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Arbeitgeber Kommune. Erfolgsfaktor Familienfreundlichkeit (B 3/2009)

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Beschreibung

Die Gestaltung des demografischen Wandels, der bereits im KGSt-Bericht 1/2009 ausführlich beschrieben wurde, ist eine der zentralen Herausforderungen der Zukunft für alle Kommunen. Dies gilt insbesondere auch in ihrer Rolle als Arbeitgeber:
  • Das Erwerbspersonenpotenzial sinkt und bereits heute zeigt sich in einigen Bereichen des öffentlichen Dienstes ein Mangel an Führungs- und bestimmten Fachkräften.
  • In Zukunft werden immer häufiger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter damit konfrontiert sein, dass Familienangehörige pflegebedürftig sind bzw. betreut werden müssen.

Die künftige Leistungsfähigkeit der Kommunen hängt u. a. davon ab, inwieweit es gelingt in einem schärfer werdenden Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte konkurrenzfähig zu sein. Attraktiv als Arbeitgeber ist derjenige, dem es gelingt, die familiären und lebensphasenabhängigen Bedürfnisse der Beschäftigten mit dem Berufsalltag in Einklang zu bringen.

Familienfreundlichkeit ist ein entscheidender Erfolgsfaktor, um zum einen neue qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen und zu binden und zum anderen das Potenzial der bereits in der Verwaltung Beschäftigten als auch der noch nicht dort Beschäftigten zu aktivieren.

Immer mehr Studien belegen, dass bei der Wahl eines neuen Arbeitgebers sowie der Bindung an den bisherigen Arbeitgeber die Frage der Vereinbarkeit von Beruf und Familie eine wichtige Rolle spielt.

Vor allem die privaten Unternehmen bereiten sich schon heute auf diesen stärker werdenden Wettbewerb vor. Immer mehr Firmen erklären Familienfreundlichkeit derzeit zum Geschäftskonzept. 84 Prozent der Topmanager sind der Überzeugung, dass Familienfreundlichkeit ein Wirtschaftsfaktor für den Standort Deutschland ist.

Die KGSt hat in ihrer Materialie 4/2007 "Die Kommunalverwaltung als familienfreundliche Arbeitgeberin" bereits zahlreiche kommunale Praxisbeispiele für Familienfreundlichkeit beschrieben. In Ergänzung hierzu werden in diesem Bericht gutachtliche Empfehlungen der KGSt zu folgenden Themen gegeben:

  • Strategische Bedeutung von Familienfreundlichkeit für die Kommune als Arbeitgeber.
  • Eckpunkte für eine familienfreundliche Verwaltungskultur.
  • Handlungsempfehlungen zur Umsetzung der Strategie "Familienfreundlichkeit als Arbeitgeber".

In einer familienfreundlichen Verwaltungskultur wird den betroffenen Beschäftigten signalisiert, dass es ihrem Arbeitgeber wichtig ist, sie als aktives Personal zu erhalten, indem er durch entsprechende Rahmenbedingungen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ermöglicht.

Aus Arbeitgebersicht müssen vor allem die vorhandenen Potenziale noch besser als bisher genutzt werden. Zufriedene, gesunde und motivierte Beschäftigte ohne längere "berufliche Auszeiten" tragen zu einer hohen Arbeitsproduktivität bei.

Die Umsetzung einer Strategie "familienfreundlicher Arbeitgeber Kommunalverwaltung" erfordert familienfreundliche Prozesse und Strukturen. Dabei ist individuellen Lösungen der Vorrang vor starren Konzepten zu geben. Zu familienfreundlichen Instrumenten der Personalentwicklung gehören neben einer gezielten Beratung und Begleitung der Betroffenen, Personalentwicklungsgespräche als Teil des Mitarbeitergesprächs durch die Führungskraft. Ferner gewinnen die betrieblich unterstützte Kinderbetreuung, spezielle Angebote für Väter sowie Familienserviceangebote für Beschäftigte mit zu pflegenden bzw. zu betreuenden Angehörigen an Bedeutung. Hierzu enthält der Bericht zahlreiche Praxisbeispiele.

Unternehmen werben bereits mit Familienfreundlichkeit. Aber auch Verwaltungen müssen noch stärker als bisher Familienfreundlichkeit als Marketinginstrument nach innen und außen nutzen: "Tue Gutes ... und rede darüber!".

 
 

Detail Informationen

Arbeitsergebnisse
KGSt
Krutoff, Heike
20090723A0032
Bericht 3/2009
17.07.2009
464kb