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Organisationsmodell für Kommunen der Größenklassen 5&6 (Teil 2). Zentrale Dienste (B 2/2012)

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Beschreibung

Die Weiterentwicklungen im kommunalen Management und die daraus rührenden besonderen Herausforderungen für kleinere Kommunen erfordern spezifische Organisationsaussagen für diesen Adressatenkreis. Im Rahmen der Berichtsreihe zum Organisationsmodell in Kommunen der Größenklasse (GK) 5 & 6, also Kommunen mit bis zu 50 000 Einwohnern beschäftigt sich dieser Bericht speziell mit den Zentralen Diensten und gibt für deren Ausgestaltung Empfehlungen.

Die Zielgruppe des Berichts umfasst eine große Bandbreite hinsichtlich der Einwohnerzahl. Daraus rührt eine spürbare Heterogenität der angesprochenen Kommunen. Um der daraus resultierenden Vielfalt der Rahmenbedingungen und Bedürfnisse Rechnung zu tragen, hat die KGSt keine allgemeingültige Blaupause erarbeitet, sondern benennt Orientierungspunkte, anhand derer jeweils örtlich angemessene Lösungen entwickelt werden müssen.

Im Hinblick auf die Organisation Zentraler Dienste empfiehlt die KGSt, möglichst viele interne Leistungen, wie beispielsweise Personal- Finanz-, IT-, Organisations- und Gebäudemanagementservices zentral zusammenzufassen. So können die Facheinheiten sich ihrem jeweiligen Kerngeschäft widmen, Synergieeffekte und Wirtschaftlichkeitssteigerungen können erzielt, Fachwissen kann aufgebaut werden.

Zur Frage der personellen Ausstattung der Zentralen Dienste legt die KGSt  Kennzahlen bzw. Kennzahlenkorridore vor, die als Grundlage für die örtliche Entscheidung der Kapazitätsbemessung dienen können.

Die KGSt empfiehlt auch kleineren Kommunen grundsätzlich eine Trennung zwischen Services und Steuerungsunterstützung. Bei ihnen stellt jedoch gerade diese Schnittstelle oft eine besondere Herausforderung dar. Besonders in Kommunen der GK 6 (< 25 000 EW) nimmt ein kleiner Personenkreis häufig beide Aufgaben zugleich wahr. Ist eine völlige personelle Trennung nicht möglich, so sollten zumindest die einzelnen Leistungen jeweils klar entweder den Services oder  der Steuerungsunterstützung zugeordnet werden, um Rollenkonflikte zu vermeiden.

Zwei weitere Elemente des Berichts sind Auftraggeber- und  Auftragnehmerbeziehungen sowie die darauf aufbauende interne Leistungsverrechnung. Hier zeigen die Praxiserfahrungen, dass Kommunen der GK 5 & 6 dieses Rollenverständnis entwickelt haben, es allerdings auf pragmatischen und weniger formellen Wegen umsetzen. Die KGSt empfiehlt, möglichst wenig Formalismen zu schaffen, und stattdessen die Stärken kleinerer Kommunen in Form schlanker Strukturen und unkomplizierter Kommunikationswege zu nutzen. Die interne Leistungsverrechnung stellt auch für die Kommunen der Zielgruppe dieses Berichts ein sinnvolles Transparenz förderndes Instrument dar.

Darüber hinaus rät die KGSt Kommunen der GK 5 & 6, bei der Frage der Organisation ihrer Zentralen Dienste auch über den eigenen Tellerrand hinaus zu schauen. Gerade bei internen Services kann Interkommunale Zusammenarbeit eine gute Möglichkeit sein, weitere Wirtschaftlichkeitspotenziale oder benötigtes Fachwissen zu erschließen. Lassen die Rahmenbedingungen eine wirtschaftliche eigene oder interkommunale Wahrnehmung von Services nicht zu, kann auch Leistungsvergabe eine sinnvolle Option darstellen. Doch muss auch bei dieser Variante Kapazität im eigenen Hause vorgehalten werden, die die entsprechende Verträge vorbereitet und controllt. Strategische Entscheidungen im Bereich Services müssen stets im eigenen Hause bleiben.

 
 

Detail Informationen

Arbeitsergebnisse
KGSt
Grossenbacher, Elke; Stallmeyer, Andra
20120321A0027
Bericht 2/2012
07.03.2012
480kb