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Stadt Bergheim - IT-Lösungen aus der Cloud (R 1/2012)

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Beschreibung

Die Kreisstadt Bergheim hat von 2004 bis 2009 ihre IT1-Anwendungen (Fachverfahren, MSOffice etc.) virtualisiert und die jährlichen IT-Kosten dadurch um 25 Prozent gesenkt. In einem weiteren Schritt hat die Stadt Bergheim innerhalb eines Jahres (2009-2010) ihren IT-Betrieb an einen externen IT-Dienstleister (Zweckverband KDVZ Rhein-Erft-Rur) ausgelagert und bezieht alle IT-Dienstleistungen jetzt über eine sogenannte Private Cloud2. Damit ist es gelungen,
  • die Mitarbeiter3 mit einem professionellen IT-Arbeitsplatz auszustatten,
  • die Kosten für den IT-Betrieb um weitere 10 Prozent zu senken,
  • die IT-Sicherheit wirtschaftlich zu gewährleisten und
  • durch eine bessere Kostentransparenz den IT-Betrieb wirkungsorientierter zu steuern.

Auslöser für die Neuausrichtung des IT-Betriebs war vor allem die Finanznot der Stadt Bergheim in den Jahren 2004 bis 2007. In diesem Zeitraum waren alle Ebenen der Verwaltung dazu angehalten, durch nachhaltige und wirtschaftliche Lösungen die Verwaltungskosten in ihren Bereichen zu senken. Die IT-Verantwortlichen in Bergheim haben in diesem Zuge das Projekt "Virtualisierung und Zentralisierung der Anwendungsbereitstellung" ins Leben gerufen.

Ein derartiges Vorhaben - insbesondere die Zentralisierung der IT zu einem externen IT-Dienstleister - bedeutet, dass speziell in den Bereichen Organisation, IT und Personal konkurrierende Interessen ausgeglichen werden müssen. Hier einen entsprechenden Ausgleich zu finden, ist Aufgabe des Managements. Dieser Schlüsselrolle wurde auch die Verwaltungsspitze der Stadt Bergheim gerecht.

Der Report ermöglicht einen Einblick in das Projekt "Virtualisierung und Zentralisierung der Anwendungsbereitstellung" der Stadt Bergheim. Er skizziert, begonnen bei den ersten Berührungspunkten mit dem Thema Virtualisierung, bis hin zur tatsächlichen Umsetzung, das Gesamtkonzept. Dabei geht die Stadt Bergheim sowohl auf die technischen als auch auf die organisatorischen Herausforderungen eines solch komplexen Vorhabens ein. Kommunen, die sich mit dem Thema Zentralisierung und Virtualisierung auseinandersetzen möchten oder müssen, erhalten dadurch Hilfestellungen.

Im Rückblick wird zudem eines ganz deutlich: der Virtualisierungsmarkt ist dynamisch und eröffnet ständig neue Möglichkeiten. Daher ist auch das Konzept zur Virtualisierung und Zentralisierung des IT-Betriebs in Bergheim ein laufender Prozess. Es müssen immer neue Wege gefunden werden, damit sich die Wirtschaftlichkeit der IT-Arbeitspätze verbessert. Dazu gehört, weitere Kommunen für eine solche Cloud-Lösung zu begeistern, und neue Formen der interkommunalen Zusammenarbeit (auch zwischen IT-Dienstleistern) zu etablieren. Über diesen Weg lassen sich langfristig bei konstanter bzw. steigender Arbeitsqualität weitere Kostensenkungspotenziale heben.


1) Informationstechnik.
2) Cloud Computing umfasst den Bezug von Infrastruktur, Plattformen (Betriebssystemen) und Anwendungen von ITDienstleistern/Rechenzentren, die ihre Dienstleistungen hoch skalierbar, selbstbuchbar und mit verbrauchsabhängiger Abrechnung (z. B. nach Zeit/User/Ressourcenverbrauch) anbieten. Die Rechenzentren sind über unterschiedliche Netze, z. B. das Internet, erreichbar. Die Rechenleistung wird also nicht mehr vor Ort, sondern irgendwo in der großen Wolke z. B. des Internets zur Verfügung gestellt - also in der Cloud. Man unterscheidet zwischen der Private Cloud und der Public Cloud. Bei einer Private Cloud ist die Einrichtung einer Nutzungsmöglichkeit von Infrastruktur, Plattformen oder Anwendungen und Daten auf einen eingeschränkten, exakt bestimmten Nutzerkreis beschränkt. Bei der Public Cloud hingegen ist diese Nutzungsmöglichkeit für beliebige Nutzer möglich.
3) Zur besseren Lesbarkeit des Textes wird nur dort die männliche und weibliche Form verwendet, wo in besonderer Weise die Geschlechterabhängigkeit von Aussagen betont werden soll. An den anderen Stellen wird die gängige männliche Form für beide Geschlechter verwendet.
 
 

Detail Informationen

Arbeitsergebnisse
KGSt
Groß, Marc; Hokkeler, Michael
20120126A0010
Report 1/2012
22.01.2012
602kb