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Kommunales Kommunikationsmanagement. Empfehlungen und Handlungsansätze (8/2013)

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Beschreibung

Die Kommunikation der Kommunen mit den Bürgerinnen und Bürgern ist außerordentlich vielgestaltig geworden. Die Kommunen kommunizieren mit Bürgern, die - anders als in der Vergangenheit - ein heterogenes Mediennutzungsverhalten haben und völlig unterschiedliche Informationsquellen nutzen. Elektronische Kommunikation via Internet hat stark an Bedeutung gewonnen, zuletzt vor allem Social Media, generationsbedingte Unterschiede sind zu berücksichtigen.

Die wachsende Zahl der Kommunikationskanäle, die Informationsfülle und zeitliche Restriktionen führen zu einer stark selektiven Aufnahme der Informationen seitens der Bürger. Tageszeitungen sehen sich sinkender Nachfrage gegenüber, knappe journalistische Kapazitäten der Lokalredaktionen setzen der Aufbereitung der Themen Grenzen. Lokalredaktionen werden zum Teil zusammengelegt und personell reduziert, punktuell werden Bürgerzeitungen erprobt.

Eine von der KGSt durchgeführte Umfrage zeigt: Ein Teil der Bürgerschaft ist gut informiert und möchte an politischen Prozessen und Entscheidungen partizipieren. Dessen Informationsquellen sind überwiegend (noch) die klassischen Medien (Zeitung, Fernsehen, Hörfunk), aber auch das Internet. Die Umfrage zeigt auch, dass das bürgerschaftliche Mitwirkungspotenzial nicht ausgeschöpft ist.

Eine Weiterentwicklung kommunaler Kommunikation - ein Kommunikationsmanagement - ist empfehlenswert, um die Kommunikation gezielt zu verstärken und neuen Herausforderungen anzupassen. Der Prozess zielgerichteter und systematischer kommunaler Kommunikation wird hier mit Kommunikationsmanagement bezeichnet. Es geht in diesem Bericht darum, Handlungsempfehlungen für die kommunale Kommunikation zu entwickeln, Zusammenhänge herzustellen und die Notwendigkeit eines zielgerichteten kommunikativen Handelns der politisch-administrativen Führung aufzuzeigen. Den dialogartig auszugestaltenden Kommunikationsprozessen mit den Bürgerinnen und Bürgern kommt dabei besondere Aufmerksamkeit zu.

Dazu schlägt der KGSt®-Bericht die grundlegende Anwendung eines Kreislaufmodells vor, das folgende Schwerpunkte als Handlungsfelder heraushebt: Themen, Ziele, Zielgruppen/Adressaten, Kommunikationskanäle, Verständlichkeit der Inhalte und Themen, Reichweite und Resonanz. Diese Schwerpunkte geben den Kommunikationsaktivitäten Struktur, schaffen Übersicht, bieten Gestaltungsmöglichkeiten und eine klar erkennbare Basis für alle an der Kommunikation beteiligten Führungskräfte und Organisationseinheiten.

Entscheidungen der Verwaltungsführung sind unverzichtbar. Im Anschluss an eine örtliche Bestandsaufnahme ist zu entscheiden, welche Schwerpunkte vor Ort vertieft werden sollen. Anhand der Handlungsfelder ist zu klären, was verbessert werden kann und verändert werden sollte - unter Berücksichtigung des Aufwands. Im Ergebnis geht es darum, treffender und zielgruppengerechter zu informieren, Möglichkeiten des Dialogs, der Diskussion und des Einholens bürgerschaftlichen Know-hows für die Lösung kommunaler Probleme zu bieten, kommunale Politik und Beschlüsse der Gremien je nach Situation und Thema vorzubereiten und zu erklären, komplizierte kommunale Sachverhalte verständlich zu machen, Resonanz aufmerksam zu beobachten.

Angesichts der geschilderten dynamischen Entwicklung ist ein kontinuierlicher Entwicklungsprozess kommunaler Kommunikation zu erwarten. Kommunales Kommunikationsmanagement wird für die interkommunale Diskussion und die Verantwortlichen in den Kommunen ein wichtiges Thema bleiben.

 
 

Detail Informationen

Arbeitsergebnisse
KGSt
Pook, Manfred
20140107A0010
Bericht 8/2013
09.12.2013
1564kb