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Optimierungspotenziale im Baubetriebshof II. Leistungszukauf am Markt und Interkommunale Zusammenarbeit (B 1/2007)

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Beschreibung

Wirtschaftlichkeit ist bei kommunalen Baubetriebshöfen ein zu Recht stark diskutierter Punkt. Die Leistungsfähigkeit dieser Einrichtungen wird mit der anderer Kommunen, besonders aber auch mit der des privatwirtschaftlichen Sektors verglichen. Häufig wird dann eine Leistungssteigerung und/oder Preisreduzierung beim kommunalen Baubetriebshof angemahnt, allerdings bisweilen vergessen, dass gerade Private ihren Vorteil nicht zuletzt durch flexiblere Prozesssteuerung erlangen. Handlungsweisen, die kommunalen Baubetriebshöfen oftmals durch politische oder besondere öffentlichrechtliche Verfahrensvorgaben und Entscheidungsregeln versperrt werden.

Hier setzt der Bericht an und befasst sich vornehmlich aus der Sicht der Baubetriebshofleitung damit, wie zusätzlich zur Optimierung interner Abläufe gezielter Leistungszukauf und interkommunale Zusammenarbeit wirkungsvoll zur Wirtschaftlichkeitssteigerung beitragen können.

Ziffer 1 stellt zunächst besonders für Entscheidungsträger in der Verwaltungsspitze die Steigerung der Handlungsfähigkeit durch diese Optimierungsoption dar. Sollen Baubetriebshöfe im Marktvergleich gemessen werden, muss dies unter weitmöglicher Chancengleichheit geschehen. Nur so ist ein nachhaltiges und solides Resultat möglich, kann die wirklich wirtschaftlichste Alternative identifiziert werden. Wie seine gewerbliche Konkurrenz muss daher der Baubetriebshof ebenfalls die Möglichkeit flexiblen Handelns erhalten.

Ziffer 2 zeigt die Anknüpfungspunkte dieses Berichts zu den KGSt-Berichten 12/2000 "Kommunale Leistungen im Wettbewerb" und 4/2002 "Optimierungspotenziale im Baubetriebshof" auf.

Ziffer 3 erläutert, warum es kein generelles Erfolgsrezept zur Leistungsvergabe und interkommunaler Zusammenarbeit geben kann. Zwingend notwendig ist stets, dass der Baubetriebshof zunächst die eigene Ausgangslage sowie die mittelfristige Zielvorgabe der Verwaltungsführung kennt. Nur dann kann er seine eigene, darauf aufbauende Zielerreichungsstrategie definieren und umsetzen. Anhand von vier Beispielen wird im Anhang dazu dargestellt, wie unterschiedliche Zielvorgaben zu unterschiedlichen Strategien führen können.

Ziffer 4 zeigt auf, dass im Rahmen des Leistungserstellungsprozesses nur der Baubetriebshof aufgrund seiner internen Betriebs- und Kostenkenntnis beurteilen und daher sinnvoll steuern kann, wann welche Leistungszukäufe in Betracht kommen. Dies können unvorhersehbare Sachverhalte, wie beispielsweise Personal- und/oder Maschinenausfälle sein, aber auch geplante Auslöser, wenn beispielsweise Überkapazitäten abgebaut werden sollen.

Es kommen drei unterschiedliche Arten eines Leistungszukaufs1 in Betracht: Zukauf von Personal, Maschinen und Dienstleistungen. Für diese drei Arten werden beispielhaft Entscheidungswege dargestellt. Zudem werden Chancen und Risiken externen Leistungszukaufs aufgezeigt. Fazit ist, dass externer Leistungszukauf durch den Baubetriebshof ein wichtiges Instrument zu flexiblem und wirtschaftlichen Handeln sein kann.

Ziffer 5 setzt sich mit interkommunaler Zusammenarbeit als besonderer Form des Leistungszukaufs auseinander. Die KGSt empfiehlt die interkommunale Zusammenarbeit als wesentliches Gestaltungsinstrument in Alternativbetrachtungen einzubeziehen. Allerdings sind dabei die nationalen und EU-rechtlichen Vergaberegelungen sowie das Steuerrecht zu beachten.

Unterhalb der EU-Schwellenwerte sind die rechtlichen Hürden weniger restriktiv und nicht alle Kooperationsfälle unterliegen diesen Einschränkungen, z. B. Wissenstransfer, Einkaufsgemeinschaften und Zweckverbandsgründung.

Kommunen und ihre Baubetriebshöfe sind gut beraten, wenn sie nicht nur zwischen komplett eigener Leistungserstellung oder Outsourcing von Leistungsproduktion entscheiden, sondern auch punktuellen Leistungszukauf im Rahmen der Produkterstellung prüfen. Hier können Potenziale auf dem Weg zur Wirtschaftlichkeitssteigerung liegen, die es zu nutzen gilt!


1) Das Wort "Leistungszukauf" ist weit gefasst und beinhaltet im Sinne dieses Berichts jedwede externe Beschaffung, sowohl bei gewerblichen Anbietern wie auch im Wege der interkommunalen Zusammenarbeit. Denn letztendlich wird auch interkommunale Zusammenarbeit entgeltlich sein, lediglich der formale Weg, der zur Zusammenarbeit führt, ist unterschiedlich.

 

 
 

Detail Informationen

Arbeitsergebnisse
KGSt
Grossenbacher, Elke
20070115B001A
Bericht 1/2007
08.01.2007
549kb