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Kommunales Risikomanagement. Teil 1: Das kommunale Risikofrühwarnsystem (B 5/2011)

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Beschreibung

Jede kommunale Entscheidung ist eng mit der Absicht verbunden, ein vorher bestimmtes Ziel zu erreichen. Fakt ist, dass Risiken die Zielerreichung gefährden können, unabhängig davon wie und in welcher Form Ziele definiert wurden. Daher muss es Aufgabe des Risikomanagements in enger Verbindung mit zielorientierter kommunaler Steuerung sein, solche Risiken frühzeitig zu erkennen und den Umgang damit festzulegen.

Das Ziel des kommunalen Risikomanagements ist es, durch systematisches Vorgehen Entscheidungen möglichst weit aus dem Bereich der Unsicherheit und damit aus dem Risiko herausführen zu können. Dazu bedarf es in Anlehnung an die Regelungen bei Unternehmen eines Überwachungssystems, das Entwicklungen frühzeitig erkennt, um mit geeigneten Mitteln steuern zu können. Dabei müssen die Funktionen jedoch auf die kommunalspezifischen Besonderheiten abgestimmt werden.

Ein kommunales Risikomanagement hat primär die Aufgabe, Risiken des Verwaltungshandelns zu erfassen und diese zu steuern. Es muss auch sicherstellen, dass Chancen erkannt und bewertet werden und dann in die Entscheidungsprozesse einfließen.

Es ist jedoch faktisch nicht möglich und auch nicht erforderlich, alle Risiken einer Kommune zu analysieren.

Die Verantwortung für den Umgang mit Risiken folgt der Verantwortung für Leistungen und Ressourcenverbrauch - von Rat/Kreistag über die Verwaltungsführung, Dezernats- oder Fachbereichsleitung bis hin zu den Abteilungs- und Sachgebiets-/Teamleitungen. Aus diesem Grund ist das kommunale Risikomanagementsystem in die ortsspezifische bestehende Aufbauorganisation einzubinden. Analog zu der jeweilig vorhandenen Steuerungshierarchie sollen die Verantwortlichkeiten für den Umgang mit Risiken bestimmt werden. Dabei legen Politik und Verwaltungsführung den strategischen Rahmen und die Grundsätze für das kommunale Risikomanagement fest.

Eine systematische Risikosteuerung kann jedoch dauerhaft nur funktionieren, wenn der Nutzen von Politik und Verwaltungsführung erkannt wird und die Einführung gefordert und begleitet wird. Dies setzt bei allen Verantwortlichen - auch bei den Produktverantwortlichen - ein einheitliches Risikoverständnis voraus. Dieses beinhaltet die Erkenntnis, dass die Leistungsfähigkeit der Kommune mittel- bis langfristig durch Risiken gefährdet werden könnte und daher ein funktionsfähiges Risikomanagement mit allen ineinandergreifenden Komponenten Controlling, Frühwarnsystem und internes Kontrollsystem für die Kommune unabdingbar ist.

In Anlehnung an diese Begriffsdefinition kann ein kommunales Risikomanagement als Gesamtheit aller organisatorischen Regelungen zur Risikoerkennung und zum Umgang mit den Risiken des Verwaltungshandelns und Entscheidungen beschrieben werden. Dazu sollten auch in der kommunalen Anwendung drei Untersysteme gehören.

 
 

Detail Informationen

Arbeitsergebnisse
KGSt
Grieger, Thomas
20110727A0027
Bericht 5/2011
24.07.2011
1298kb