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Jahresabschlussanalyse im neuen Haushalts- und Rechnungswesen (B 1/2011)

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Beschreibung

Dieser Bericht widmet sich der Aufarbeitung und Auswertung der kommunalen Jahresabschlüsse nach neuem, doppischen Gemeindehaushaltsrecht. Die Jahresabschlussanalyse hat zum Ziel, die Daten des Jahresabschlusses auszuwerten, um im Anschluss eine Bewertung im Hinblick auf ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der wirtschaftlichen Lage (Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage) zu ermöglichen. Die zu diesem Zweck verbreitete Verwendung von Kennzahlen in der Praxis ist vor allem darin begründet, dass mit ihrer Hilfe schlaglichtartig wichtige Beziehungen verdichtet wiedergegeben werden können und ihnen eine Signalfunktion zugesprochen wird: Ausgeprägte Abweichungen im Zeit- und interkommunalen Vergleich gelten als Indikator für die Notwendigkeit weitergehender Analysen.

Jede Form von Auswertung sollte sich prinzipiell am Informationsbedarf der Adressaten orientieren. Im Vordergrund dieses Berichtes stehen die politischen Leitungsorgane der Kommunen - ihre Interessenlage bestimmt den Analysezweck. Der Nutzen der Jahresabschlussanalyse ist weniger abhängig von der Methodik oder einer Vielzahl von Kennzahlen. In Bezug auf eine adressatengerechte Analyse kommt vielmehr der interpretierenden Berichterstattung eine hohe Bedeutung zu. Ihre Qualität ist mit ein Faktor dafür, wie die Analyse von den Adressaten wahrgenommen wird und von welchem Belang sie für die internen Adressaten im Rahmen von Entscheidungsfindungen, von Strategieprogrammen oder Haushaltskonsolidierungskonzepten sein kann. Dazu ist eine Konzentration auf wenige Kennzahlen verbunden mit einer guten interpretierenden Auswertung erforderlich.

Ein Nutzen durch die Jahresabschlussanalyse kann erzielt werden, wenn

  • Kennzahlen der Jahresabschlussanalyse genutzt werden, um im Rahmen der Haushaltsberatung darzustellen, wie sich die Umsetzung des eingebrachten Plans auf die zukünftige Entwicklung der wirtschaftlichen Lage auswirken könnte (Kongruenz zwischen Vor- und Rechenschafts-/Lagebericht),
  • Trendwenden in der Entwicklung frühzeitig erkannt werden, um ein rechtzeitiges Gegensteuern zu ermöglichen,
  • von den bereitgestellten Informationen eine Signalwirkung für die politische Steuerung ausgeht,
  • Rats-/Kreistagsvorlagen eine Darstellung der bilanziellen Auswirkungen von Entscheidungen enthalten, soweit diese für die Kommune von besonderer Relevanz sind,
  • Haushaltskonsolidierungsmaßnahmen unter dem Aspekt positiver und nachhaltiger Auswirkungen auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage, geplant und insbesondere kontrolliert werden und die Analyse in Zukunft auch den Gesamtabschluss einschließen wird.

Aus der Jahresabschlussanalyse sollten sich Antworten auf die Fragen ergeben, ob oder inwieweit die Haushaltswirtschaft heute mit ihrem Ressourcenverbrauch zukünftige Generationen belastet und/oder die Leistungsfähigkeit der jetzigen Generation an ihre Grenzen bringt. Dabei ist zu untersuchen, inwieweit das Kapital der Gebietskörperschaft durch Entscheidungen und Handlungen der Gemeinde bzw. ihrer Bevollmächtigten geschützt wird. Die Entwicklung der Haushaltswirtschaft wird allerdings auch in hohem Maß von instabilen Faktoren außerhalb des Einflussbereiches der Gemeinden bestimmt. Diese Determinanten sind im Rahmen der Jahresabschlussanalyse besonders zu berücksichtigen.

Die kommunale Jahresabschlussanalyse steht noch ganz am Anfang. Umso sorgfältiger sollte mit der Kennzahlenbeurteilung umgegangen werden, um der Gefahr von nicht zutreffenden Schlussfolgerungen zu begegnen.

 
 

Detail Informationen

Arbeitsergebnisse
KGSt
Dott, Beatrice
20110317A0014
Bericht 1/2011
11.03.2011
518kb