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Vergleichen - Lernen - Handeln. Ergebnisse aus 10 Jahren Vergleichsringarbeit des IKO-Netzes der KGSt (B 10/2006)

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Beschreibung

Ziele finden - Zahlen kennen - Handeln können
Leitmotiv des IKO-Netzes

Zum 10-jährigen Bestehen des IKO-Netzes der KGSt wird ein Bericht vorgelegt, der exemplarisch die seit der Gründung des IKO-Netzes im Oktober 1996 in den Vergleichsringen gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse für ausgewählte Handlungsfelder darstellt.

Neben den Kennzahlenwerten als Grundlage des interkommunalen Jahresvergleichs wurde eine Fülle kennzahlengestützter bzw. durch die Kennzahlenanalyse initiierter Informationen gewonnen, die in diesem Bericht auszugsweise für die praktische Anwendbarkeit zugänglich gemacht werden. In der Vergleichsarbeit werden gute Praktiken und Methoden von Verwaltungen oder Organisationseinheiten deutlich und transparent, die Vorbild und Hilfe für andere sein können.

Die Erkenntnisse aus der langjährigen Vergleichsringarbeit zeigen auch: Es gibt nicht die beste Kommune - auch nicht innerhalb eines kommunalen Handlungsfeldes wie z. B. Grünflächenpflege, Personalwirtschaft, Schulverwaltung.

Für das Verständnis der Vergleichsarbeit und deren Ergebnisse ist bedeut-sam, dass Vergleichsringe kommunales Benchmarking sind, das gute (vorbildliche) Handlungen, Ergebnisse usw. ermittelt und mit dem der übrigen Kommunen vergleicht. Die KGSt bleibt beim Begriff Vergleichsring, um zu verdeutlichen, dass Gruppen von Kommunen gemeinsam Verbesserungen für alle Beteiligten erzielen wollen, die mittels solidarischer und kooperativer Arbeitsformen generiert werden.

Kurzum, Vergleichsringe sind interkommunale Zusammenarbeit und Selbsthilfeprojekte der kommunalen Familie. Das IKO-Netz betreut als Auftragnehmer methodisch und organisatorisch die Vergleichsringe, die den kommunalen Auftraggebern praktischen Nutzen bringen. Vergleichsringe dienen den Vergleichskommunen mit Informationen für die lokale Steuerung. In den Vergleichsringen stellen die Teilnehmer ihre Leistungen dar und lernen, Qualität und Aufwand einer Leistung zu definieren. Durch die Zuordnung von Kennzahlen zu Leistungen und Produkten entstehen für viele Kommunen erstmals vergleichbare Bewertungskriterien zur Messung der Produktivität und Leistungsqualität.

In 190 Vergleichsringen mit mehr als 2.000 teilnehmenden Kommunen insgesamt wurden Kennzahlen definiert und Kennzahlenwerte ermittelt, die als Basis für die interkommunalen Vergleiche dienten und dienen.

Innerhalb von 10 Jahren wurde ein Netzwerk aufgebaut, in dem jährlich 70 bis 80 Vergleichsringe mit inzwischen mehr als der Hälfte der über 1.600 KGSt-Mitglieder arbeiten. Dies ist ein durchschlagender Erfolg der KGSt gemeinsam mit ihren Mitgliedern. (0 KB)

Zwei Drittel der Kommunen in Deutschland mit mehr als 20.000 Einwohnern und etwa die Hälfte derer mit über 10.000 Einwohnern haben bislang an mindestens einem Vergleichsring des IKO-Netzes teilgenommen. (0 KB)

Diese Zahlen belegen, dass von einer „Durchdringung“ des Kommunalbereiches gesprochen werden kann. Das Steuerungsinstrument Kennzahlen hat sich in der Kommunalverwaltung durchgesetzt. Dieses einzigartige Vergleichsring-Engagement im öffentlichen Bereich belegt darüber hinaus die Innovationsfreudigkeit, Zukunftsorientierung und Reformfähigkeit deutscher Kommunen.

Kommunen benötigen Informationen zur lokalen Steuerung, z. B. für die Ermittlung von Haushaltsansätzen, für die Gestaltung von Arbeitsprozes-sen, für die Beurteilung von Qualität etc. In aller Regel wird der eigene Status Quo anhand der Entwicklung lokaler Kennzahlenwerte festgestellt, z. B. Kostenentwicklung im Vergleich der letzten Jahre, Verkürzung der Durchlaufzeiten oder höhere Zufriedenheit der Bürger/-innen gegenüber der letzten Befragung. Zeigen die so gewonnenen Kennzahlen und deren Werte eine positive Entwicklung auf, sehen Kommunen teilweise keinen bzw. wenig Handlungsbedarf. Objektiv betrachtet, steht aber nicht fest, ob die eigenen Werte gut oder gar sehr gut sind. Dies lässt sich nur feststellen durch ein methodisch gesichertes Verfahren, den Kennzahlenvergleich mit vergleichbaren Kommunen. Erzielt eine Kommune im interkommunalen Vergleich nicht die besten Werte, muss es auch im öffentlichen Bereich selbstverständlich sein, alles daran zu setzen, mit der „Spitze“ gleich zu ziehen. Das gebietet allein schon die Finanzkrise der öffentlichen Hand.

Inhaltlich konzentrieren sich die Vergleichsringe zunächst auf die Bereiche mit den höchsten Kosten und den größten Steuerungsproblemen - verbunden mit der Möglichkeit, die Probleme zu lösen. Gebäude, Personal, Grünflächen/Bauhof/Straßenunterhaltung und Kindertagesstätten/Jugend-hilfe machen etwa die Hälfte der Vergleichsringe aus, die andere Hälfte verteilt sich auf 16 weitere Vergleichsbereiche. (0 KB)

Nachfolgend werden einige Beispiele guter kommunaler Praxis dargestellt, wie sie sich in den Vergleichsringen präsentiert und zu entsprechenden Kennzahlenergebnissen geführt haben.

Dabei wird sparsam mit Kennzahlenwerten umgegangen, da die praktischen Ergebnisse und Folgen der Vergleichsarbeit im Vordergrund stehen, und neugierig machen sollen auf die Mitarbeit in Vergleichsprojekten.
 
 

Detail Informationen

Arbeitsergebnisse
KGSt
Korte, Rainer; Leitner-Achtstätter, Manfred; Maurer, Michaela; Stallmeyer, Andra; Tausch, Christa; Wick, Thomas
20061009B0028
Bericht 10/2006
06.10.2006
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