeichen, Berücksichtigung von Umweltbelangen, Vorbereitung von Bauvorhaben, ...) - oftmals ist dieser latent vorhanden, nicht aber offensichtlich. Die einzelnen Fachbereiche wissen mit ihrer Themenverantwortung am besten, welche Wirkungen sich mit Unterstützung durch ihre Daten erzeugen lassen. Zu den potenziellen Wirkungen gehören die Reduktion von Kosten genauso, wie Bürokratieabbau, Steigerung der Qualität, Verbesserung der Kommunikationsprozesse und nicht zuletzt eine verbesserte Außendarstellung. Deshalb ist der Abfrageprozess "Wo, liegen welche Daten, mit welchen Ausprägungen und wer sind die Nutzer und Erzeuger“ am besten gemeinsam mit allen Fachbereichen zu erarbeiten. Die Klammer bildet dabei die Funktion des Geodatenmanagers oder eine Person in der Organisation, der diese Aufgabe obliegt. Er/Sie ist verantwortlich, das Wissen in den Fachbereichen abzufragen und auf die o. g. Belange hin auszuwerten. Damit bereitet er/sie Entscheidungen vor, die fachübergreifend getroffen werden müssen. Entscheidungen sind erfahrungsgemäß dann leichter zu fällen und dazu noch einfacher breit (horizontal und vertikal über die gesamte Verwaltung hinweg) abzusichern, wenn die Lesbarkeit der Information vereinfacht wird. Dies erreicht man am besten durch die Visualisierung. Geodaten als Basis sind dafür die geeignete Grundlage. Die Fachbereiche selbst sind mit dem hier vorgestellten Vorgehen davon befreit, zu beurteilen, ob die bei ihnen vorliegenden Informationen einen Geobezug haben und visualisiert werden können. Diese Entscheidung kann der Geodatenmanager treffen, die Fachbereiche sind lediglich für die Weitergabe des Wissens, welche Informationen bei Ihnen vorliegen, verantwortlich. Ob und wie diese Informationen mit Geobezug belegt und für querschnittsorientierte Entscheidungen zur Verfügung gestellt werden, entscheidet letztendlich die Politik und Verwaltungsspitze, mit ihren strategischen Vorgaben. Der Geodatenmanager kann in der Entscheidungsvorbereitung unterstützend tätig werden, indem er die GDM-Matrix auf der Basis der eingegangenen Rückläufe auswertet.

Die entsprechende Kenntnis der wesentlichen Inhalte zu dem Bericht 5/2004 wird vorausgesetzt. Ergänzend dazu wird in diesem Bericht ein möglicher praktischer Weg vorgestellt, der die Arbeit in den Kommunen unterstützt.

Der Bericht beschreibt die Anwendungsmöglichkeiten der mitgelieferten Entscheidungsmatrix für den GDM-Einsatz (kurz: GDM-Matrix). Mit der GDM-Matrix lassen sich Vernetzungsgrade und -potenziale herausarbeiten, die in der Kommune bereits vorhanden sind oder sinnvoll zu entwickeln wären. Dabei geht es immer um die Aufgabenerfüllung im Kontext von E-Government und die Verbindung zu den in den Kommunen mannigfaltig vorliegenden Geodaten.

Das Geodatenmanagement in den Kommunen hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Es hat sich von einer eher an der Technik orientierten Speziallösung zu einer querschnittsorientierten Aufgabe in der Kommune mit breitem Gesamtnutzen gewandelt. Um die mannigfaltigen Handlungsspielräume erkennen, ausloten und bewerten zu können, wurde diese GDM-Matrix als Handlungsmatrix für Geodatenmanagement entwickelt. Mit ihr können die Bereiche der Verwaltung identifiziert werden, die - nach verschiedenen Kriterien beurteilt - geeignet sind, um mit einer Realisierung von querschnittsorientierten Aufgaben mit Geobezug zu beginnen. Unter Bereichen sind hier Anwendungen einzelner oder gemischter Fachbereiche gemeint, wie Soziales, Planung oder Liegenschaften z. B. für Integrations- oder Sozialmonitoring. Unter Kriterien sind solche wie, Schnelligkeit in der Erstellung von Lösungen, Langlebigkeit der Themen, Auswirkungen auf den Verwaltungsablauf oder -aufbau etc. gemeint. Die GDM-Matrix gibt den Kommunen ein Handlungsraster an die Hand, das die Feststellung der - in der individuellen Situation jeweils zu präferierenden - Startpunkte erleichtert.

Der Inhalt dieses Berichtes ist als Begleittext für die anhängende Excel-Tabelle zu verstehen, die das eigentliche Ergebnis der Arbeit darstellt. Inhalt des Begleitberichts zur GDM-Matrix sind Empfehlungen für den Umgang mit der Excel-Tabelle. Es geht hierbei vor allem darum darzulegen, wie

  • die Entscheidungsvorbereitung unter Einsatz von Bordmitteln laufen kann und
  • die kommunalspezifische Gewichtung von Vorrangthemen auf der Basis der GDM-Matrix leicht zu bewerkstelligen ist.

Tests in der Arbeitsgruppe haben bereits gezeigt, dass die GDM-Matrix mit geringem Aufwand ermöglicht, eine Übersicht über rasche und unkomplizierte Einsatzmöglichkeiten mit guten, weiterführenden Erkenntnissen für die tägliche kommunale Arbeit zu generieren, Nutzen und Aufwand zu erkennen und Projekte mit GDM-Bezug zu priorisieren.

Mit dem Angebot, die individuellen Rückmeldungen bis zu einem bestimmten Stichtag an die KGSt zurückzumelden, will die KGSt einen weiteren Beitrag dazu leisten, den oben beschriebenen Prozess in den Kommunen als bald als möglich in Gang zu setzen.

 
 

Detail Informationen

Arbeitsergebnisse
KGSt
Steinert, Dr. Marion
20060810B0019
Bericht 6/2006
07.08.2006
408kb