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Strukturwandel und Wirtschaftlichkeitssteuerung im Friedhofs- und Bestattungswesen. Band 2: Haushalts- und Rechnungswesen, Kostenrechnung und Gebührenkalkulation (B 4/2009)

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Beschreibung

Die strukturellen Veränderungen im Friedhofs- und Bestattungswesen und Ansätze für langfristig tragfähige Maßnahmen zur Optimierung des Leistungsangebots sowie der -erbringung standen im Mittelpunkt des Bandes 1 der gleichnamigen Veröffentlichung (KGSt-Bericht 13/2007).

Der vorliegende Band 2 widmet sich nun dem Spannungsfeld zwischen politischer Steuerung, betriebswirtschaftlicher Orientierung und abgabenrechtlichen Anforderungen. Dabei sind die Auswirkungen des neuen Haushalts- und Rechnungswesens von wesentlicher Bedeutung. Sie bieten für die Anwendung der Kostenrechnung und der Gebührenkalkulation einen neuen Rahmen, auch wenn sie gebührenrechtliche Vorgaben nicht verändern. Insbesondere bedeutet die Umsetzung des neuen Haushalts- und Rechnungswesens auf der Basis der jeweiligen Gemeindehaushaltsverordnungen, dass das Friedhofs- und Bestattungswesen in völlig anderer Form im neuen Haushalt dargestellt wird.

Im Prinzip sollte für einen Gebührenhaushalt der Umstieg auf das neue Haushalts- und Rechnungswesen mit vergleichsweise wenig Aufwand zu bewerkstelligen sein. Gründe hierfür sind die bereits erfolgte vollständige Vermögensbewertung, seit Langem vorhandene Erfahrungen mit der Kosten- und Leistungsrechnung und vorliegende Produkte sowie Kennzahlen. Für das Friedhofs- und Bestattungswesen lässt sich dennoch feststellen, dass es häufig an einem betriebswirtschaftlichen Gesamtkonzept mangelt. Dabei stellt die Umstellung des Haushalts- und Rechnungswesens eine Chance dar, bestehende Strukturen der Haushaltsdarstellung und der Kostenrechnung im Hinblick auf Auswertungsfähigkeit und Steuerung zu überdenken und das oben beschriebene Spannungsfeld aufzulösen.

Mit zunehmender Verschlechterung der gesamten Haushaltssituation ist die Bedeutung der Gebühreneinnahmen als eigenständige Finanzquelle der Kommunen gestiegen. Zum einen muss es darum gehen, die Erträge trotz Strukturwandel (vgl. Band 1) auf einem Niveau zu stabilisieren, das eine sachgerechte Aufgabenerledigung garantiert. Zum anderen ist dazu zwingend erforderlich, die Aufgaben- und damit die Aufwandsstruktur so zu steuern, dass die Leistungen nachfrageorientiert erbracht werden und die Gebührenhöhe insgesamt politisch vertretbar ist. Rahmen und Maßstab sind dabei immer die Grundsätze der Gebührenkalkulation und die dazu ergangene Rechtsprechung.

Durch die Umsetzung der Empfehlungen werden

- die Grundlagen für die Leistungserstellung, die Kostenrechnung und die Gebührenkalkulation transparent und valide und
- die Verantwortlichkeiten von Verwaltung und Politik für die Gebührengestaltung deutlich getrennt.
Die Nachvollziehbarkeit der Gebührentarife ist ein wesentlicher Faktor dafür, dass Gebührenanpassungen politisch umsetzbar sind und auch auf Akzeptanz bei den Betroffenen stoßen.

Das Friedhofs- und Bestattungswesen ist ein politisch sensibler Bereich, dessen strukturelle Entwicklung zudem Auswirkungen auf die Finanzen hat. In den meisten Fällen in Form rückläufiger Gebühreneinnahmen und damit steigender Finanzierung aus Steuermitteln, wenn die Gebühren nicht angehoben werden sollen. Grund genug, im Controlling und Berichtswesen dem Thema "Chancen und Risiken" mehr Raum zu geben. Möglichkeiten zur Risikobetrachtung und zur Durchführung von Prognoserechnungen können eine vorausschauende Planung unterstützen.
 
 

Detail Informationen

Arbeitsergebnisse
KGSt
Dott, Beatrice
20090723A004A
Bericht 4/2009
15.07.2009
530kb