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Das Kommunale Steuerungsmodell (KSM) (5/2013)

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Beschreibung

1993 hat die KGSt das Neue Steuerungsmodell beschrieben und seine Einführung empfohlen. Sie hat damit eine bisher einzigartige Reformwelle in den Kommunen (und auf anderen Verwaltungsebenen) ausgelöst. In mehreren Untersuchungen wurden die Umsetzungsstände erhoben. Die Ergebnisse stellen dar, wenn auch in Theorie und Praxis unterschiedlich bewertet, dass man insgesamt von einem erfolgreichen Steuerungsmodell reden kann, das die kommunale Welt verändert hat und bisher ohne Gegenentwurf geblieben ist.

Nach 20 Jahren hat sich die KGSt entschlossen, ein Kommunales Steuerungsmodell (KSM) zu entwickeln, um damit die Grundgedanken des NSM aufzunehmen, Bewährtes zu pflegen und neue Perspektiven zu ergänzen. Aus einer Analyse der ebenfalls veränderten Rahmenbedingungen für kommunales Handeln ergeben sich sieben Anforderungen an ein Kommunales Steuerungsmodell:

  1. Stärkung einer strategischen und wirkungsorientierten Steuerung.
  2. Stärkung der Führungskompetenz und Verantwortung der kommunalen Manager.
  3. Verbindung der Aufgaben- und Ressourcensteuerung. Strategische Planung und Haushaltsentscheidungen müssen eng miteinander verknüpft sein.
  4. Prozessorientierte Steuerung.
  5. Verbesserung des Zusammenspiels von politischen Entscheidungen und Verwaltungshandeln.
  6. Offenheit für Mitwirkung und eine neue Qualität der Transparenz und Öffnung des Verwaltungshandelns in die Gesellschaft hinein.
  7. Qualifizierung des Steuerungssystems für die Steuerung von Leistungsprozessen in differenzierten IT-unterstützten Produktionsnetzwerken.

Ausgehend von dem Rahmen, den die Gemeindeordnungen setzen, werden zunächst die Verantwortungssphären von Rat, Hauptverwaltungsbeamten und Verwaltung beschrieben. Etwa dreiviertel des kommunalen Handelns bestehen heute darin, effektive und wirtschaftliche Leistungen und Produkte für die Bürgerinnen und Bürger und die Unternehmen der kommunalen Gemeinschaft zu erstellen. Deshalb müssen die Fachbereiche und die Beteiligungen die zentrale operative Verantwortung für das "Geschäft" und den "Geschäftserfolg" übernehmen.

Der Hauptverwaltungsbeamte bzw. der Rat setzen dabei in verschiedener Hinsicht den Rahmen. Dies geschieht durch Vorgabe übergreifender strategischer Ziele, die Festsetzung von Budgets oder unterschiedlichen Standards für die Leistungserbringung. Der Hauptverwaltungsbeamte verantwortet das Verwaltungshandeln insgesamt gegenüber dem Rat und der Bürgerschaft. Er entscheidet über die Organisation, sein Steuerungsmodell.

Der Verwaltungsvorstand ist für die Gesamtsteuerung verantwortlich, besonders für Organisation, Finanzen, IT, Personal, das Marketing und die Vertretung der Verwaltung nach außen.

Die Zentrale Steuerungsunterstützung unterstützt den Verwaltungsvorstand durch steuerungsrelevante Informationen und Planungen und einem Controlling und berät bei dem immer wieder neu auszubalancierenden Verhältnis von dezentraler zu  zentraler Verantwortung.

Der Bericht beschreibt die wesentlichen Steuerungsprozesse und neuere Steuerungsinstrumente.

Aussagen zur Organisationskultur und zu den Erfolgsfaktoren der kommunalen Steuerung komplettieren die Empfehlungen.

Dabei ist es zentrale Aufgabe der Führungskräfte, die Komponenten des Kommunalen Steuerungsmodells wirkungsorientiert und zielgerichtet aufeinander abzustimmen und das Modell in die kommunale Praxis zu übersetzen.

Die Führungskultur des KSM wird bestimmt durch eine werteorientierte Führung. Gemeint ist eine Führung, die geprägt ist von einem ethischen, wertschöpfenden und gemeinwoh lorientierten Verhalten.

Die Führung verantwortet die Organisationskultur. Strukturen, Instrumente und Prozesse stellen lediglich den formalen Rahmen für die Steuerung dar. Die Organisationskultur prägt das Verhalten der Beschäftigten und wird ihrerseits durch dieses Verhalten bestimmt und weiter entwickelt. Erst in der Kommunikation und Kooperation innerhalb der Verwaltung und mit den externen Akteuren wird das Kommunale Steuerungsmodell "lebendig".

 
 

Detail Informationen

Arbeitsergebnisse
KGSt
Reichwein, Alfred; Holzrichter, Elke R.; Hansen, Ines
20131216A0016
Bericht 5/2013
07.12.2013
2716kb