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Wie nutzen Kommunen Social Media? (1/2014)

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Beschreibung

Social Media ist - in Gestalt von Facebook, Twitter, Google+, Wikis und vielen anderen Diensten und Anwendungen - aus dem Alltag vieler Menschen nicht mehr weg zu denken. Die vorliegende Befragung liefert als eine der ersten ihrer Art empirische Ergebnisse zu der Frage, ob und wie Social Media inzwischen in deutschen Kommunen angekommen ist.

Hierzu haben die Autoren von Cassini Consulting, dem Institut für Informationsmanagement Bremen (ifib) und der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt) im Sommer 2013 rund 1 600 KGSt®-Mitgliedskommunen den Zugang zu einem Online-Fragebogen zugeschickt. Antworten gingen von 318 Städten, Gemeinden und Landkreisen ein, was unter Berücksichtigung der nicht zustellbaren E-Mails einer Rücklaufquote von rund 21 Prozent entspricht. Von diesen 318 Kommunen gaben 146 (46 Prozent) an, keine Social Media-Instrumente zu nutzen. Entsprechend nutzen 172 Kommunen (54 Prozent) Social Media für interne und/oder externe Zwecke - und zwar 26 (16 Prozent) seit weniger als einem Jahr, 71 (44 Prozent) seit zwölf bis 24 Monaten und 65 (40 Prozent) seit über einem Jahr. Als Gründe für die Nichtnutzung wurden im Wesentlichen angegeben: Fehlende Kontrolle über Fremdbeiträge, ungeklärte Rechts- und Sicherheitsfragen sowie fehlender Nutzen.

Die Befragung unterscheidet zwischen der Nutzung von Social Media-Instrumenten innerhalb einer Verwaltung und in der Außenkommunikation. Intern dominieren soziale Netzwerke und Partizipationsinstrumente zur Beschäftigtenbeteiligung. Allerdings sahen 56 Prozent der Kommunen ihre internen Ziele als gar nicht oder nur teilweise erreicht an. In der Außenkommunikation liegen Content Communities wie Flickr oder Youtube (48 Prozent), Partizipationsinstrumente (38 Prozent) und soziale Netzwerke wie Facebook oder Google+ (27 Prozent) vorn. Die Zielerreichung wird für die externe Kommunikation wesentlich positiver beurteilt als beim internen Einsatz.

Die externe Ausrichtung der Social Media-Nutzung wurde auch in den Antworten auf die Frage, welche Stelle denn die treibende Kraft sei, deutlich: Mit 90 Nennungen (66 Prozent) nimmt die Pressestelle hier den ersten Platz ein, danach folgen mit 55 Nennungen (40 Prozent; Mehrfachnennungen waren möglich) schon die Hauptverwaltungsbeamten. Ähnlich sieht es bei den Zuständigkeiten aus: In 104 Fällen (75 Prozent) koordiniert die Pressestelle die Aktivitäten, in 34 (25 Prozent) ist es das Büro des Hauptverwaltungsbeamten und in weiteren 31 (22 Prozent) der Zentrale Service (Mehrfachnennungen waren auch hier möglich).

Die Untersuchungsergebnisse deuten darauf hin, dass die Nutzung von Social Media in den entsprechenden Kommunen bislang eher nebenbei erfolgt: Über eine schriftlich dokumentierte Social Media-Strategie verfügen nur 28 Kommunen (20 Prozent), in 37 Fällen (27 Prozent) ist eine solche immerhin in Planung. Die angestrebten Reaktionszeiten bei eingehenden Kommentaren sind nur in 16 Kommunen (14 Prozent) schriftlich festgelegt. Fast zwei Drittel gaben an, in der Regel innerhalb weniger Minuten zu antworten. Allerdings gaben auch 11 Kommunen (9 Prozent) an, innerhalb weniger Tage zu reagieren, weitere fünf (4 Prozent) antworten sogar gar nicht. Entwicklungsfähig erscheint auch noch das Monitoring der  Aktivitäten: 57 Kommunen (43 Prozent) gaben an, kein Social Media-Monitoring zu betreiben. Nur drei Kommunen (2 Prozent) haben ein automatisiertes, weitere 31 (23 Prozent) ein teilautomatisiertes Monitoring umgesetzt. Manuelles Monitoring ist in 43 Kommunen (32 Prozent) anzutreffen.

Die weiteren Planungen zum Social Media-Einsatz sind von Zurückhaltung geprägt. Nur wenige Kommunen wollen Werkzeuge nutzen, die sie bislang noch nicht im Einsatz haben. Ein wenig anders sieht es beim Ausbau bereits bestehender Aktivitäten aus: 42 Prozent wollen ihre Außenkommunikation auf sozialen Netzwerken wie Facebook und 23 Prozent den Einsatz von Partizipationsinstrumenten intensivieren.

Die Ergebnisse der Befragung zeigen, dass Social Media in vielen Kommunen angekommen ist. Die Anwendung von Social Media zum Nutzen der kommunalen Kommunikation und Zusammenarbeit wird aber in den nächsten Jahren noch weiter optimiert werden müssen. Dabei gilt es dann auch Anwendungen in den Fokus zu nehmen, die über Facebook hinausgehen und entsprechend der kommunalen Zielsetzungen ausgewählt werden.

Die vorliegende Befragung zeichnet eine Momentaufnahme vom kommunalen Social Media-Einsatz. Damit wird es - anders als mit einzelnen Fallstudien und anekdotischen Schilderungen - ermöglicht, sich einen übergreifenden Eindruck über die kommunalen Entwicklungen der letzten Jahre auf diesem Gebiet zu machen.

 
 

Detail Informationen

Arbeitsergebnisse
Cassini Consulting; ifib; KGSt
Drüke, Helmut; Groß, Marc; Wind, Martin
20140127A0018
M 1/2014
21.01.2014
646kb