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Bauinvestitionscontrolling. Baukosten einhalten und wirtschaftlich bauen (B 3/2008)

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Beschreibung

Bauinvestitionscontrolling ist im Hoch- und Tiefbau die Voraussetzung, das Gebot der Kommunalverfassungen aller Länder nach sparsamer und wirtschaftlicher Haushaltsführung in die Praxis umzusetzen.

Dem Wirtschaftlichkeitsziel (möglichst geringer Aufwand zur Erreichung eines bestimmten Zwecks) muss gegen unrealistische Nutzerforderungen, baugestalterische und bautechnische Wünsche zu angemessener Berücksichtigung verholfen werden.

Die Weichen für wirtschaftliches Bauen und die Einhaltung der Kosten- und Projektplanungen werden schon lange vor dem ersten Spatenstich auf der Baustelle gestellt. Der Bericht zeigt, wie Strukturen und Prozesse eines wirkungsvollen Bauinvestitionscontrollings so angelegt werden können, dass Bauplanungen unterstützt, die jeweiligen Projektabläufe (Bedarfsermittlung, Planung, Budgetzuschnitt, Steuerung, Bauausführung) transparenter und steuerbarer und somit letztendlich Baukostenüberschreitungen vermieden werden können.

Optimale Mittelverwendung erhält bzw. erschließt Spielräume! Durch Umsetzung der Empfehlungen tritt finanzieller Nutzen durch Vermeidung kostspieliger und ungeplanter Nachträge ein. Zudem gewinnt die Verwaltung an Sicherheit und Glaubwürdigkeit ihrer Planungen, die Reputation bei Bürgerinnen und Bürgern steigt.

Um dies zu erreichen, müssen die eigenen Prozesse und Strukturen rund um Bauprojekte analysiert und ein Bauinvestitionscontrolling auf der Basis der Berichtsempfehlungen aufgebaut werden. Dieses ist organisatorisch zu definieren und im Verwaltungsgefüge zu verankern.

Die Einrichtung eines wirkungsvollen Bauinvestitionscontrollings sollte auf folgenden Eckpunkten beruhen:

  • Systematisierte Kosteninformationen als Entscheidungsgrundlage
    Mit den in diesem Bericht angesprochenen Projekten sind hohe Investitionssummen und in allen Folgejahren des jeweiligen Lebenszyklus weitere Bewirtschaftungskosten verknüpft. Aus diesem Grunde müssen Kosteninformationen in jeweils dem Planungsstand angemessener Qualität den Entscheidungen zugrunde liegen. Diese Kosteninformationen müssen stets mit dem Haushalt aktuell verknüpft sein.
  • Strukturierter Handlungsrahmen
    Zur Vermeidung von kostenträchtigen Fehlentscheidungen und Planungsirrtümern muss ein strukturierter Rahmen geschaffen werden, in dem Investitionsmaßnahmen abgewickelt werden.
  • Gestaltung des Planungs- und Entscheidungsprozesses durch Unterteilung der Projektabläufe (Planung und Ausführung) in Phasen
    Durch die Einteilung aller Projekte in Phasen mit klar definiertem Beginn und Ende sowie zugrunde liegenden Kosteninformationen werden Herstellungsprozesse transparent und steuerbar.
  • Definierte Entscheidungsfindung
    Federführung und Entscheidungskompetenz müssen für jede Phase eines Projekts eindeutig festgelegt werden. Ggf. sollte eine entscheidungsstützende Investitionskonferenz eingerichtet werden bzw. ein anderes Gremium, beispielsweise eine Beigeordnetenkonferenz, diese Funktion wahrnehmen.
  • Einrichtung einer für das Bauinvestitionscontrolling zuständigen Stelle
    Die Anforderungen, die ein wirkungsvolles, leistungsfähiges Bauinvestitionscontrolling stellt, sind nicht aufteilbar auf verschiedene Handlungsträger. Es muss eindeutig an einer Stelle zusammengeführt werden.
 
 

Detail Informationen

Arbeitsergebnisse
KGSt
Grossenbacher, Elke
20080904A001A
Bericht 3/2008
16.08.2008
685kb