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Musikschule (G 1/2012)

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Beschreibung

"Musikschulen sind in der Regel öffentlich getragene Bildungseinrichtungen, die möglichst vielen Kindern und Jugendlichen, aber vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung auch Erwachsenen und Senioren Zugang zum eigenen Musizieren ermöglichen. Sie haben gegenüber den Kindertagesstätten und allgemeinbildenden Schulen eine eigenständige pädagogische und kulturelle Aufgabe. Im Rahmen der Gestaltung zukunftsfähiger kommunaler Bildungslandschaften sind sie wesentliche Kooperationspartner von Kindertagesstätten und Schulen. Ihre Angebotsstruktur wird sich inhaltlich, personell und räumlich auf zunehmende ganztägige Bildung von Kindern und Jugendlichen einstellen. Musikschulen sollten durch eine soziale Gebührenstaffelung im Rahmen der landesrechtlich vorgesehenen Gestaltungsmöglichkeiten allen den Zugang ermöglichen" (Kommunale Spitzenverbände 2010).

Die KGSt hat sich zuletzt vor über 30 Jahren mit der Organisation der Musikschule beschäftigt (Gutachten Musikschule 1978). Seither hat sich die kommunale Welt in vielen Belangen verändert. Die kommunalen Spitzenverbände führen aber aus, dass das Produkt Musikschule immer noch fester Bestandteil der Angebote einer Kommunalverwaltung ist.

Das Produkt Musikschule muss aber vor dem Hintergrund der veränderten sozialen Situation in den Kommunen in das kommunale Bildungsnetzwerk eingepasst werden. Es dient der kulturellen Bildung. Deshalb empfiehlt die KGSt die Zuordnung zu dem Handlungsfeld Bildung. Das Gutachten führt aus, wie die Angebote der Musikschule mit den Angeboten anderer Einrichtungen der Kommune, aber auch mit denen externer Akteure verbunden und vernetzt werden können und sollten, um gemeinsame Wirkungen zu steigern.

Die Leistungen der Musikschule sind vor dem Hintergrund veränderter ökonomischer und sozialer Gegebenheiten anzupassen beziehungsweise innovativ weiterzuentwickeln. Dazu bedarf es im Wesentlichen

  • einer strategischen Steuerung vor dem Hintergrund der übergeordneten strategischen Ziele einer Kommune,
  • einer Weiterentwicklung der Angebote mit Blick auf die besonderen Bedarfe relevanter Zielgruppen und
  • einer effizienten Gestaltung des Musikschulbetriebs.

Die Leistungen der Musikschule stehen, wie andere kommunale Leistungen mehr und mehr im Wettbewerb mit privaten Anbietern. Um in diesem Wettbewerb bestehen zu können, betreiben Musikschulen Marketing, sie vergleichen Wirkung, Aufwand und Ertrag mit anderen Musikschulen in Vergleichsringen und sie haben schon vor Jahren begonnen, ein Qualitätsmanagement einzuführen - damals vielfach noch als Pioniere in den Kommunen.

Angesichts der finanziellen Lage der Kommunen in Deutschland konkurriert das Produkt Musikschule ebenfalls mit anderen kommunalen Produkten um Ressourcen. So ist für das Produkt Musikschule der Nachweis zu erbringen, dass sich der Einsatz von Ressourcen lohnt, dass eingesetzte Mittel Wirkung zeigen. Dieser Nachweis ist nicht immer leicht zu führen. Die ganzheitliche Bildung von Kindern, die Förderung von Verständnis und Toleranz, auch bei unterschiedlichem ethnischen oder religiösen Hintergrund, die musikalische Grundausbildung und die Förderung von Spitzenleistungen in der Musik sind Ziele, ihr Vorhandensein in der Kommune ist feststellbar, die Wirkungsketten zurück zur Musikschularbeit sind jedoch nicht durchgängig darzustellen. Das Gutachten gibt praktische Hinweise zu Controlling und Evaluation, zu Wirkungsmessung und zu Indikatoren und Kennzahlen, ohne damit aber den Anspruch eines lückenlosen Wirkungsbeweises zu erheben.

Als Kulturschaffende weisen die Musikschulmanager, wie so manche ihrer Zunft, nicht selten eine gewisse Distanz zum übrigen Verwaltungshandeln auf. Das Gutachten präsentiert deshalb in seltener Vollständigkeit das gesamte Rüstzeug des Verwaltungsmanagements: beginnend bei der strategischen Steuerung über die Prozessoptimierung bis hin zur Kosten- und Leistungsrechnung und zum Personalmanagement. Es ist insoweit gedacht als tägliche Arbeitshilfe und Unterstützung für das Management der Musikschulen.

 
 

Detail Informationen

Arbeitsergebnisse
KGSt
Reichwein, Alfred; Scheytt, Oliver
20120507A0039
Gutachten 1/2012
30.04.2012
4432kb