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Die Kommunalverwaltung als familienfreundliche Arbeitgeberin (M 4/2007)

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Beschreibung

Zahlreiche Kommunen diskutierten am 21./22. Juni 2007 im Rahmen einer KGSt-Arbeitssitzung über das Thema "Die Kommunalverwaltung als familienfreundliche Arbeitgeberin". Dabei stellten sie auch ihre bisherigen Aktivitäten zu diesem Thema vor.

Die Teilnehmenden stellten fest, dass in vielen Kommunalverwaltungen Familienfreundlichkeit bereits "gelebt" würde, zahlreiche Angebote zeigen dies. Aber: Es bestünden noch Handlungsbedarfe hinsichtlich einer strategischen Ausrichtung als familienfreundliche Arbeitgeberin und einer familienfreundlichen Verwaltungskultur. Was möglich sei, hinge vielfach von einer positiven Interaktion zwischen Mitarbeiterin bzw. Mitarbeiter und der unmittelbaren Führungskraft ab. Zudem stehe das Thema derzeit häufig noch im Spannungsfeld zum Abbau von Personalressourcen.

Einig waren sich die Teilnehmenden über die zunehmende strategische Bedeutung von Familienfreundlichkeit. Diese umfasse nicht nur die Vereinbarkeit von Beruf und Familie im klassischen Sinn, sondern zunehmend auch von Beruf und Pflege. Gründe hierfür seien:

  • Ökonomische Notwendigkeiten, wonach bei hohem Kostendruck und trotz hoher Belastungen die Leistungsbereitschaft und -fähigkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhalten bleiben müsse. Dazu könne und müsse die Verwaltung Rahmenbedingungen bieten, um Belastungen möglichst zu reduzieren. Dies trage zur Optimierung von Personalkosten bei und rechne sich damit auch betriebswirtschaftlich. (Vgl. hierzu auch KGSt-Bericht 4/2007.)
  • Der demografischen Entwicklung mit zurückgehendem Erwerbspersonenpotenzial könne die Kommunalverwaltung vor allem dann wirkungsvoll begegnen, wenn sie sich nach innen und außen als attraktive Arbeitgeberin positioniere. Nur so könnten auch künftig Leistungsträgerinnen und Leistungsträger gewonnen und gehalten werden.
  • Immer mehr Städte und Gemeinden hätten sich zum Ziel gesetzt, eine familienfreundliche Stadt zu sein und dies als Standortfaktor zu nutzen. Familienfreundlichkeit nach außen stehe in diesen Verwaltungen bereits im Zentrum der Kommunalpolitik. Dieses Ziel sei umso besser realisierbar, wenn Kommunen sich auch nach innen offensiv als familienfreundliche Arbeitgeberin positionieren. Der öffentliche Dienst könne so Vorbild für Unternehmen und andere Organisationen sein.

Angesichts dieser Herausforderungen müsse das Ziel ein familienfreundliches Verwaltungsmanagement sein, so die Teilnehmenden. Dazu müssten auch bestehende Prozesse und Strukturen auf Familienfreundlichkeit und Flexibilisierungsmöglichkeiten betrachtet werden. Gerade bei Beschäftigten, die in Elternzeit gingen, müssten dann rechtzeitig Signale seitens der Arbeitgeberin gesetzt werden, dass man ein Interesse an einer schnellen Rückkehr in den Beruf habe und hierzu die erforderlichen Rahmenbedingungen biete. Hilfreich sei auch, positive Beispiele für ein "gelebtes" familienfreundliches Verwaltungsmanagement darzustellen.

Immer mehr private Unternehmen erklären Familienfreundlichkeit derzeit bereits zum Geschäftskonzept. Auch in den Kommunalverwaltungen müsse stärker ein Umdenken einsetzen, damit in Zukunft der Wettbewerb um "die besten Köpfe" zu Gunsten der Kommunen entschieden werden könne, so das Fazit der Teilnehmenden.

Als erstes Ergebnis dieser Sitzung sind im Folgenden erste Praxisbeispiele aus Kommunen zu familienfreundlichen Prozessen und Strukturen sowie Instrumenten der Personalentwicklung zusammengestellt. Diese beziehen sich bislang lediglich auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie im klassischen Sinn. Zahlreiche Dokumente können in der Wissensdatenbank im KGSt®-Portal abgerufen werden.

 
 

Detail Informationen

Arbeitsergebnisse
KGSt
Krutoff, Heike
20070913B0080
Materialien 4/2007
11.09.2007
3853kb