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Erfolgsfaktoren für die Einführung elektronischer Wissensdatenbanken. Am Beispiel Rechtswissen (B 1/2008)

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Beschreibung

Wissensdatenbanken an sich sind nicht neu. Die elektronische Vorhaltung von Informationen ist zwischenzeitlich sehr weit verbreitet. Der damit verbundene Nutzen ist seit einigen Jahren offensichtlich: schnelles Recherchieren ... auf unterschiedlichsten Plattformen ... über die Welt verteilt ... vermittelt einem rasch den Eindruck, dass das Wissen der Welt offen liegt. Leider trügt hier der Schein. Es ist nicht sicher, dass wir wirklich die beste und aktuellste Information finden, wenn wir öffentlich suchen. Will man das hingegen sicherstellen und insbesondere den Kontext, für den wir Informationen benötigen, mitberücksichtigen, so wird die Quelle für fachlich und sachlich richtige Information, die allen Prüfungen standhält, schon magerer. Gerade das Recherchieren auf dem Gebiet "Rechtswissen" muss aber diesen Kriterien standhalten und erfordert ein hohes Maß an Loyalität, Sachkunde und Präzision gegenüber seinen Inputgebern.

Um also auf dem Gebiet des Rechtswissens einen hohen Nutzen zu erzeugen, benötigt man Tools/Werkzeuge, die den genannten speziellen Anforderungen standhalten. Eine Möglichkeit des modernen Wissensaustausches wird mit diesem Bericht für den interkommunalen "Austausch von Rechtswissen" behandelt.

Die von den verschiedenen Rechtsämtern der Kommunen bearbeiteten Rechtsfragen ähneln sich häufig. Die Mitarbeiter in den Rechtsämtern verschiedener Kommunen interagieren allerdings nur in Ausnahmefällen miteinander. Damit werden potenzielle Synergieeffekte im Rahmen der internen Rechtsberatung in den Kommunen, die einen wissensintensiven Prozess darstellt, derzeit nicht vollständig erschlossen.

Die rechtliche Arbeit wird immer heterogener. Die Notwendigkeit auf Themenzentrierung wächst. Für diese Entwicklung ist eine Unterstützung über elektronische Rechtsdatenbanken besonders gut geeignet. Mit der Nutzung einer überregional strukturierten elektronischen Rechtsauskunft kann ein höherer Grad an Aktualität verbunden sein. Die Arbeit wird redundanzfrei erledigt. Allerdings muss die Übertragbarkeit auf die örtlichen Gegebenheiten überprüfbar sein. Für neue Mitarbeiter wird die Einarbeitungszeit kürzer und sie sind in der Lage sich selbstständig rasch einen aktuellen Überblick über die Rechtslage und die behandelten Fälle zu verschaffen.

So können sowohl Juristen als auch Verwaltungsfachleute, die sich mit juristischen Fragestellungen befassen, von den abgelegten Informationen profitieren. Um die Qualität der verfügbaren Informationen selbst einordnen zu können, ist eine Rahmeninformation mitzuführen: etwa die Größe der Kommune, die eine Stellungnahme eingereicht hat, die Erfahrung des Mitarbeiters in dem Thema für das er ein Gutachten verfasst hat oder etwa der Gesamtkontext (politisch/zeitlich/sachbezogen), in dem die Verfügung steht.

Die Verwaltungsführung selbst sollte einem offenen Austausch aller verfügbarer Informationen wohlgesonnen gegenüberstehen. Sollten sich Grenzen in der Organisation oder Kommunikation zeigen, so kann die Verwaltungsführung klärend und homogenisierend einwirken.

Von den Wirkungen der neuen Möglichkeiten sind sowohl die Rechtsämter selbst, also auch Organisationseinheiten für Rechtsfragen und die juristischen Fachleute in der Verwaltung betroffen. Im Rahmen der Erstellung dieser neuen Leistungen werden die Organisation/IT innerhalb der zentralen Steuerungsunterstützung und im zentralen Service mit dem Thema befasst sein.

 
 

Detail Informationen

Arbeitsergebnisse
KGSt
Steinert, Dr. Marion
20080320A0012
Bericht 1/2008
20.02.2008
1428kb