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Instandhaltung kommunaler Gebäude. Budgets ermitteln und Aufwand für Folgejahre planen (B 7/2009)

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Beschreibung

Kommunale Gebäude stellen erhebliche Vermögenswerte dar. Dies wird besonders in Kommunen, die nach neuem Haushalts- und Rechnungswesen bilanzieren, sehr deutlich. Diese Werte gilt es zu erhalten und sie nicht dem Verfall preiszugeben. Damit es nicht zu einer solchen Vernichtung von Vermögenswerten kommt, müssen kommunale Gebäude laufend sachgerecht instand gehalten werden:
  • Aus technischer Sicht sind Verfügbarkeit, Objektsicherheit und Funktionalität, aus ökonomischer Sicht die Optimierung der Instandhaltungskosten und die Vermeidung von außerordentlichen Abschreibungen sicherzustellen.
  • Bereits vor der Erstellung von Neu-, Um- und Erweiterungsbauten ist der Aufwand der späteren Instandhaltung zu bedenken und einzuplanen, wenn Folgehaushalte nicht mit unnötigen Kostenrisiken belastet werden sollen. Mit anderen Worten: Schon bei Planung und Bau wird unvermeidbar über die Höhe der Folgekosten mit entschieden.

Nicht allein die Frage, ob und wie eine Baumaßnahme finanzierbar ist, ist daher entscheidend, sondern auch, ob die daraus Jahr für Jahr zwangsläufig folgenden Instandhaltungs- und Bewirtschaftungsmittel aufgebracht werden können!

Sowohl zur Planung von konkret bereitzustellenden Instandhaltungsmitteln für die anstehende Haushaltsperiode, wie auch für planerische Zwecke im mittel- bis langfristigen Bereich brauchen Kommunen verlässliche Berechnungsgrundlagen. Die KGSt stellt dazu ihre bisherigen Empfehlungen in den Kontext jüngster Forschungsergebnisse und Erkenntnisse aus der Praxis. Daraus ergibt sich die Möglichkeit, bei der Budgetbemessung auf bewährten Grundlagen aufzubauen. Vor diesem Hintergrund gibt die KGSt den Kommunen zwei unterschiedliche Verfahren zur örtlichen Anwendung an die Hand:

  • Das vereinfachte Bemessungsverfahren.
    Formel: Wiederbeschaffungszeitwerte aller Gebäude x 1,2 %.
    Es ermöglicht auf eher pragmatischem Wege eine Berechnung, allerdings ist es nur für eine durchschnittliche Durchmischung eines Gebäudebestandes sinnvoll anwendbar. Es wird die Bereitstellung zusätzlicher Mittel für Gebäude im 4. Jahrzehnt ihres Lebenszyklus empfohlen.
  • Das Bemessungsverfahren mit Gewichtung.
    Formel: Wiederbeschaffungszeitwerte x Gewichtungsfaktoren x 1,2 %.
    Es erweitert die Berechnung um Gewichtungsfaktoren für Technikanteil, Gebäudealter und nutzungsabhängigen Verschleiß und erlaubt so eine stärker an örtlichen Besonderheiten ausgerichtete Bemessung.

Zur Unterstützung von Steuerungsentscheidungen werden weitere Anwendungsmöglichkeiten der KGSt-Empfehlungen dargestellt:

  • bei Lebenszyklusbetrachtungen einzelner Objekte,
  • bei Vergleichsberechnungen verschiedener Herstellungsvarianten,
  • bei Vergleichsberechnungen verschiedener Bereitstellungsformen.

Dieser Bericht stellt eine Aktualisierung der Ziffer 4 des KGSt-Berichts 9/1984 dar.

 
 

Detail Informationen

Arbeitsergebnisse
KGSt
Grossenbacher, Elke
20091214A0025
Bericht 7/2009
24.11.2009
1136kb