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Positionspapier: Open Data in Kommunen (5/2014)

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Beschreibung

Seit einiger Zeit verbreiten sich die Begriffe "Open Government" und "Open Data" auch in Deutschland. Das Ziel von "Open Government" ist, Politik und Verwaltung für Bürger, Zivilgesellschaft und Wirtschaft zu öffnen und diese an staatlichen Entscheidungsprozessen zu beteiligen. Es geht unter anderem darum, die Transparenz staatlichen Handelns zu verbessern. Dazu gehört auch die Öffnung von Datenbeständen von Politik und Verwaltung. Das bezeichnet man in der Fachwelt als "Open Data".

Mit Open Data verbindet sich die Forderung nach freiem Zugang zu aktuellen öffentlichen Daten und Informationen im Internet, die jeder nutzen, zusammenführen und weiterverwenden kann. Das Spektrum von Open Data ist so breit wie die Vielzahl der Daten, die die öffentliche Hand erhebt und vorhält. Es geht in der Diskussion im weiteren Sinne nicht nur um Daten von Politik und Verwaltung, sondern auch um Daten aus Wissenschaft und Wirtschaft und von Nicht-Regierungsorganisationen, oder auch medizinische, mathematische und andere wissenschaftliche Informationen. Dabei besteht Einigkeit darin, dass personenbezogene oder sicherheitsrelevante Daten keinesfalls als offene Daten angeboten werden dürfen.

Eine Reihe von Landkreisen, Städten und Gemeinden hat damit begonnen, über eine Öffnung ihrer Datenbestände nachzudenken, oder setzt bereits entsprechende Konzepte um. Insgesamt besteht erheblicher Informations- und Handlungsbedarf, damit Kommunen auf etwaige Anfragen von Bürgern, Zivilgesellschaft oder Wirtschaft vorbereitet sind und reagieren können. Das vorliegende Positionspapier will hierzu Anregungen und konkrete Hilfestellungen geben, um sich über das Thema Open Data zu informieren und es systematisch zu erschließen. Das Positionspapier beschreibt die Chancen und den möglichen Nutzen von Open Data und geht auf die notwendigen Veränderungen in der Verwaltungskultur ein. Außerdem werden die rechtlichen Grundlagen beschrieben und konkrete Empfehlungen zur Vorgehensweise bei der Bereitstellung von Datenbeständen gegeben.

Wirtschaft, Staat und Gesellschaft befinden sich im Umbruch. Politik und Verwaltung öffnen sich zunehmend für Bürger und Wirtschaft und beziehen sie in staatliche Entscheidungsprozesse mit ein. Jahrzehntealte Strukturen stehen auf dem Prüfstand. Das Verständnis von Öffentlichkeit und Geheimhaltung wandelt sich. War bisher alles geheim, was nicht ausdrücklich zur Veröffentlichung bestimmt war, ist es jetzt genau anders herum.

Der Deutsche Städte und Gemeindebund (DStGB), die Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt) und die Bundes-Arbeitsgemeinschaft der Kommunalen IT-Dienstleister (Vitako) plädieren für Gelassenheit, denn es steht keine Revolution bevor. Open Data ist keine neue Religion und auch kein Ersatz für die repräsentative Demokratie. Eine proaktive Veröffentlichung von Daten kann aber als Basis für die Meinungsbildung in der Bevölkerung genutzt werden. Außerdem kann Open Data dazu beitragen, die Transparenz des Verwaltungshandelns zu erhöhen, in dem z. B. komplexe Sachverhalte durch Visualisierung von Daten in Form von sogenannten Apps anschaulich vermittelt werden. Und auch die Verwaltung selbst profitiert von Open Data, weil eine organisationsweite Aufbereitung von Daten für alle Beteiligten deutlich macht, welche Daten überhaupt vorhanden sind, die auch für interne Zwecke genutzt werden können. Darüber hinaus gewinnt Open Data in der Wirtschaftsförderung zunehmend als weicher Standortfaktor an Bedeutung.

Die Öffnung von Daten bietet Chancen und Nutzen für alle gesellschaftlichen Gruppen und ist ein wichtiges Element einer transparenten und vernetzten Verwaltung. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB), die Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt) und die Bundes-Arbeitsgemeinschaft der Kommunalen IT-Dienstleister (Vitako) unterstützen die Verbreitung von Open Data.

 
 

Detail Informationen

Arbeitsergebnisse
DStGB; KGSt; Vitako
Groß, Marc
20140502A0015
Positionspapier 5/2014
29.04.2014
355kb